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Wien: Werkbundsiedlung wird revitalisiert

18.08.2011

Baustart für ein weiteres Sanierungs-Großprojekt: Die 48 Gemeindesiedlungshäuser der Wiener Werkbundsiedlung werden revitalisiert, die Gesamtkosten belaufen sich auf zehn Millionen Euro. Im Zuge des ersten Bauabschnitts beginnen die Sanierungsarbeiten bei drei leer stehenden und einem bewohnten Haus.

Die insgesamt 48 Gemeindesiedlungshäuser der Wiener Werkbundsiedlung werden in den kommenden Jahren in mehreren Bauabschnitten mit einem Gesamtaufwand von zehn Millionen Euro gefördert revitalisiert.

Nun erfolgte der Baustart für den ersten Sanierungsabschnitt, der vier Häuser – in der Woinovichgasse 16, 18 und 20 sowie der Veitingergasse 85 – umfasst. Dabei wird –  unter sorgfältiger Einhaltung der Auflagen des Denkmalschutzes – neben einer deutlichen Steigerung des Wohnkomforts auch eine beachtliche Reduktion des Heizwärmebedarfs der Häuser erzielt werden.

"Die Gesamtkosten für die Revitalisierung der ersten vier Häuser betragen rund 1,3 Millionen Euro, rund 580.000 Euro schießt die Stadt Wien in Form von Fördermitteln zu", erklärte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, der betonte, dass der nachhaltige Effekt der umfassenden Sanierungsarbeiten auch durch eine erhebliche Verbesserung der Energieeffizienz der Bauten untermauert werde.

"Bei den Häusern des Architekten Gerrit Rietveld in der Woinovichgasse 16-20 wird sogar eine jährliche Einsparung von 95,4 Kilowattstunden pro Quadratmeter erzielt werden."

Aufgrund der extrem aufwändigen Anforderungen – für jedes Haus müssen in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und in Abstimmung mit den Mieterinnen und Mietern individuelle und maßgetreue Detaillösungen erarbeitet werden – wird die Werkbundsiedlung in Etappen saniert.

"Erneuerungsbedürftige Teile der Häuser – beispielsweise auch jedes einzelne Fenster bis hin zu den Scharnieren – müssen in Handarbeit hergestellt werden", skizzierte der Wiener Wohnbaustadtrat die anspruchsvolle Aufgabenstellung.

"Der Abschluss der ersten Sanierungsetappe ist für Sommer 2012 geplant. Für den zweiten Sanierungsabschnitt laufen bereits intensive Vorarbeiten, der Beginn der Arbeiten wird voraussichtlich im 2. Quartal 2012 erfolgen", informierte Ludwig über die nächsten Schritte.

Mieten reichen als Finanzierung nicht aus

Die Gesamtsanierungskosten können bei weitem nicht aus der Mietzinsrücklage gedeckt werden, da die jährlichen Mieteinnahmen nicht mehr als rund 60.000 Euro – die durchschnittliche Nettomiete beträgt 1,50 Euro/m2 – ausmachen. Die Kosten für die Revitalisierung der 48 Gemeindesiedlungshäuser – rund 10 Millionen Euro – werden daher, um die MieterInnen möglichst wenig zu belasten, größtenteils aus dem Zentralbudget von Wiener Wohnen und durch Fördermittel der Stadt Wien im Ausmaß von rund 7 Millionen – finanziert. Zusätzlich fördert das Bundesdenkmalamt die Sanierung mit rund 40.000 Euro.

Für die Abwicklung der Sanierung zeichnet seit vergangenem Herbst die eigens gegründete Gesellschaft WISEG – Wiener Substanzerhaltungsges.m.b.H & Co KG – verantwortlich.

Geschichte der Werkbundbundsiedlung Wien

Die Werkbundsiedlung im 13. Bezirk entstand in den Jahren 1930 bis 1932 unter der Leitung des bekannten Architekten Josef Frank und wurde insgesamt von 32 namhaften ArchitektInnen der Moderne entworfen. Sie gilt heute als eines der bedeutenden Beispiele der modernen Architektur.

Die Siedlung wurde aus 33 Haustypen errichtet: 22 Reihenhaustypen, sieben Typen mit gekuppelter Verbauung, drei Einzelhaustypen und einer Sondertype. Von der Heimbauhilfsaktion der Gemeinde Wien, die die Errichtung finanzierte, waren die Häuser zum Kauf in Baurecht bestimmt.

Es konnten jedoch nur 14 Häuser verkauft werden. 1939 übernahm die Gemeinde Wien die verbliebenen Häuser in ihre Verwaltung und vermietete sie. 22 Häuser befinden sich in Privatbesitz, 48 Objekte im Eigentum der Stadt Wien – Wiener Wohnen. Bei letzteren bleiben die Mietverträge aufrecht. (pm)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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