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„Zwar brachte 2018 erneut ein Plus in den Auftragsbüchern der Beton- und Fertigteilbranche, jedoch führt dies inzwischen in vielen Bereichen zu einer Ressourcenverknappung, verschärft durch hamsterartiges Verhalten einzelner Kunden und Auftraggeber", sagt VÖB-Präsident Franz Josef Eder.

VÖB: Nachfrage geht durch die Decke

14.08.2018

Im ersten Halbjahr 2018 konnte die Betonfertigteilbranche in Österreich den Umsatz deutlich steigern. Was die stärksten Wachstumsbereiche sind und welche zusätzlichen Herausforderungen der Bauboom mit sich bringt, erfahren Sie hier.

Die Ergebnisse des aktuellen VÖB Konjunkturbarometers zeigen, dass zwei Drittel der Beton- und Fertigteilwerke von einer Umsatzsteigerung von rund fünf Prozent für 2018 gegenüber dem Vorjahr ausgehen.
Jeder zweite Betrieb in der Beton- und Fertigteilbranche bildet Lehrlinge aus, jeder dritte hat jedoch Schwierigkeiten damit, auch wirklich Lehrlinge zu finden.

Was im vergangenen Jahr bereits als Bauboom durchging, könnte heuer sogar noch getoppt werden: Den Ergebnissen des aktuellen Konjunkturbarometers des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) zufolge gehen zwei Drittel der Beton- und Fertigteilwerke von einer erneuten Umsatzsteigerung von durchschnittlich fünf Prozent für 2018 gegenüber dem Vorjahr aus. Hat sich in den vergangenen Jahren das Wachstum als durchwegs positiv erwiesen, werden mittlerweile aber auch Schattenseiten des Baubooms sichtbar. „Zwar brachte 2018 erneut ein Plus in den Auftragsbüchern der Beton- und Fertigteilbranche, jedoch führt dies inzwischen in vielen Bereichen zu einer Ressourcenverknappung, die durch hamsterartiges Verhalten einzelner Kunden und Auftraggeber verschärft wird“, erklärt VÖB-Präsident Franz Josef Eder die Situation.

Ungebrochene Nachfrage

Grundsätzlich kann die Branche aber nicht klagen: Aufgrund der guten Baukonjunktur konnten 83 Prozent der Unternehmen schon im ersten Halbjahr 2018 mindestens gleich gebliebene oder gar gestiegene Umsätze verzeichnen. Gründe für die volle Auslastung in den Unternehmen sind die gute Wirtschaftslage sowie eine gesteigerte Nachfrage in den Bereichen Wohn-, Büro- und Gewerbebau. So schätzen 78 Prozent, dass der Peak hinsichtlich der Nachfrage nach Betonfertigteilen noch nicht erreicht ist. Zudem trägt auch die noch immer hohe Investitionsbereitschaft im Immobiliensektor, die sich insbesondere in den Ballungsgebieten äußert, zu Spitzenauslastung in den Betrieben bei.

Investitionen in die Zukunft

Diese Entwicklung hat aber auch positive Effekte: Einer davon ist, dass drei von vier Betrieben nun stark in die Zukunft investieren, zum einen durch technologische Modernisierungsmaßnahmen, zum anderen mit Ausbildungsplätzen. Zwar bildet im Durchschnitt jeder zweite Betrieb auch aus, jeder dritte hat jedoch Schwierigkeiten damit, auch wirklich Lehrlinge zu finden. Insbesondere der Beruf des Betonfertigungstechnikers ist trotz der hohen Nachfrage in dem Sektor stark unterbesetzt. „Die Herausforderungen an die Mitarbeiter sind schon durch die volle Auslastung sehr hoch. Hinzu kommt, dass terminlich unkoordinierte Bestellungen und inhaltlich oft wechselnde baubegleitende Planung zur Überlastung auch erfahrener Mitarbeiter und damit zu sehr schwierigen Arbeitsbedingungen führen“, gibt Eder zu bedenken.

Erhebliche Lieferzeiten

Laut Eder wachsen außerdem die Umsätze nicht im gleichen Maße, wie sich die Auftragsbücher füllen, und er bemerkt: „Die Betonfertigteil-Branche hat zu einem großen Teil erhebliche Lieferzeiten. Dabei ist die Situation auch vonseiten der Auftraggeber durch ein terminliches Planungschaos geprägt. Die Folgen: Die Umsätze steigen nur mehr teilweise, weil die Kapazitäten auch schon 2017 weitestgehend ausgelastet waren und die Preise bisher nur geringfügig anziehen.“ Dabei, davon ist Eder überzeugt, ließe sich diese Situation durchaus entschärfen. „Mit Hilfe einer durchdachten Planung ließen sich Bauabläufe deutlich verbessern. Damit kämen auch die Mitarbeiter der Branche wieder zu einem normalen und attraktiven Arbeiten“, appelliert Eder an die Liefer- und Wertschöpfungskette im gesamten Bauwesen. Denn nur so könnten alle auch nach der Boomphase noch erfolgreich sein.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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