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Vorarlberger Landgeld für 80 Prozent aller Neubauten

23.01.2008

"Unser Weg eines nachhaltigen Wohnbaus mit hohen Qualitäts- und Umweltstandards hat sich als richtig erwiesen. Das Wichtigste ist aber, dass das Wohnen für die Menschen weiter leistbar bleibt." Das sagte Landesrat Manfred Rein anlässlich der Vorstellung der Wohnbauförderrichtlinien 2008 am 17. Jänner 2008 im Landhaus Vorarlberg.

Im letzten Jahr wurden mehr als 100 Millionen Euro an Förderung für rund 1.700 Neubauwohnungen und 1.400 Althaussanierungen zugesagt. Damit sind mehr als 80 Prozent aller Neubauten gefördert.

In den neuen Richtlinien wurde die Verdienstobergrenze, bis zu der man eine Förderung erhält, um 100 Euro angehoben, zudem werden Einkommen von Kindern bis zum Alter von 27 Jahren nur mehr zur Hälfte berücksichtigt, Lehrlingsentschädigungen überhaupt nicht mehr.

Mit dieser Verbesserung möchte die Landesregierung besonders die Familien unterstützen. Darüber hinaus wurde die Förderhöhe beim Öko 3-Standard (Passivhaus) um 30 Euro/Quadratmeter erhöht. Somit beträgt die finanzielle Unterstützung im Idealfall bis zu 1.150 Euro/Quadratmeter.

"Wer heute in einen hohen ökologischen Standard investiert, spart in Zukunft viel Geld", so Rein. Der Grund: Die laufenden Betriebskosten verursachen die weitaus größere finanzielle Belastung als die Baukosten eines Gebäudes. "Ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmeter aus den 70-er Jahren verbraucht im Schnitt 13 Liter Heizöl pro Quadratmeter im Jahr, ein moderner Neubau auf Öko 3-Niveau nur 1 bis 1,5 Liter. Rechnet man diesen Verbrauch auf Basis des heutigen Ölpreises für 40 Jahre hoch, erspart sich ein durchschnittlicher Haushalt mehr als 55.000 Euro - die weitere Verteuerung von fossilen Energieträgern noch gar nicht eingerechnet", erläuterte Rein.

Die starke Nachfrage nach der Solarförderung bestätigt den Trend zum ökologischen Wohnbau: 2007 hat das Land Vorarlberg rund 1.200 Solaranlagen gefördert. Die neuen Förderrichtlinien berücksichtigen zudem soziale Faktoren stärker. Wegen der steigenden Zahl älterer Menschen wurde das barrierefreie Bauen bei der Errichtung von Mehrwohnungshäusern in der neuen Wohnbauförderung verankert. Und um die knappen Ressourcen an Grund und Boden optimal an die Bedürfnisse der Menschen in Vorarlberg auszurichten, wird die Quartiersbetrachtung ab 25 Wohneinheiten, wie sie für die gemeinnützigen Bauträger schon seit 2007 gilt, ab 2008 auch bei privaten Bauträgern verlangt.

(Quelle: APA)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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