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Schwammige Vorgaben

Positive Entwicklung

Was halten Sie von der EU-Datenschutz-Grundverordnung?

Zwar ist der Ansatz gut und richtig,­ denn das Prinzip des Datenschutzes ist absolut zu begrüßen, vor allem wenn man die aktuellen Ausprägungen bei Social Media und dem sogenannten gläsernen Menschen betrachtet. Die Um­setzung der Idee über die DSGVO ist hingegen stark verbesserungs­würdig und ein Musterbeispiel für überbordende Bürokratie. Die Vorschriften gehen oft an der Umsetzbarkeit in der Realität vorbei, zumal die Judikatur zu einem großen Teil fehlt und nur schwammige Vorgaben zur Verfügung stehen. Die Unternehmen werden so zu Interpreta­tionen genötigt und müssen sich im rechtsunsicheren Raum bewegen. Verbunden mit einer hohen Strafan­drohung erhöht das die Risiken für die Unternehmen enorm. Es ist wichtig, dass man sich dem Thema mit einer gewissen Gelassenheit und einem gesunden Hausverstand nähert, um eine dem gemeinsamen Sinn entsprechende Lösung im Unternehmen umzusetzen.

Stefan GRaf, GF Leyrer+Graf Baugesellschaft m.b.H.

Der vertrauensvolle und verantwortungsbewusste Umgang mit personenbezogenen Daten sollte zentraler Bestandteil jeder Unternehmenskultur sein. Österreich hatte bereits in der Vergangenheit ein schärferes Datenschutz­gesetz als viele andere Mitgliedstaaten in der Europäischen Union. Ich sehe es durchaus positiv, dass mit der Datenschutzgrundverordnung die Regeln zur Verarbeitung personenbe­zogener Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen­ EU-weit vereinheitlicht werden. So wird einerseits der Schutz personenbezogener Daten innerhalb der Europäischen Union sichergestellt, andererseits kann der freie Datenverkehr innerhalb des europä­ischen Binnenmarkts gewährleistet werden. Der extrem hohe administrative Aufwand und die drakonischen Strafen, die mit der Datenschutzgrundverordnung einhergehen, sind jedoch nicht ganz nachvollziehbar.

KArl-Heinz strauss, CEO Porr

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