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Nur kurzfristig anwendbar

Mehrwert für Mitarbeiter

Was halten sie von der Einführung des Zwölf-Stunden-Tages?

Als Geschäftsführer eines Familien­betriebs geht meiner Ansicht nach zumindest in der Baubranche die Diskussion am Arbeitnehmer vorbei. In den vergangenen Jahren hatten wir rege Diskussionen mit manchen Mitarbeitern, die mehr arbeiten wollten, aber aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht konnten. Und dies wurde weder durch den Arbeitgeber initiiert noch gewünscht. Denn aus meiner langjährigen Erfahrung und der Entwicklung unserer Branche weiß ich, dass es dem Menschen nicht zumutbar ist, über die jetzt gültigen Durchrechnungszeiträume hinweg zwölf Stunden am Tag zu arbeiten. Körperlich fordernde Arbeit, verbunden mit enormer Hitze, führt bereits in der Normalarbeitszeit zu Verschleißerscheinungen. Wir sind immer mehr mit Erschöpfungssymptomen konfrontiert, deren Hintergründe psychisch als auch physisch zu finden sind. Daher werden wir diese Möglichkeiten maximal kurzfristig ausschöpfen (Flexibilisierung = Vorteil), aber niemals zum System werden lassen. Ansonsten bekommen wir die Rechnung in Form von Mitarbeiterausfällen oder reduzierter ­Leistung präsentiert. Das will niemand!

Peter Ebster, Ebster Bau Ges.m.b.h.

Generell empfinde ich die neue gesetzliche Grundlage für einen Zwölf-Stunden-Tag in Form eines flächendeckenden Arbeitszeitmodells als sehr positiv. Für die ­Kirchdorfer-Gruppe ergeben sich daraus einige Vorteile, beispielsweise eine erhöhte Flexibilität bei unseren Großreparaturen durch die Möglichkeit der kurzfristigen Arbeitszeitausdehnung. Auch in den anderen Unternehmen kann auf eine erhöhte Auftragslage besser­ reagiert werden. Vor allem sehe ich aber in dieser Regelung einen Mehrwert für unsere Mitarbeiter. Persönliche Wochen­arbeits­zeiten können nun flexibler gestaltet werden, wobei der bürokratische Aufwand für den Arbeitgeber auf ein Minimum reduziert wird. Durch die Begrenzung der wöchentlichen Arbeitszeit bleibt sichergestellt, dass die Arbeitnehmer auch weiterhin eine gute Balance zwischen Arbeitszeit und Erholungszeit finden können. In Unternehmen mit durchgehendem Schichtbetrieb, beispielsweise in der Zement­produktion, ist die Einführung des Zwölf-Stunden-Tages für den laufenden Produktionsprozess jedoch unerheblich.

Erich Frommwald, Kirchdorfer Zementwerk

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