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Im Ersten Quartal 2016 stiegen die eröffneten Unternehmensinsolvenzen um zwölf Prozent an.

Unrühmlich Führend

30.03.2016

Im ersten Quartal steigen die eröffneten Unternehmensinsolvenzen um zwölf Prozent an, führende Branche ist leider noch immer die Baubranche.

Im Ersten Quartal 2016 stiegen die eröffneten Unternehmensinsolvenzen um zwölf Prozent an. Dies bedeutet, dass der prognostizierte Zuwachs nun messbar geworden und die Talsohle durchschritten ist. Der Anstieg der Passiva um 280 Prozent klingt spektakulärer als er ist: Er ist der Pleite zweier reiner Holdinggesellschaften (Activ Solar und Slav Handel) geschuldet.

 „Erfreulich ist, dass sich die nicht eröffneten Insolvenzverfahren, die zuletzt stark zurückgingen, weiter auf eher niedrigem Niveau halten“, so Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner zur momentanen Situation. „Die Eröffnung beendet  ja ein oft jahrelanges Siechtum und bietet die Chance zur Sanierung. Ganz und gar nicht erfreulich hingegen ist der Anstieg der betroffenen Dienstnehmer auf 6.200 im ersten Quartal. Besonders in Zeiten steigender Arbeitslosigkeit ist zu hoffen, dass zumindest ein Teil der betroffenen Jobs erhalten werden kann.“

Baubranche leider führend

Die beiden großen Insolvenzen der Holdinggesellschaften haben auch bewirkt, dass sich die Branche der unternehmensbezogenen Dienstleistungen bei der Höhe der Passiva an die Spitze der Tabelle gesetzt hat. Dieses Ergebnis kann einer realistischen Betrachtung jedoch nicht Stand halten. Es ist – wie schon in den Vorjahren – die Bauwirtschaft, die auch im ersten Quartal 2016 dieses Ranking anführt.  „Ein Rückgang der Insolvenzen ist mittelfristig nicht zu erwarten. Doch ist auch ein eklatanter Anstieg derzeit unwahrscheinlich“, fasst Hans-Georg Kantner seine Einschätzung zusammen. „Solange die Niedrigzins-Politik andauert, können sich viele überschuldete Unternehmen zum Teil gerade noch auf dem Markt halten. Spätestens, wenn die Zinsen steigen, werden diese Firmen das Handtuch werfen müssen.“

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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