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Wachstumsinitiativen

18.02.2004

Eine aktuelle Wifo Studie hat ergeben, dass Investitionen in die Infrastruktur die Konjunktur am effizientesten beleben.

„Auch wenn sich in den letzten Wochen die Aussichten auf ein weltweite Erholung der Konjunktur wieder gebessert haben, sind allzu optimistische Erwartungen auf spürbare Wachstumsimpulse „von außen“ fehl am Platz: Hoffnungen auf einen unmittelbar spürbaren Europa-Effekt einer sich in den USA oder Japan abzeichnenden Konjunkturerholung sind nicht realistisch“, sagte der VIBÖ-Präsident GD DI Horst Pöchhacker anlässlich einer Podiumsdiskussion in Wien.

Eigene Kraft ist gefragt
Die flaue Konjukturentwicklung in Europa und in Österreich werde daher weiter anhalten, sofern es nicht gelingt, das Wirtschaftswachstum aus eigener Kraft nachhaltig zu stimulieren.
Das Österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) hat vor kurzem eine Studie erarbeitet, in der verschiedene wachstumsstimmulierende Maßnahmen hinsichtlich Effizienz und Inlandswirksamkeit untersucht wurden. Daraus geht hervor, das sich eine Ausweitung der öffentlichen Infrastruktur als wirkungsvollste Maßnahme der Konjunkturbelebung erweist.
Weitere Berechnungen, wonach das Wirtschaftswachstum 2003 (+0,75 % real) zu gut zwei Drittel auf die erfolgte Auswertung der Tiefbauinvestitionen bei Schiene und Straße zurückzuführen war, untermauern dieses Ergebnis. Die Schlussfolgerung des Wifo lautet daher: Ohne die Forcierung der Verkehrsinfrastruktur hätte es im Vorjahr so gut wie kein Wirtschaftswachstum gegeben.
Trotz der Erfolge der laufenden heimischen Verkehrsinfrastrukturoffensive werde die optimale Nutzung des vorhandenen nationalen Spielraums zur Wachstumsbelebung, so der Tenor der Vibö, von Manchen in Frage gestellt: „2004 müsse der Konjukturaufschwung „aus Europa“ kommen, aus eigner österreichischer Kraft werde es nicht mehr gehen, lautet das falsche wirtschaftspolitische Credo, das die hohe Inlandswirksamkeit von Infrastrukturinvestitonen negiert“, kritisierte Pöchhacker.
So wichtig zusätzliche Impulse durch Steuerreform, Forschungsförderung usw. auch sein mögen, ohne nachhaltige Investitionsimpulse der öffentlichen Hand im Bereich der Infrastruktur wären die angestrebten Wachstumsziele zumindest in absehbarer Zeit nicht zu erreichen.

Katalysator für private Folgeinvestitionen
Im Gegensatz zu den meisten anderen Zukunftsinvestitionen, die nur mittel- und langfristig wachstumsfördernde Effekte aufweisen können, würden Infrastrukturinvestitionen sowohl kurz- als auch langfristig wirken. Kurzfristig bringt die Errichtung der Infrastruktur aufgrund hoher Multiplikator- und Beschäftigungswirkung wertvolle Impulse für die Volkswirtschaft. Langfristig verbessert die Existenz einer modernen und leistungsfähigen Infrastruktur die Standortqualität und ist ein wichtiger Katalysator für private (Folge-) Investitionen.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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