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Tiroler Fertigbetonteile fahren Bahn

24.04.2007

Sperrige und schwere Güter eignen sich ideal für den Transport auf der umweltfreundlichen Schiene. Das Radfelder Unternehmen VS Hohldielen West GmbH produziert für 18 neue ALDI Märkte in der Schweiz vorgespannte Dielen (Deckenelemente) in verschiedenen Längen und Gewichten. Durch die intensive Zusammenarbeit der Logistik-Experten von Rail Cargo Austria (die Güterverkehrstochter des ÖBB Konzerns) und der Firma Hohldielen West wurde eine individuelle Transportlösung erarbeitet und umgesetzt.

Der kurze Weg vom Werk in Radfeld bis zum Güterterminal Wörgl wird per LKW erledigt, die mehr als 300 km bis nach Bischofszell in der Schweiz werden mit Spezialwagons auf der Schiene abgewickelt. Die ökologischen Vorteile der Bahn lassen sich eindrucksvoll mit den wirtschaftlichen Zwängen der im internationalen Wettbewerb stehenden heimischen Industrie verbinden. Ohne eine durchgehende Logistik-Kette vom Werk über den Bahntransport bis zur Baustelle wäre dieser Großauftrag für das Unternehmen nicht möglich gewesen.

Durchgehende Logistik-Kette vom Werk bis zur Baustelle

Für jeden neuen Aldi Markt werden rund 120 Stück Fertigbetonteile benötigt. Mit 21 m Länge und einem Gewicht bis zu 16 Tonnen ist jedes Einzelteil ein Sondertransport. Durch intensive Gespräche zwischen der Firmen-Logistik und den Experten der RCA-AG werden die Teile für jeden neuen Markt mit einem ganzen Zug von Wörgl in die Schweiz nach Bischofszell geliefert. Der kurze Weg vom Werk Radfeld bis zum Güterterminal in Wörgl wird per Ausziehsattelaufleger auf der Straße erledigt. Am Terminal erfolgt die fachgerechte Verladung auf 25 Spezialgüterwagons und es entsteht ein ganzer Zug mit über 400 Meter Länge und 1.330 Tonnen Gesamtgewicht. Allein ein Wagon kann eine maximale Gewichtsbelastung von 64 Tonnen auf die Schiene bringen - das entspricht in etwa 2 ½ LKW-Ladungen. Am Zielbahnhof in der Schweiz erfolgt die Feinverteilung vom Bahnhof zur Baustelle per LKW. Für Hohldielen ist der Bahntransport die Grundvoraussetzung um diesen Großauftrag abwickeln zu können. Einerseits ist eine termingerechte Lieferung auf die Baustelle sichergestellt und zudem werden Massen transportiert die eine LKW-Flotte an einem Tag nicht schaffen könnte.

18 Güterzugtransporte ersetzen rund 1 Mio. Straßenkilometer

Letzte Woche machte sich der siebente Ganzzug mit Tiroler Fertigbetonteilen auf die Reise in die Schweiz, weitere elf Züge werden folgen. Würden diese Transporte per LKW auf der Straße stattfinden, müssten pro Bahntransport über 50.000 Straßenkilometer absolviert werden. Dieser Wert ergibt sich durch die Fahrten der LKW's (600 km hin und retour a' 52 Fahrten) sowie durch die Fahrkilometer eines für Sondertransporte vorgeschriebenen PKW-Begleitfahrzeuges. In Summe ersetzen daher die 18 Güterzüge von Rail Cargo Austria rund 1 Mio. Kilometer auf der Straße.

In Tirol 13 Mio. Tonnen Güter auf der Schiene von RCA

In Tirol werden rund 13 Mio. Tonnen Güter (ohne Transit) pro Jahr auf der Schiene von Rail Cargo Austria befördert. Nach dem Segment Holz sind Baustoffe das zweitwichtigste Marktsegment in Tirol. Als Gesamt-Logistik-Anbieter kümmert sich RCA um die komplette Transportkette und dazugehörige Begleitarbeiten. Der Bogen reicht von der Planung des Zuges, über die Abklärung mit der Schweizer Bahn und der Organisation der Wagons bis zur Abwicklung der Zollmodalitäten und der endgültigen Entladung am Ziel. RCA ist der verlässliche Partner für umweltfreundliche und wirtschaftliche Transporte auf der Schiene in ganz Europa.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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