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Tunnelbau

14.10.2004

Tunnel verkürzen Verkehrswege, schonen die Umwelt und reduzieren die Lärmbelastung. Österreich kann auf eine Vielzahl von innovativen Tunnelprojekten verweisen.

Die Aufträge der österreichischen Bauwirtschaft legen wieder zu. Per Februar 2004 wiesen die Baufirmen einen Auftragspolster von insgesamt 4,5 Milliarden Euro und damit um 2,5 Prozent mehr Aufträge als im Februar des Vorjahres aus. Im Hochbau erhöhte sich der Auftragsbestand gegenüber dem Vorjahr um 6,1 Prozent, im Tiefbau standen Auftragsbestände im Wert von 1,9 Milliarden Euro zu Buche, ein leichtes Minus von 0,8 Prozent. Im Hochbau, der mit 54,7 Prozent (absolut 2,5 Milliarden Euro) den Hauptanteil des gesamten Auftragspolsters stellt, waren die Teilsparten Sonstiger Hochbau (+42,0 Prozent) und Adaptierungsarbeiten im Hochbau (+29,8) für den positiven Trend verantwortlich. Die Auftragsreserven in der Teilsparte Industrie- und Ingenieurbau waren hingegen im Februar 2004 mit 31,9 Prozent weiterhin signifikant rückläufig.
Obwohl sich der Auftragspolster in der Tiefbausparte Brücken- und Hochstraßenbau (+119,8 Prozent) weiterhin stark positiv entwickelte, verursachten Rückgänge im Wasserbau (-34,1 Prozent) und im Tunnelbau (-26,7 Prozent) im gesamten Tiefbau ein leichtes Minus (-0,8 Prozent).
119 Autobahn- und Schnellstraßen-Tunnel gibt es in Österreich, das sind rund 249 Röhren-Kilometer. 260 Bahntunnel besitzt die ÖBB: „Aktuelle Bahntunnelprojekte sind zurzeit am Brenner im Unterinntal im Bau, der Koralmtunnel ist in Planung, der Semmering-Basistunnel steht quasi im Gerichtssaal. Für laufende Sanierungsvorhaben investierten wir allein im Jahr 2003 sechs Millionen Euro nur für Tunnelsicherheit. So wurde zum Beispiel der Tauerntunnel soeben fertig gestellt – hier wurden Sicherheitsmaßnahmen von Handläufen bis zu speziellen Beleuchtungseinrichtungen, neue Zugänge, inklusive auch für Rettungseinsätze, geschaffen“, erklärt Andreas Rinofner, Pressesprecher ÖBB.
Das heimische Bauwesen ist seit den 40er-Jahren international führend im Tunnelbau. Tunnel in offener Bauweise – rund 20 Prozent der heimischen Tunnel – werden als Umweltschutz- oder Lärmschutzmaßnahme errichtet. Wesentlicher Vorteil sind aber vor allem die Verkürzung von Verkehrswegen.

Österreichische Tunnelbaumethode
Österreich konnte sich mit seiner Tunnelbaumethode NATM (New Austrian Tunneling Method) international einen Namen machen. Die Methode wird seit den 70er-Jahren weltweit angewandt. Bei der NATM werden in einem ersten Arbeitsschritt entlang der äußeren Röhrengrenze (Durchmesser) in einem Abstand von 30 bis 40 Zentimeter Sicherungsbohrungen in den Fels getrieben. Die Bohrlöcher werden mit schnell härtendem Beton ausgefüllt und dienen der Vermeidung von Felsstürzen oder Wassereinbrüchen in den Stollen. Die anschließende Aussprengung des Felsens erfolgt in drei Teilen. Unmittelbar an den Abtransport der gesprengten Felsenteile wird die Tunnelröhre mit schnell trocknendem Spritzbeton überzogen und somit eine sofortige Absicherung der Ausbruchslaibung erzielt. Ein rascher Kraftschluss mit dem Gebirge und die Reduzierung der Druckbelastung auf den Hohlraum sind die Folge. Somit kann auf aufwändige Abstützungsmaßnahmen verzichtet werden. Betonschalelemente bilden die endgültige Auskleidung der Tunnelröhre.
Die Vorteile der österreichischen Methode NATM sind einerseits die gewaltige Vortriebsleistung von bis zu 20 Meter pro Tag, aber auch die Wirtschaftlichkeit.
Die Kosten liegen rund 30 Prozent unter jenen bei Vortrieben mit Schildbohrmaschinen.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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