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Von der Sanierung bis zum Neubau

03.03.2011

Knapp 48.000 Besucher kamen zur Bauen & Energie um sich über den neuesten Stand der Technik und der Lösungen für ihre Bauvorhaben zu erkundigen. Trend: Energie sparen ist bei Bauherren „in“.

Die mittlerweile zehnte Messe Bauen & Energie, die Wiener Fachmesse für gesundes Bauen, Renovieren, Finanzieren und Energiesparen wurde von 570 Ausstellern präsentiert. Der parallel laufende Kongress für zukunftsfähiges Bauen, BauZ!, mit dem provokanten Titel „Alles plus? – Das muntere Sprießen der Gebäudekonzepte“ erwies sich als kompetente fachliche Ergänzung zur Messe und bot reichlich an Diskussionsstoff der Teilnehmer. Die Veranstaltung wurde vom IBO, Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie, organisiert.

Bernhard Lipp, IBO, konnte erfahrene Referenten gewinnen: Karl Torghele, IBO-Präsident, eröffnete mit seinen bekannt provokanten Thesen zu der Frage wie ökologisch Bauen sein kann. Torghele kritisierte – wie auch Gerhard Koch von Wienerberger – dass als baurechtlich relevante Bemessungsgröße der Heizwärmebedarf und nicht der Energieverbrauch herangezogen wird. Darüber hinaus führte Torghele eine weiter Tatsache ins Treffen: „Berechnungen zeigen, dass für die energieeffizientesten Gebäude etwa gleich viel Energie für die Errichtung investiert wird wie diese Gebäude in 50 Jahren für den Betrieb benötigen.“ Torghele appellierte an die zahlreich vertretenen Planer, Ausführenden wie auch Stadtverwaltungsmitglieder: „Wir verwenden die  falschen Energien und blasen dabei Unmengen C02 in die Atmosphäre. Sowohl durch den Betrieb als auch durch die Errichtung von Gebäuden. Insgesamt macht dieser Bereich etwa 40 Prozent der gesamten C02-Emissionen der europäischen Union aus.“

Wolfgang Feist, Universität Innsbruck und Passivhausinstitut Darmstadt, kämpft seit über zehn Jahren für die Etablierung des Passivhausstandards und betonte, dass die Technologien nun wirklich marktreif sind und leicht umgesetzt werden können.

 

Kosten senken

Im Mittelpunkt des Besucherinteresses stand klar der Themenkomplex Energieeffizienz, Senkung von Energieverbrauch und Reduzierung der damit verbundenen Kosten. „Damit sind nicht nur der Bereich Heizen und Energie, sondern auch bauliche Maßnahmen wie dämmende und isolierende Fenster und Türen oder die Energieeffizienz steigernde Baumaterialien gemeint“, erklärt Gernot Blaikner, Messe Wien. Stark Impuls gebend seien hierbei auch die aufgelegten Förderprogramme von Bund, Ländern und Gemeinden.

Für die Messe wie auch die Aussteller hat die Messe die Erwartungen erfüllt. „Es wurde deutlich, dass die Menschen wieder bereit sind, kräftig in ihre eigenen vier Wände zu investieren“, so Johann Jungreithmair, CEO Reed Exhibitions Messe Wien, „Dies ist die große Stärke der ‚Bauen + Energie‘, sie wird wirklich von echten, investitionsfreudigen Interessenten besucht – das bestätigen uns die Aussteller, das geht aber auch aus den Umfrageresultaten der Besucherbefragung hervor, der zufolge drei Viertel der Messebesucher in den nächsten zwölf Monaten vorhaben, in Sanierungs-, Renovierung oder Baumaßnahmen zu investieren. Das heißt, schon allein von den Besuchern geht ein enormes Auftragsvolumen auf die hier vertretenen Branchen aus.“

Torghele gab eine zentrale Botschaft den Teilnehmern des Kongresses mit: „Nachhaltige Gebäude dürfen die eigentlichen Funktionen des Bauen und Wohnens nicht vergessen und nicht nur die Betriebsenergie bewerten. Es geht darum, ein Grundbedürfnis zu decken. Es geht darum, Rückzugsraum, Schutzraum Erholungsraum, Lebensraum für jeden zu schaffen. Damit rücken andere, zusätzliche Qualitäten ins Zentrum.“

Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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