Direkt zum Inhalt

Wienerberger: Fokussieren, nicht verzetteln

23.04.2018

Weniger Marken, mehr Digitalisierung – wie sich die Wienerberger ­Ziegelindustrie für die Zukunft rüstet.

Seit Februar 2018 steht mit Mike Bucher ein neuer Geschäftsführer am Steuer der Wienerberger Ziegelindustrie.

Bei Wienerberger bleibt momentan kein Ziegel auf dem anderen. Im vergangenen Jahr startete die organisatorische Integration der Tochterfirma Tondach, Anfang 2018 wurden die Produktions­standorte in Rotenturm und Fürstenfeld aufgelassen, das Kärntner Ziegelwerk Brenner wurde gekauft, und seit Februar steht bei der Wienerberger Ziegelindustrie mit Mike Bucher nun auch ein neuer Geschäftsführer am Steuer. Die Weichen für die Zukunft sind damit gestellt.

Die Schließung von zwei Werken ist vermutlich nicht der angenehmste Start als neuer Geschäftsführer ...

Mike Bucher: Natürlich nicht, auch wenn der Beschluss bereits vor meinem Start gefallen ist. Die beiden Werke liefen schon länger auf Sparflamme, da dort Produkte hergestellt wurden, die für den heimischen Markt nicht mehr up to date sind. Zudem ging in Rotenturm der Rohstoff langsam zur Neige. Die Auflassung der Werke war daher schon länger­ absehbar. Auch wenn Maßnahmen wie diese nie erfreulich sind, konnten wir immerhin die Hälfte der Belegschaft – circa zehn Mitarbeiter – an anderen Standorten unterbringen.

Ist die Rohstoffproblematik in den nächsten Jahren auch an anderen Standorten ein Thema?

Bucher: Gott sei Dank nicht. Zudem haben wir mit 11. Jänner 2018 das Brenner-Werk übernommen, wodurch wir zusätzliche Kapazitäten im Süden Österreichs erreichen. Die Rohstoffe sind für Jahrzehnte gesichert. 

Laut Konjunkturerhebung des Fachverbands Steine und Keramik musste die Ziegelindustrie 2017 ein Minus von 1,21 Prozent einstecken. Woran liegt es, dass die Ziegelhersteller nicht von der boomenden Konjunktur profitieren? 

Bucher: Im Wandbereich profitieren wir definitiv auch von der Konjunktur. Zudem gibt es einen zusätzlichen Trend hin zum Ziegel­ und zur mono­lithischen Bauweise, was uns natürlich entgegenkommt. Das Minus kommt aus dem Steildachmarkt, der im Jahr 2017 insgesamt um fünf Prozent rückläufig war. Mit Tondach als Marktführer können wir uns diesem Negativtrend leider nicht ganz entziehen. Ich befürchte, dass diese Entwicklung auch noch dieses Jahr anhalten wird. Im Wandbereich stimmen mich die Prognosen noch bis 2019 optimistisch.

Welche Strategie der Ziegelkonzern im Bereich Mengenwachstum verfolgt, ob es küftig auch in Österreich einen Online-Shop geben wird und welchen Weg das Unternehmen bei der Schnittstellenproblematik von BIM einschlägt, lesen Sie in unserem PLUS-Bereich. 

Autor/in:
Sonja Meßner
Werbung

Weiterführende Themen

Recht
23.09.2020

Bankgarantien als Sicherstellung sind in der Baubranche gang und gäbe. Alternativen dazu ­bieten mittlerweile auch Versicherungen.

Recht
21.09.2020

Unzuverlässigen Unternehmern droht nach dem Bundesvergabegesetz 2018 (BVergG) eine jahrelange Vergabesperre.

Recht
21.09.2020

Es obliegt dem Kläger, einen behaupteten Mangel zu beweisen. Gemäß § 924 ABGB leistet der Übergeber nur für Mängel Gewähr, die bei der Übergabe vorhanden sind. 

Normen
21.09.2020

Die neue ÖNorm EN 17333 „Charakterisierung von Einkomponentenschäumen“ ist im Frühsommer dieses Jahres erschienen und soll durch einheitliche Prüfverfahren Qualität sichern.

Recht
21.09.2020

Subunternehmen versuchen oftmals bei erlittenem Schaden den Bauherrn dafür verantwortlich zu machen. Der OGH hat nun einen solchen Versuch zurückgewiesen.

Werbung