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Tiefbauer - Lehre reduziert Facharbeitermangel

21.03.2007

Bauarbeiter, die über mindestens zwei Praxisjahre verfügen, können den Tiefbaulehrgang absolvieren. Der Arbeitsmarktservice (AMS) Niederösterreich übernimmt die Kosten. Reinhard Rodler vom AMS betonte anlässlich der Urkundenverleihung der 25 Tiefbauer: „Ich freue mich über den sinnvollen Einsatz von den Fördergeldern – nämlich junge Menschen auf ihrem Karriereweg zu unterstützen. Großartig ist aber auch die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft wie auch dem Fachverband der Bauindustrie.“

Vor wenigen Tagen konnten Thomas Prigl, Christian Petzwinkler, Obmann der BauAkademie Wien wie auch u. a. Ernst Boran, Gewerkschaft Bau Holz Wien, 25 Absolventen im neuen Beruf Tiefbauer begrüßen. Die Prüfungsergebnisse sind beeindruckend: acht Teilnehmer schlossen mit „ausgezeichnetem Erfolg“ und 13 Teilnehmer mit „gutem Erfolg“ ab. „Dieses Ergebnis verdeutlicht, welches Potenzial in den angelernten Fachkräften des Tiefbaues steckt. Der Lehrberuf des Tiefbauers deckt somit die Bedürfnisse der Branche ab“, zeigt sich Prigl erfreut.

Um den gesteigerten Anforderungen Rechnung zu tragen, hat der Fachverband der Bauindustrie 1998 die Tiefbauausbildung initiiert. Diese Ausbildung wird in der BauAkademie Wien/Lehrbauhof Ost, einem allein von der Bauwirtschaft finanzierten Ausbildungszentrum, seit sechs Jahren abgehalten. Bis dato wurden über zweihundert Fachkräfte mit der Lehrabschlussprüfung „Tiefbauer“ für die Bauwirtschaft ausgebildet.

Breites Betätigungsfeld

Ernst Boran ist von den Leistungen der Kandidaten begeistert: „Weiterbildung verbessert die Chancen auf dem Arbeitsmarkt – ich bewundere die Konsequenz der frisch gebackenen Facharbeiter.“ Der Tiefbauer ist der zentrale Lehrberuf für die Tiefbau­sparte. „Die Absolventen haben die Möglichkeit, in einem vielfältigen Berufsfeld tätig zu werden. Tiefbauer stellen Straßenober- und -unterbauten, Gruben, Künetten, Schalungen sowie Beton- und Stahlbetonteile her und vermessen einfache Gelände und Bauteile“, erklärt Prigl. Weiters richten sie Baustellen unter Beachtung von Sicherheitsmaßnahmen im Tiefbau ein. Das Spezifische im Tiefbau ist die Verwendung hochmoderner Baustoffe und Technologien. Wie kaum ein anderer Baubereich werden komplexe Bauverfahren und hochentwickelte Baumaschinen eingesetzt. Ihre Tätigkeit ist sehr verantwortungsvoll und muss in der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Personengruppen organisiert werden. Petzwinkler erwies seinen Respekt vor den jungen Tiefbauern: „Es ist sehr erfreulich, dass es dermaßen sinnvolle und effiziente Maßnahmen zur Forcierung von Weiterbildung wie auch der Facharbeiterqualität gibt.“

Gisela Gary

Artikel aus bau.zeitung 11/07, S. 12

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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