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Wissensvorsprung für ein Jahr

19.03.2004

Vom 9. bis 12. März 2004 in Cannes mit dabei waren 81 heimische Unternehmen aus der Bau- und Immobilienwirtschaft.

Vom 9. bis 12. März 2004 öffnete die Mipim – die größte internationale Immobilienmesse in Cannes/Frankreich – wieder ihre Pforten. Mit dabei waren 81 heimische Unternehmen aus der Bau- und Immobilienwirtschaft. Die Messe ist die Plattform für das Who-is-who der Branche wie auch zentraler Treffpunkt für Vorstände, Konzernleitungen und Adabeis – denn die Mipim ist die Kontaktdrehscheibe für potentielle Partner und Aufträge und verschafft den Anwesenden das gewisse Etwas an Jahresvorsprung an Information.
Die Mipim ist branchenintern die wichtigste internationale Messe für die Bau- und Immobilienwirtschaft. Kontakte werden geknüpft, Projekte präsentiert, aber auch ein Überblick über den internationalen Investmentmarkt wird geboten. Vor allem die Bauwirtschaft erfährt vor Ort, wo welche Bauvorhaben geplant sind, in welche Projekte investiert wird, aktuelle Trends von Projektentwicklern. Allein die internationale Schau der Immobiliendeveloper gibt einen guten Überblick über die Entwicklung wie auch das internationale Auftragsvolumen der Bau- und Immobilienwirtschaft.
Neben der ebenso jährlich in München stattfindenden Exporeal ist die Mipim international führend – die zahlreiche Teilnahme seitens der Aussteller wie auch die Zahl der Besucher, die jährlich nach Cannes pilgern, untermauert dies. Immerhin: 2003 kamen 14.276 Gäste nach Cannes und informierten sich bei den 5253 Ausstellern aus über 60 verschiedenen Ländern. Heuer zählte man über 15.000 Besucher.
Aus Österreich stellten 25 Unternehmen, vereinigt auf dem Österreichstand, aus. Zudem präsentieren sich auch einige heimische Unternehmen wie z. B. die Porr auf der Mipim. Martin Huber, Vorstand Porr: „Für uns als Konzern ist die Mipim-Präsenz vor allem für die künftige Markterschließung in den Osten sehr wichtig. Auf der Messe geht es nicht um konkrete Bauaufträge, sondern um Kontakte mit der internationalen Immobilienentwicklung. Denn vor jedem Bauauftrag steht die Entwicklung von hochqualitativen Immobilien. Deshalb sind wir als Bauunternehmen mit unserer Tochter UBM vor Ort. Als sehr wichtig für die Bauwirtschaft ist aber auch die einmalige Gelegenheit auf der Mipim, einen Marktüberblick über das zukünftige Auftragsvolumen innerhalb der Bauwirtschaft zu bekommen.“ Geschäfte werden in der Regel keine auf der Messe abgeschlossen – aber angebahnt. Kontakte, Netzwerke werden gepflegt und intensiviert. Die UBM, Immobilienentwicklung der Porr, präsentierte sich mit folgenden Projekten: Andel-City und Hotel Le Palais in Prag, Disney Hotel in Paris, Büro- und Hotelgebäude Leuchtenbergring in München und dem Hotel Intercontinental in Warschau (ICW).
Das Österreich-Standkonzept stammte von den österreichischen L.O.V.E.-Architekten. Das diesjährige Motto lautete „Get EUnected – Come to Austria“ – gemeinsames Ziel war es, den Wirtschaftsstandort Österreich international noch bekannter zu machen. Die Vienna Region präsentierte sich als interessanter Technologiestandort im Zentrum Mitteleuropas. Mit der EU-Erweiterung eröffnen sich zahlreiche neue Chancen „vor der Haustür“. Erfolgreich vermarktete Projekte der vergangenen Wochen wie zum Beispiel Office Campus Gasometer, der von Europa Fund gemeinsam mit Credo entwickelt wurde und erfolgreich an eine Tochter der GPA verkauft wurde.
Die Immofinanz, Österreichs größte Immobiliengesellschaft, war wieder auf der Mipim; Karl Petrikovic dazu: „Die Mipim ist die beste Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, Gespräche mit Developern, Investoren wie auch Banken zu führen. Für uns ist es nicht wichtig, mit Projekten vor Ort präsent zu sein, sondern die Vielfältigkeit an Gesprächspartnern und die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, zu nutzen.“

Brücke zu neuen Märkten
Der Zeitpunkt für eine starke Präsentation Österreichs geballter Bau- und Immobilienkraft war gut gewählt – denn bereits in Voraussicht auf die am 1. Mai in Kraft tretende EU-Erweiterung arbeitete Österreich an seinem Image als der Wirtschaftsstandort Zentraleuropas. Vor allem die Vienna Region konnte sich für viele Unternehmen als Brücke zu den Reformstaaten etablieren. „Das Motto – Get EUnected – trifft zugleich auch auf alle unsere Mitaussteller zu“, erläutert Birgit Oberwalder, Organisatorin des Österreich-Standes auf der Mipim. „Erstmals ist es uns gelungen, die Spitzenvertreter der Branche an einen Tisch zu bringen. Mit dem kreativen Standkonzept ´via.austria´ fanden sie eine gemeinsame Plattform für die eindrucksvolle Präsentation ihrer eigenen Projekte und Dienstleistungen gebündelt mit den Stärken und Vorteilen des Standortes Österreich im erweiterten Europa.“
Nicht nur die (verkehrs-) infrastrukturellen, sondern auch die wirtschaftlichen und technologischen Vorteile des Standortes Österreich erweisen sich als Wettbewerbsvorsprung. Die am Österreich-Stand vertretenen Unternehmen verfügen über ernorme Immobilien-Portfolios, Netzwerke und Projekt- und Dienstleistungsangebote – auch in Osteuropa.
Walter Business-Park, der größte private Business-Park der „Vienna Region“ präsentierte sich ebenso auf der Mipim. Walter Business-Park projektiert, plant und realisiert alle Bauobjekte in optimaler Lage im Industriezentrum Niederösterreich-Süd, Wiener Neudorf. Geboten werden eine Kombination von Büros – ab 130 m2 – und Lagerflächen – ab 280 m2 – zur langfristigen Anmietung. Seit 1989 wurden sechs Baustufen mit einer Gesamtmietfläche von mehr als 50.000 m2 errichtet. Ausreichende Grundreserven ermöglichen eine Projektexpansion auf 98.000 m2 Mietfläche.

Wien als Drehscheibe
Die Vienna Region ist die treibende Kraft im Entstehen eines grenzenlosen Wirtschaftsraumes. „CENTROPE“ ist eine wirtschaftliche wie kulturelle Allianz zwischen Wien, Niederösterreich und Burgenland, gemeinsam mit den angrenzenden Regionen Tschechiens, der Slowakei und Ungarns. Die Vienna Region bietet Investoren Sicherheit und Lebensqualität, hohe Produktivität, ausgezeichnete Verkehrsinfrastruktur und garantiert Know-how in der Bearbeitung dieser neuen Märkte. Für die Universale International GmbH, ebenfalls auf der Mipim vertreten, ist das direkte Kontakteknüpfen mit internationalen Investoren der große Vorteil der Messe. Herbert Scheickl, Geschäftsführer Universale International GmbH: „Wir als klassischer Projektentwickler präsentierten uns vor Ort mit Projekten aus der Vienna Region, im Süden von Wien: Vösendorf, Guntramsdorf, Baden, Sollenau. Unsere Projekte reichen von Büro- bis zu Gewerbebauten und auch Wohnbauten.“ Eines der soeben gestarteten Projekte ist das von Architekt Hermann Czech geplante Messehotel Wien. Dafür gibt’s bereits einen Betreiber – die Fertigstellung ist für 2005 geplant. Ein Investor wird noch gesucht. „Wir zeigten auf der Mipim auch unsere internationale Tätigkeit mit zwei Klasse-A-Standard-Bürobauten mit je rund 24.000 m2 Nettonutzfläche, in Budapest und Warschau.“
Den Strukturwandel der Region untermauert auch die neu erworbene Kompetenz der Vienna Region als High-Tech- und Wissenschaftsstandort – wie auch die Ansiedlung nationaler und internationaler Unternehmen zeigt. Die Europäische Kommission zeichnete die Vienna Region mit dem „Award of Excellence for Innovative Regions“ aus. Eco Plus und die Vienna Business Agency unterstützen den Ausbau von technologischen Zentren. Um die Weiterentwicklung und nachhaltige Positionierung als Biotechstandort zu forcieren, wurde die Arbeitsgemeinschaft Life Science Austria (LISA) Vienna Region gegründet. LISA Vienna Region bietet Unternehmen und WissenschaftlerInnen umfassende Beratung und Unterstützung für alle Fragen zum Thema Life Sciences.
Die BIG präsentierte sich erstmals auf der Mipim mit aktuellen Projekten wie z. B. dem Eurogate auf den Aspanggründen in Wien und dem Karree St. Marx. Die BIG sucht für beide Projekte Mieter, Käufer, Investoren. Christoph Stadlhuber, einer der Geschäftsführer der BIG, ist der Mipim-Auftritt der BIG ein Muss: „Für internationale Kontakte sowohl für die Nutzer- und Investorensuche ist die größte internationale Messe für uns unverzichtbar.“ Stadlhuber betont den Vorteil für die Bauwirtschaft, in Cannes einen Überblick über das Auftragsvolumen der kommenden Jahre zu bekommen, Trends mit welchen Schwerpunkten investiert wird, gibt’s am geballtesten auf solchen Messen. „Wir informierten als potentielle Auftraggeber für die Bauwirtschaft über unsere Tätigkeitsfelder. Immerhin: Für 2004 haben wir im Neubau und in der Generalsanierung ein Investitionsvolumen von 180 Millionen Euro, in der Instandhaltung 130 Millionen Euro“, erklärt Stadlhuber.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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