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Verbindung von Theorie und Praxis

28.10.2008

Die Bauwerksabdichtung ist die wichtigste Grundlage für einen Rohbau. Verarbeitungsfehler wie auch Unkenntnis verursachen Kosten und nachhaltige Bauschäden. Lehrlinge erhalten eine praxisnahe Schulung. Die Berufsschule für Baugewerbe in Wien hat sich ganz und gar der Bildung und Kompetenzschulung der Jugend verschrieben.

Rudolf Wessely ist als engagierter Direktor der Berufsschule, welche die Jungen letztlich berufsbegleitend auch bis zum Werkmeister ausbildet, stets bemüht, den Jungen auch neben der notwendigen umfassenden Theorie, vor allem die richtige Anwendung und Umsetzung ihres Wissen in der Praxis zu ermöglichen. Ein Weg dabei ist, dass Unternehmen, welche reichlich Erfahrungen in Spezialgebieten am Bau haben, sich die Zeit nehmen, die Jugend im Rahmen ihrer Ausbildung auf den Einsatz einzelner Produkte zu schulen.

Alexander Brunnthaler vom Unternehmen Deitermann unterrichtet die in Ausbildung befindlichen Maurer, Poliere und Werkmeister in puncto Bauwerksabdichtung: in der richtigen Verarbeitung und den daraus resultierenden Verarbeitungsschritten in der Theorie, aber auch in gemeinsamen praktischen Vorführungen an der Berufsschule für Maurer. „Die Wirkung und die Dauerhaftigkeit einer Bauwerksabdichtung hängen nicht nur von ihrer fachgerechten Planung und Ausführung ab, sondern auch von der zweckmäßigen Planung und Ausführung des Bauwerkes und seiner Teile, auf die die Abdichtung aufgebracht wird. Insbesondere hat der Bauwerksplaner darauf zu achten, dass die Gründung und die Umfassungswände nach den einschlägigen Regeln der Technik bemessen und ausgeführt werden. Dabei müssen Setzungsunterschiede, Erddruck und gegebenenfalls der Lastfall ‚Drückendes Wasser‘ berücksichtigt werden“, präzisiert Brunn­thaler den Unterrichtslehrplan.

Jede Abdichtung von Bauwerken ist sorgfältig zu planen und bereits in die Gesamtplanung des Bauwerks oder Bauteils mit einzubeziehen. In diesem Rahmen sind von dem Planer auch die statischen, konstruktiven und bauphysikalischen Erfordernisse zu berücksichtigen. Vor Planungsbeginn muss sich der verantwortliche Planer unter anderem über die Eigenschaften des Baugrunds Klarheit verschaffen. Er hat zu klären, ob der Boden wasserdurchlässig ist. Kann dies nicht zweifelsfrei festgestellt werden, muss ein Bodengutachten erstellt werden oder es ist der höhere Lastfall anzunehmen.

Unterschiedliche Lastfälle

In der theoretischen Ausbildung zum Thema Lastfallbestimmung werden die Lehrlinge informiert, welche unterschiedlichen Lastfälle gibt es und worauf zu achten ist, wenn mit einer Abdichtung begonnen wird. Unsicherheiten darf es keine geben – denn beim kleinsten Fehler ist das gesamte Bauwerk in Gefahr.

Brunnthaler erklärt in verständlicher Form die jeweiligen Verarbeitungsschritte anhand mitgebrachter Baustellenfotos aus der Praxis und erklärt, was passieren kann, wenn man gewisse Schritte bei der Abdichtung nicht beachtet.

In den praktischen Vorführungen lernen die Jungen mit den Produkten umzugehen, und warum gerade die Untergrundvorbehandlung von besonderer Bedeutung ist. Ein besonders wichtiger Teil ist dabei das Verfahren, wie man bei bestehenden, tragfähigen, alten Bitumenbeschichtungen vorgeht, wenn eine neue Abdichtung aufgebracht werden muss.

„Zu den theoretischen und praktischen Kursen von Alexander Brunnthaler herrscht ein großer Andrang, sodass die Kurse auch im neuen Schuljahr fortgeführt werden. Ich bin froh, dass wir auch in Zukunft unseren angehenden Werkmeistern Wissen aus der Praxis für die Praxis vermitteln können“, freut sich Rudolf Wessely, Direktor der Berufsschule für Baugewerbe.

Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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