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Triale Ausbildung am elitären Golfplatz

06.05.2009

Im Rahmen des trialen Ausbildungssystems errichteten Lehrlinge der BauAkademie Wien in Kooperation mit ­Wienerberger am Golfplatz Wienerberg richtige Meisterwerke – und lernten die Benimmregeln unter Golfern.

Praxisorientiertes Arbeiten und neue Fertigkeiten vermitteln, die der Betrieb sonst nicht weitergeben kann. – Ein besonderes Musterprojekt in Wien zeigt abermals die Vorzüge des trialen Ausbildungssystems

der heimischen Baubranche auf. Am noblen Golfplatz Wienerberg errichteten sechs Lehrlinge im ersten und zweiten Lehrjahr unter der fachkundigen Aufsicht von Franz Lehrner, Ausbildner der BauAkademie Wien, zehn Pfeilerpaare für die Markierung der Schlagpunkte. Immer von den neugierigen Augen der doch elitären Golfclub-Mitglieder verfolgt.

Maurer unter Golfern

„Das tut dem Persönlichkeitsprofil der Lehrlinge gut. Und wer würde glauben, dass sich Maurer auf einem Golfplatz zu benehmen wissen“, unterstreicht Thomas Prigl, Leiter der BauAkademie, den großen Nutzen des einzigartigen Ausbildungssystems. Denn auch das lernen die Bauneulinge bei dieser Aktion: den freundlichen Umgang mit dem Kunden. Und das wiederum tut auch dem Image der Handwerker am Bau gut.

Gesponsert hat die Aktion schon aus emotionalen Gründen die Firma Wienerberger. „Wir haben das schon alleine deshalb gerne mitgetragen, weil die Wienerberg-Gründe ja unsere Wurzeln sind. Das sind wir“, erklärt Gerhard Staudinger. Befand sich doch hier, auf dem 22 Hektar großen Grün, einst eine Tonabbaustätte des renommierten österreichischen Ziegelherstellers. Staudinger hat auch den Kontakt zur BauAkademie hergestellt: „Damit die Arbeit auch wirklich professionell erledigt wird.“ Und damit die Lehrlinge auch lernen, auf ihre Leistungen stolz zu sein.

Von der jungen Handwerkern und deren Arbeit am Golfplatz hellauf begeistert ist auch Managerin Uschi Baumgartner vom C & C Golfclub: „Die haben ihre Sacher sehr gut gemacht. Und so schöne Schlagpunkt-Pfeiler haben jetzt nur wir.“ Verwendet wurde übrigens ein besandeter Relief-Ziegel namens Westminster, der in seiner rustikal-alt wirkenden Gestaltung bestens auf den Golfplatz passt.

Für die Lehrlinge und die Innung hat Baumgartner auch ein großes Dankeschön parat: Die Jugendlichen dürfen nach getaner Arbeit auf der Golfanlage auch ihr sportliches Talent unter Beweis stellen und den beliebten Golfsport probieren. Für die Innung und die Ausbildungsbetriebe ist zudem ein eigener, kleiner Event geplant. Der bisheriger Anti-Golfer Prigl: „Da werde ich mich erst auf der Driving Range im Weit- und Zielschießen üben müssen.“

Hemut Melzer

aus: bauzeitung 18/09, S. 16

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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