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Technologietransfer fördern und nützen

09.04.2008

Die Vereinigung der Kooperativen Forschungseinrichtungen der österreichischen Wirtschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, den internationalen Technologietransfer für österreichische Klein- und Mittelbetriebe zu fördern.

Die Austrian Cooperative Research (ACR) ist eine Vereinigung von 17 kooperativen Forschungsinstituten, die sich gemeinnützig mit aktiver Forschung und internationalem Technologie- und Wissenstransfer beschäftigen. Die Institute der ACR forschen, entwickeln und prüfen für Unternehmen aller Größen, vor allem aber für kleine und mittlere Betriebe (KMU). ACR-Institute bieten demnach Prüf- und Messtätigkeiten, Gutachten, angewandte Forschung und Entwicklung sowie Technologie- und Wissenstransfer an. Die hauptsächlichen Tätigkeiten der Institute finden in den Bereichen Baustoffe, Bauwesen, Werkstoffe, Werkstoffcharakterisierung und -verarbeitung, Brandschutz und Sicherheitsforschung, Lebensmittel, Getreide und Getränke, Sozial- und Wirtschaftsforschung, Schiffbau, Mikro- und Nanostrukturforschung, Informations- und Kommunikationstechnologie, Life Science, Physik und künstliche Intelligenz statt.

Technologiekompetenz pro Wirtschaft

Die unterschiedlichen Forschungseinrichtungen der ACR sind ein wesentlicher Teil der außeruniversitären Forschung in Österreich. Durch ihren kooperativen Charakter unterscheiden sie sich von den anderen außeruniversitären Instituten. „ACR ist eine wichtige Interessenvertretung der mittelständischen Forschung und Technologieentwicklung auf nationaler Ebene. Sie vertritt die Anliegen ihrer Mitglieder und der österreichischen KMU, aber auch auf internationaler Ebene“, erläutert Johann Jäger, Geschäftsführer der ACR. Die Aufgabe der kooperativen Institute besteht darin, Unternehmen mit einem umfassenden Dienstleistungsangebot zu unterstützen. Der Schwerpunkt wird auf KMU gesetzt. Nur wenige KMU können sich eigene Mitarbeiter für Forschung und Entwicklung oder eigene Prüfinstrumente leisten. Deshalb benötigen diese Unternehmen ein Dienstleistungs­angebot, das auf ihre Strukturen und Bedürfnisse zugeschnitten ist. Die ACR-Institute kennen die Funktionsweise und Probleme der KMU und bieten Dienstleistungen an, die speziell auf deren Bedürfnisse ausgerichtet sind.

Chemie und Technik

Das Österreichische Forschungsinstitut für Chemie und Technik (Ofi) ist Gründungsmitglied der Austrian Cooperative Research und eines der größten Prüf- und Forschungsinstitute in Österreich. Es entwickelt in den Bereichen Bauwesen, Bioenergie, Kunststoffprodukte, Oberflächentechnik und Pharma in enger Kooperation mit Unternehmen neue Produkte und Anwendungen und führt Zertifizierungen durch. Die enge Zusammenarbeit mit Universitäten, Forschung und Anwendern nützt das Ofi, um seine Kunden bei Innovationsprozessen von der Idee, über Markt- und Patentrecherchen bis zur Entwicklung marktreifer Produkte zu unterstützen. Doris Orthaber vom Ofi erläutert: „Bei uns wird keine Grundlagenforschung betrieben. Unser Spezialgebiet sind die KMU. 70 Prozent unserer Aufträge waren 2007 von kleinen und mittleren Unternehmen.“ Ein aktuelles Projekt des Ofi ist die Feuchtigkeitsdiagnose als Basis für umfassende Sanierungen. Die Mauerwerkstrockenlegung gewinnt nicht nur aus dem Blickwinkel der Denkmalpflege, sondern auch aus der steigenden Notwendigkeit der Altbauerhaltung bzw. Altbauinstandsetzung immer mehr an Bedeutung. Für zahlreiche historische Gebäude und Kirchen wie beispielsweise das Schloss Hof in Niederösterreich wurde vom Ofi die Trockenlegung des Mauerwerks geplant.

Holz ist weltweit der wichtigste nachwachsende Rohstoff und einer der wichtigsten Energieträger. Die HFA führt neben der Forschungstätigkeit vor allem Prüfungen durch und erstellt Gutachten. Sie verfügt über eine moderne Ausstattung mit mehr als 300 Geräten und Anlagen. Durch Schulungen, Seminare und andere unterschiedliche Angebote trägt die HFA zur Weiterentwicklung des Werkstoffes Holz und der holzverarbeitenden Industrie bei. Die Themen reichen vom Rundholz an der Waldstraße über den Holzhausbau bis hin zu Zellstoff und Umweltfragen wie etwa Biobrennstoffe, Entsorgung, Abwasser oder Ökotoxikologie. Die HFA und die Zertifizierungsstelle HolzCert Austria (HCA) nehmen eine zentrale Stellung in der österreichischen und internationalen Forschungs-, Prüf- und Zertifizierungslandschaft ein. Die Experten der Holzforschung Austria erstellen Gutachten und sind in nationalen sowie internationalen Normungsausschüssen tätig. Komplettiert wird das Angebot der HFA durch den Wissenstransfer in Form von Fachseminaren und Broschüren sowie der kürzlich freigeschalteten Beratungsplattform www.infoholz.at zum Thema Holzbau. Manfred Brandstätter, Institutsleiter der HFA: „Auf die neue Plattform sind wir besonders stolz. Wir bieten diese Beratung im Internet kostenlos an. Jeder, der sich hier eine Information holt, kann sicher sein, dass er eine kompetente Beratung von Experten erhält.“

Kompetenz in der Schweißtechnik

Die SZA deckt mit ihrem Dienstleistungs­angebot alle Bereich der Schweiß-, Verbindungs- und Prüftechnik ab und ist außerdem eine wichtige Ausbildungs- und Weiterbildungseinrichtung auf dem Gebiet der Schweißtechnik und der Prüfungstechnik. Die SZA verfügt über eines der größten Festigkeitslabore Österreichs. Sie erbringt Dienstleistungen in der Ausbildung, Personalqualifizierung, Forschung, Entwicklung und Prüfung für alle Bereiche der Schweiß- und Verbindungstechnik. Ob in der Bauwirtschaft oder in der Luft- und Raumfahrt, die SZA ist ein international bedeutendes Ausbildungszentrum. Erst kürzlich wurde das Ausbildungsangebot um zwei neue Zweige im Bereich der zerstörungsfreien Prüfung wesentlich ausgebaut. Klaus Wichart, Geschäftsführer der SZA erklärt: „Unser Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung. Die Abschlüsse, die bei uns gemacht werden, sind auf internationalem Niveau und auch international gültig. Auch in der Bauwirtschaft sind wir auf der Ausbildungsebene international tätig.“ Ein aufwändiger Test wird zurzeit in Wien durchgeführt. Die SZA prüft für Siemens Transportation Systems die Fahrwerke des Hochgeschwindigkeitszugs Valero, der in China zum Einsatz kommt. Für die Festigkeitsprüfung dieser Drehgestellrahmen stehen zwei Prüfstände, die mit Servohydraulikzylindern variabel bestückt werden können, zur Verfügung. Das Festigkeitslabor der SZA beschäftigt sich seit vielen Jahren auch mit der Bauteilprüfung und Betriebsfestigkeitsuntersuchungen. Nicht nur Schweißkonstruktionen, sondern auch andere metallische, aber auch nichtmetallische Bauteile werden in der SZA geprüft, weiterentwickelt und optimiert.

Diana Danbauer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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