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Ehrliche Betriebe schützen

Längst überfällig

Was halten Sie von der Lockerung des Kumulationsprinzips?

Der größte Teil der KMUs in Österreich beschäftigt seine Fachkräfte nach den geltenden KV-Regelungen und Rechtsvorschriften und ist zu Recht stolz auf seine Mitarbeiter. Diese KMUs sind das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft, haben mit der herrschenden Bürokratie aber oft ihre Not. Grundsätzlich ist eine Entschärfung des Kumulationsprinzips zu begrüßen. Die Vorgehensweise „Beraten statt strafen“ bietet unseren Betrieben Unterstützung, um die vielen geltenden Vorschriften einzuhalten. Die Einschränkung des Kumulationsprinzips darf jedoch nicht dazu führen, dass dadurch Unternehmen, die sich bewusst gegen den geltenden Rechtsrahmen stellen, geschützt werden und für die Unternehmen, die sich an die Rechtsvorschriften halten, ein wirtschaftlicher Nachteil entsteht. Wie bei jeder Kontrolltätigkeit ist der jeweilige Einzelfall zu prüfen und zu bewerten. Schwarze Schafe wird es immer geben, und bei diesen sollte die Devise „Null Toleranz“ gelten.

Hermann Atzmüller, Bundesinnungsmeister Holzbau

Die Lockerung des Kumulationsprinzips ist nicht nur sinnvoll ,sondern auch überfällig! Die Auflagen und Vorschriften für Unternehmer nehmen seit Jahrzehnten zu, wir wissen schon nicht mehr, wo uns der Kopf steht, und dann soll auch noch ein- und dasselbe Vergehen mehrfach bestraft werden? Das Kumulationsprinzip ist nichts anderes als ein „Strafenturbo“ und es ist fair und richtig, dass dieser Turbo nicht mehr zündet.  Den Kritikern der geplanten Entschärfung des Kumulationsprinzips möchte ich nahelegen, sich die Praxis anzusehen. Da gibt es immer noch genug Vorschriften und Strafen, die jede Verhältnismäßigkeit vermissen lassen: hat ein Arbeiter auf der Baustelle seinen Helm nicht auf, kostet das 800 bis 5.000 Euro. Aber nicht er zahlt die Strafe – da kann ich ihn unterweisen und unterschreiben lassen, so viel ich will – ich als Arbeitgeber muss die Strafe zahlen. Zum Vergleich: Wenn derselbe Arbeiter ohne Helm mit dem Moped fährt, zahlt er 36 Euro. Tun wir bitte nicht so, als könnten die Unternehmer nunmehr tun und lassen, was sie wollen. Die bürokratischen Fesseln, die uns anliegen, sind immer noch da. Aber wenigstens passiert jetzt ein Schritt in die richtige Richtung.

Norbert Hartl, Landesinnungsmeister Bau Oö

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