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Über die Arbeit der Meister

28.04.2010

Mit der Broschüre „Meisterhaft nachhaltig“ machen die österreichischen Baumeister auf ihr umfassendes Know-how aufmerksam. Die Projektpalette ist breit, der Stellenwert von Nachhaltigkeit und Ökologie hoch.

Nachhaltiges Planen und Bauen ist ein wichtiger Schwerpunkt der Baumeister, mit ihrem umfassenden Wissen begleiten sie Bauherren von Anbeginn eines Projekts bis zur Übergabe. In der Broschüre „Meisterhaft nachhaltig“ werden in Kooperation mit der Donau-Universität Krems, Departement Bauen und Umwelt, herausragende Projekte in allen Bereichen präsentiert.
Erwin Krammer, planender Baumeister, Vorsitzender für den Ausschuss für Planungsrecht, Gebühren und Sachverständigenfragen der Bundesinnung Bau, zeichnet in Zusammenarbeit mit Peter Holzer, Leiter des Bereichs Bauen und Umwelt an der Donau-Universität Krems, verantwortlich für das Entstehen der Broschüre. Krammer ist einer der ersten Absolventen des Lehrganges Solararchitektur an der Donau-Uni Krems. Die Donau-Universität Krems wurde mit der Analyse und der technischen Aufbereitung von sieben – rund 100 Einreichungen sind eingegangen – auszuwählenden Baumeister-Projekten beauftragt, um diese als Vorzeigeprojekte zu präsentieren. Die Projekte wurden von einer Jury ausgewählt, die sich aus Vertretern der Bundesinnung Bau und der Donau-Universität Krems zusammensetzte. Die Projektrecherchen und die technischen Ausarbeitungen wurden von Christian Hanus in Zusammenarbeit mit Renate Hammer und Peter Holzer, Donau-Universität Krems, durchgeführt.

Warum wurde die Broschüre gemeinsam mit der Donau-Uni Krems erstellt?
Erwin Krammer:
„Wir arbeiten bereits einige Jahre sehr erfolgreich mit der Donau-Uni Krems zusammen, unter anderem vergeben wir auch für unsere Mitglieder Stipendien. Die Aus- und Weiterbildung hat für uns einen hohen Stellenwert. Selbstverständlich sind auch die Studenten der Uni-Krems unsere Zielgruppe. Nachhaltiges Bauen und Energieeffizienz werden immer wichtiger. Die drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales sind die Schwerpunkte unseres Handelns – und auch der verschiedenen Studienrichtungen.“

Wie wichtig sind dabei Netzwerke?
Netzwerke sind sicher sehr wichtig. Als Absolvent bin ich gern Bindeglied zwischen der Donau-Uni Krems und der Bauinnung. Wir haben eine Win-win-Situation: Wir lassen uns gern von den Experten beraten – beide Seiten nützen die Synergieeffekte der Verbindung von Theorie und Praxis. Darüber hinaus holen wir die Donau-Uni in die Jurys unserer Preise wie z. B. dem niederösterreichischen Baupreis oder auch dem Bautechnikpreis und profitieren von deren Know-how.

Was motivierte Sie zur Herausgabe der Broschüre „Meisterhaft nachhaltig“?
2006 initiierten wir mit großem Erfolg die österreichweite Baumeister-kreativ-Wanderausstellung. Bereits hier wurden unsere Bemühungen für ein gemeinsames Auftreten von Planern und Ausführenden deutlich, und wir konnten österreichweit eine kompetente Schau über unsere Leistungen bieten.
2009 wurde eine neue europäische Norm über nachhaltiges Bauen veröffentlicht. Diese kam gerade recht, denn es kursierten die unterschiedlichsten Definitionen, und es war wichtig, dabei einmal klarzustellen, dass die drei Säulen – eben Ökologie, Ökonomie und soziale Verträglichkeit – unverzichtbare Aspekte von jedem nachhaltigen Bauwerk sind. Wir Baumeister sind die Generalisten, wir haben eine umfassende Sicht beim Planen und Bauen, wobei auch die Gestaltung nicht zu kurz kommen darf.

Die Gestaltung hängt oft von der Bestellqualität des Bauherrn ab. Können Sie sich als Baumeister dabei einbringen?
Ja, auf alle Fälle. Auf der andern Seite stehen die Gestaltung und das Erscheinungsbild häufig immer noch überproportional zu stark im Vordergrund und verdrängen Nutzeraspekte. Immer wieder werden dann wir Baumeister gerufen, um Fehler zu korrigieren. Für die Qualität des Bauens tragen jedoch alle miteinander die gesellschaftliche Verantwortung: der Bauherr, der Planer, der Ausführende wie auch die Behörde. Wir sind davon überzeugt, dass wir Baumeister zur Baukultur Entscheidendes beitragen können.

(Redaktion: Gisela Gary, Bauzeitung)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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