Direkt zum Inhalt

Gerhard Egger (Präsident Mawev), Armin Egger (Messe Graz), Landesrat Karl Wilfing, Vizebürgermeister Franz Gunacker, Siegfried Erker (Projektleiter), Hermann Zotter (Messechef) eröffneten die 10. Mawev-Show in St.Pölten.

Wetter schlecht, Messe ausgezeichnet

27.03.2018

Über die Mawev-Show 2018 hörte man von den Ausstellern fast nur Positives, und auch die präsentierten Neuheiten konnten überzeugen.

Die alten Azteken hätten gesagt, Quetzalcoatl meinte es mit der Mawev-Show nicht gut. Die „leuchtende Schwanzfederschlange" – so die Übersetzung von ­Quetzalcoatl – war in der aztekischen Mythologie als Gott des Windes und des Himmels auch für das Wetter verantwortlich. Und das war während der viertägigen Mawev-Show in St. Pölten alles andere als prächtig: Es blies ein eiskalter Wind, es gab kaum Sonnenschein, dafür immer wieder Regen. Aber gestandene Bauleute sind an solche Unbilden gewöhnt, und deshalb konnte selbst das schlechte ­Wetter die Stimmung auf der österreichischen Baumaschinenmesse nicht trüben.

Die war nämlich tatsächlich prächtig. Während in den vergangen Jahren immer wieder Klagen über das Gelände, die Zahl und Qualität der Besucher, die Zufahrtsmöglichkeiten und einige andere Details zu hören waren, gab es diesmal fast ausnahmslos Lob für den Veranstalter und zufriedene Statements über den Messeverlauf: „Es war für uns die beste Mawev-Show aller Zeiten", sagte etwa Friedrich Mozelt, Geschäftsführer von Zeppelin Österreich. Selbst Stephan Kuhn, der sonst immer zu kritischen Worten bereit ist, meinte diesmal: „Die Messe war sehr gut besucht, ganz besonders hoch war die Qualität der Besucher."

Nicht nur geschaut, es wurde auch gekauft

Dabei waren eigentlich weniger Besucher auf das Gelände bei St. Pölten gekommen als bei der Mawev-Show 2015 in Enns, die mit 30.000 Besuchern den bisherigen Rekord hält. Diesmal waren es „nur" 26.000. Aber fürs Geschäft zählt Qualität statt Quantität. Die Besucher waren nicht nur zum Schauen gekommen. Über­raschend viele schlossen – großteils natürlich auf Basis von schon lange angebahnten Gesprächen – Kaufverträge ab, was sonst bei Baumaschinenmessen eher unüblich ist. „Wir hatten noch nie so viele Maschinen auf der Messe verkauft wie diesmal", berichtete Friedrich Mozelt. Der Verkauf lief laut Mozelt nicht nur bei den Cat-Maschinen gut, sondern auch bei jenen von Schäffer und Thwaites. Für Thomas Schmitz von Ascendum hat der Verkauf ebenfalls die Erwartungen deutlich übertroffen: „Es konnten mehr Neumaschinen als erwartet verkauft werden, auch zahlreiche M­ietverträge wurden unterzeichnet.

Digitalisierung am Vormarsch

Die drei Premiummarken waren auf der Mawev-Show unüber­sehbar präsent. Ihre großen Stände fanden sich direkt beim Haupteingang. Aufwendige Maschinenshows – bei Zeppelin war wieder der Fernsehmoderator und Komiker Harry Prünster im Einsatz – zogen das Publikum in ihren Bann. Ein großes und in dieser Breite aufbereitetes und auch neues Thema bei Cat, Komatsu und Volvo war die Digitalisierung. Dabei gab es viele interessante innovative Konzepte zu sehen. Zeppelin zeigte ergänzend zu den Maschinensteuerungen beispielsweise WEtrac, eine Telematiklösung für die handgeführte Bodenverdichtung, oder Airware, eine Drohnenlösung in Kombination mit Anzeige- und Analysesoftware für Gewinnungsbetriebe und Erdbaustellen.

Und nicht nur bei den Maschinen, auch bei der Präsentation kam digitale Technik zum Zug. Für die Mitglieder des Cat-­Fahrerclubs standen 3D-Brillen zur Verfügung, mit denen die den neuen Kettenbagger der Serie 300 virtuell fast im wahrsten Sinn des Wortes unter die Lupe genommen werden konnten. Details, die man ansehen wollten, mussten nur mit einem Blick fixiert werden, schon gab es in der Brille die Information dazu: „Das ist ein völlig neuer Zugang für die optische Präsentation von Produkten", meint Friedrich Mozelt. Ebenfalls wurde eine Spezialbrille mit Kamera gezeigt, mit deren Hilfe der Servicetechniker vor Ort einen Spezialisten irgendwo auf der Welt zur Unterstützung quasi über die Schulter schauen lassen kann. In Zukunft werden über solche Brille vermutlich synchron zum realen Bild Darstellungen und Videos eingespielt, die die Arbeitsschritte leicht verständlich vorzeigen.

Intelligent ab Werk

Komatsu hatte bereits bei der letzten Mawev-Show in Enns mit der intelligenten Maschinensteuerung aufgegeigt. Heuer wurden in St. Pölten Bagger und Planierraupe mit der neuesten Steuerungstechnik gezeigt. Bei Komatsu ist das 3D-Maschinensteuerungs­system ab Werk installiert. Integrierte GNSS-Antennen, Hydraulik­zylinder mit Hubwegsensoren, Steuerung über Touchscreen, wählbare Betriebsarten und Positionsbestimmung der Löffelkante in Echtzeit sind laut Stefan Kuhn die Highlights der Komatsu-Technik.

Außerdem zeigte Kuhn iDig, ein neuartiges Werkzeug zur ­Tiefenkontrolle von Baggern, mit dem Maschinen auch auf einfache Weise nachträglich „digitalisiert" werden können. Solar-
gestützte Sensoren, die an bewegliche Elemente geklebt werden und per Funk miteinander kommunizieren, machen das möglich. „Die intelligenten Maschinen waren die Highlights auf unserem Stand, die besonders große Aufmerksamkeit fanden", berichtet Stefan Kuhn. Aber auch der Hybridbagger und eine Powerscreenanlage, die symbolisch für das Thema Aufbereitung präsentiert wurde, interessierten viele Besucher.

Assistent gefragt

Bei Ascendum ging es ebenfalls um das Thema Maschinensteuerung. Und das unübersehbar: Die zentrale Botschaft war diesmal in riesigen Lettern auf die Zeltfront geschrieben: „Herzlich willkommen in der digitalisierten Volvo-Welt von Baumaschinen und Trucks: Lernen Sie unsere Volvo-Assist-Systeme kennen!" Die ­Technik fand viel Interesse bei den Besuchern, berichtet Geschäftsführer Thomas Schmitz: „Die Volvo-Assist-Systeme standen ebenso im Fokus unserer Kunden wie die Volvo-Simulatoren im Zeltinneren." Letztere wurden ebenfalls sehr gut angenommen: „Manchmal war unsere Zelthalle zum Bersten voll mit Besuchern", erzählt Schmitz.

Zero Emission

Auch bei Wacker Neuson stand Hightech im Mittelpunkt der ­Präsentation, die mit rot-weiß-rot lackierten Mulden und Hightech-Löffeln den Heimvorteil „made in Austria" besonders hervorheben sollte. Christian Chudoba, Geschäftsführer von Wacker Neuson Österreich, war mit der Messe ebenfalls äußerst zufrieden. „Die Qualität der Besucher war sehr gut, und wir konnten ausgezeichnete Gespräche führen. Für uns war die Mawev-Show ein voller Erfolg", resümierte er. Ein Highlight bei Wacker Neuson war die Zero-Emission-Serie. Sie umfasst aktuell eine Vibrationsplatte, zwei Akkustampfer, einen Dual-Power-Bagger, einen elektrisch betriebenen Kettendumper sowie den allrad­gelenkten Elektroradlader von Kramer. „Unser Ziel ist es, in absehbarer Zeit in jeder Hauptproduktgruppe eine echte Alternative als emissionsfreie Lösung anzubieten und die Zero-Emission-Linie von Wacker Neuson damit konsequent weiterauszubauen", erzählte Christian Chudoba. Auf der Mawev-Show erlebten die Besucher, dass die strombetriebenen Maschinen von der Leistung her durchaus mit konventionellen Geräten vergleichbar sind, im Gegensatz dazu aber minimalen Wartungsaufwand benötigen, emissionsfrei sowie geräuscharm arbeiten. Die akkubetriebenen Stampfer und die Vibrationsplatte halten mit einem vollgeladenen Akku einen durchschnittlichen Arbeitstag, sagte Chudoba. Bei der Lebensdauer des Akkus selbst spielen viele Faktoren – mechanischer Verschleiß, zeitliche Alterung, die Anzahl der (Teil-)Ladezyklen und einiges mehr – eine Rolle. „Unter üblichen Baustellenbedingungen verfügen unsere Akkus auch nach über vier Jahren noch über volle Ladekapazität", versichert Christian Chudoba.

Vollsortiment an Erdbewegern

Zufrieden zeigte man sich mit der Mawev-Show auch bei CNH: „Es gab großen Zuspruch und großes Interesse, besonders hervorzuheben ist die Qualität der Besucher", meinte Ralf Groenboldt, für das Produktmarketing der Case-Baumaschinen in der D-A-CH-Region verantwortlich. Case zeigte einen Querschnitt durch sein aktuelles Maschinenprogramm vom kompakten Minibagger über die neue Raupenbagger der D-Serie bis zum schweren Rad­lader. Anlässlich des 60-Jahr-Jubiläums der Case-Radlader-Produkte wurde als ein Highlight der schwere Radlader der neuen G-Serie am Stand präsentiert. Viel Zuspruch vor allem bei den Fahrern fand der Case-Rodeo-Wettbewerb mit rund 200 Teilnehmern.

Case sehe sich, so erzählte Ralf Groenboldt in St. Pölten, als Vollsortimenter im Bereich Erdbewegung: „Wir haben in diesem Bereich von 1,5 Tonnen bis 80 Tonnen alles im Programm vom Bagger über Radlader bis zu Grader und Planierraupe, wobei
Letztere besondere Stärken sind." Case ist in der heutigen Konstel­lation erst seit 2014 in Österreich präsent und hat derzeit in den meisten Maschinengruppen noch einen relativ kleinen Marktanteil. Dieser soll aber kontinuierlich und mit Geduld ausgebaut werden: „Vertrauen muss man sich erwerben, und daran arbeiten wir", sagte Groenboldt dazu.

Messeneuling

Erstmals auf der Mawev-Show vertreten war der japanische ­Kompaktmaschinenhersteller Kubota. Jörg Flieger, Gebiets­verkaufsleiter Österreich, zog über die Premiere ebenfalls erfolgreich Bilanz: „Wir sind sehr zufrieden, wir haben guten Kunden­zuspruch erhalten und einige Maschinen auf der Messe verkauft", sagt er. Man habe gute Gespräche geführt und viele Entscheider getroffen. Kubota zeigt gemeinsam mit seinen Fachhändlern eine breite Produktpalette aus Standard- und Kurzheckbaggern, Rad­ladern und Kettendumpern. Als Neuheit wurde der Kurzheck­bagger U36-4 präsentiert, „er kam bei den Kunden sehr gut an", erläuterte Flieger. Sehr positiv wirkt sich auch die neue Vertriebsform von Kubota aus, sie war laut Flieger „elementar wichtig", um die Präsenz am österreichischen Markt zu steigern und bestes Service bieten zu können.

Mobile Räume

Neben Baumaschinenanbietern und -vermietern waren in St. Pölten aber auch andere Unternehmen vertreten. Containex zeigt etwa auf der Mawev-Show die Möglichkeiten mobiler Raumlösungen. Da gab es ebenfalls Informatives und Interessantes zu sehen wie verglaste Container, die jetzt auch am Bau Verwendung finden – bei der Errichtung von exklusiven Hochbauimmobilien etwa als Loge für Investoren und künftige Mieter, die von dort aus in gediegener Atmosphäre und vor Lärm und Wetter geschützt das Baugeschehen beobachten können. Eine Stärke von Containex sei, so erläutert der stellvertretende Verkaufsdirektor Markus Mayer, die Produktion in Europa, außerdem biete man den Kunden neben der breiten Palette umfangreiches Service und setze auf Green Technology. Eigentlich wollte Containex mit der Präsenz auf der Mawev-Show nur Flagge zeigen. Aber es kam anders: „Der Zulauf hat uns überrascht. Alle namhaften Kunden und viele Interessenten besuchten uns und führten ausführliche Gespräche mit uns", berichtet Mayer. Die Mawev-Show 2018 war offensichtlich wirklich eine Erfolgsmesse. Trotz des großteils miesen Wetters.

Mawev-Show 2018: Das war die Messe!

Mawev-Show 2018: Die Highlights der Aussteller

Mawev-Show 2018: Die Herausforderungen

Autor/in:
Wolfgang Pozsogar
Werbung

Weiterführende Themen

Die RD3-Fernüberwachung der neuen Excellence Line erlaubt es, die Hämmer in Google Maps zu überwachen.
Aktuelles
04.01.2019

Das Jubiläum feiert Rammer, ein Teil des Sandvik Konzerns, mit der Einführung der aktualisierten Excellence Line und dem Start des Telematiksystems.

Aktuelles
18.09.2018

Ein automatisierter Fahrlader von Sandvik beweist Präszision im Glaslabyrinth. 

Stephan Bothen löst Friedrich Mozelt als Geschäftsführer bei Zeppelin Österreich ab.
Aktuelles
09.08.2018

Friedrich Mozelts Nachfolger kommt aus den eigenen Reihen des Konzerns. 

Mit dem neu entwickelten Kabelpflug von MPH und Schönhofer können Kabel ohne Gräben in den Boden verlegt werden.
Aktuelles
06.08.2018

Ein innovativer Kabelpflug ermöglicht die direkte Verlegung von Glasfaserkabeln ohne aufwändige Grabungsarbeiten.

Aktuelles
03.07.2018

Vom 16. bis 21.Juni demonstrierte Wacker Neuson, was im Bereich der Maschinentechnik heute schon alles möglich ist und was in Zukunft sein kann.

Werbung