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Manfred Asamer und Andreas Pfeiler vom Fachverband Steine und ­Keramik über aktuelle Konjunkturzahlen und unnötige Kostentreiber.

Umsatzplus bei stein- und keramischer Industrie

12.03.2019

Der Umsatz wächst, das Ergebnis weniger. Warum die Stein- und keramische Industrie trotz ­Auslastungsspitzen keine Freudentänze macht.

Überblick

Branchenergebnisse im Detail

  • Feuerfestindustrie: +13,0 % (Umsatz 192 Mio. €)
  • Transportbetonindustrie: +12,1 % (Umsatz 480 Mio. €)
  • Beton- und Fertigteilindustrie: +6,3 % (Umsatz 488 Mio. €)
  • Ziegel- und Fertigteilindustrie: +4,0 % (Umsatz 169 Mio. €)
  • Zementindustrie: +3,3 % (Umsatz 436 Mio. €)
  • Schotterindustrie: +1,9 % (Umsatz 116 Mio. €)
  • Putz- und Mörtelindustrie: +0,8 % (Umsatz 396 Mio. €)
  • Sand- und Kiesindustrie: +0,4 % (Umsatz 145 Mio. €)

Ein Plus von 4,6 Prozent und ein hochgerechneter Umsatz auf 3,52 Milliarden Euro für das Jahr 2018, so lautet das Ergebnis der Konjunkturerhebung des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie unter seinen Mitgliedsunternehmen. Die Zahl der Mitarbeiter stieg österreichweit um 2,8 Prozent auf 13.113 Beschäftigte. Der Bauboom stellte die Produzenten im vergangenen Jahr aber zunehmen vor Herausforderungen. „Fast alle Teil­branchen konnten – man könnte auch sagen mussten – ihre Umsätze im letzten Jahr steigern, um die Ergebnisse zu halten. Stark steigende Logistik-, Energie-, aber auch Personalkosten waren für fast alle Unternehmen eine große Herausforderung“, so Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbands.

Kostentreiber drücken aufs Ergebnis

Allein die Transportkosten stiegen bis zu 20 Prozent, wenn überhaupt Frächter zur Verfügung standen. Folglich bauen sich viele Hersteller wieder einen eigenen Fuhrpark. Als energieintensive Baustoffindustrie leiden die Produzenten vor allem unter den Preiserhöhungen von Strom und Gas. „Die Gaspreise sind seit 2017 um 50 Prozent gestiegen, die CO2-Preise haben sich vervierfacht, die Trennung der Strompreiszone Deutschland-Österreich führte ebenfalls zu einer massiven Kostensteigerung bis zu 30 Prozent“, erklärt ­Manfred Asamer, Obmann des Fachverbands Steine + Keramik.

Energie- und Emissionsoptimierung im Blick

Die Branche mache in puncto Energieeffizienz ihre Hausauf­gaben. „Es ist bekannt, dass die Stein- und keramische Industrie eine energieintensive Industrie ist und die Prozessemissionen unserer Produkte nicht völlig verhindert werden können, aber wir arbeiten weiter an der Optimierung“, so Andreas Pfeiler. Im Rahmen eines Forschungsprojekts mit dem Wegener Center für Klima und ­globalen Wandel an der Karl-Franzens-Universität Graz wird derzeit u. a. den Fragen nachgegangen, wie einzelne Schritte innerhalb des gesamten Lebenszyklus eines Baustoffs optimiert und wie die Wechselwirkungen zwischen Produktion, Transport und Verwendung besser aufeinander abgestimmt werden können. Erste Ergebnisse sollen 2020 präsentiert werden. 

Standortnachteile

Hinsichtlich der heimischen Energiepolitik sieht Pfeiler jedoch Nachholbedarf. „Die Trennung der Strompreiszone zwischen Deutschland und Österreich muss aufgehoben werden, oder die enormen Preisanstiege müssen über Kompensationen korrigiert werden. Hierzu könnten die im Strompreis enthaltenen CO2-­Kosten aus dem EU-Emissionshandel, analog dem deutschen Modell, refundiert werden.“ Begrüßt wird die Ankündigung der Bundes­regierung, das Ökostromregime künftig marktnäher zu gestalten. Der Fachverbandsgeschäftführer macht darauf aufmerksam, dass die europäischen Umwelt- und Energieleitlinien für energie­intensive Betriebe die Möglichkeit bieten, überbordende Ökostromförderbeiträge zu deckeln. „Österreich macht davon nicht Gebrauch, wodurch wir gegenüber Nachbarländern einen wesentlichen Standortnachteil haben“, appelliert Pfeiler an die Verantwortlichen, diesen Nachteil aufzuheben.

2019: Seitwärtsbewegung erwartet

Heuer werde nicht mit den Wachstumsraten des Jahres 2018 zu rechnen sein, aber auch eine geringere Wachstumsrate werde eine Bauaktivität auf sehr gutem Niveau für 2019 bedeuten, so Asamer. Die Unternehmen sind für 2019 optimistisch. Man hoffe, dass ­neben der guten Wohnbauentwicklung auch wieder verstärkt flächendeckend in Infrastruktur investiert werde.

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