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Wohlige Wärme für kalte Tage

30.10.2017

Baustellenheizungen sind ein Garant dafür, dass auch in der harten Winterzeit an wichtigen Bauprojekten weitergearbeitet werden kann.

Mit seinen milden Temperaturen ließ der Oktober heuer auch hierzulande die Atmosphäre des kanadischen „Indian Summer“ aufkommen: trockenes, warmes Wetter, dazu ein strahlend blauer Himmel, der im faszinierenden Kontrast zu den herbstlich buntgefärbten Blättern steht. Aber der milde Herbst kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in einigen Wochen unweigerlich bitterkalt wird. Und dann dürfte es bei den Anbietern von Baustellenheizungen so zugehen wie beim Reifenhandel. Dort möchte jeder am Tag des ersten Schneefalls seine Winterreifen montiert haben, hier wünscht jeder eine Heizung für die Baustelle: „Es ist und bleibt ein Stoßgeschäft, nach der ersten Nacht mit richtigem Frost klingeln bei uns die Telefone ohne Unterbrechung. Alle wollen Baustellenheizungen“, berichtet Burkhard Winterfeld, Geschäftsführer von HKL Baumaschinen. Unangenehm ist den Vermietern die Hektik dieser Tage keineswegs. Baustellenheizungen sind für sie ein wichtiger Umsatzbringer. HKL etwa hat Elektro-, Gas- und Ölheizungen mit Leistungen von 3 kW bis zu 150 kW und sämtliches Zubehör vom Stromkabel bis zum Heizungsschlauch im Programm. Das Angebot reicht vom kleinen Elektroheißluftgebläse bis zur großen Heißluftturbine, einem ölbetriebenen vollautomatischen Warmlufterzeuger mit Wärmetauscher und hohem Wirkungsgrad. Gefragt sind im Winter außerdem Kondenstrockner. „Der Kunde kann diese Geräte bei uns nicht nur mieten, sondern im HKL-Baushop auch kaufen“, erzählt Winterfeld.

Keine Engpässe zu erwarten

Die ersten Frosttage werden, da gibt sich der HKL-Geschäftsführer zuversichtlich, nicht zu Engpässen führen: „Wir sind natürlich darauf vorbereitet, auch die Hersteller stellen sich darauf ein, die Lager sind voll.“ Bei Vermietern wie HKL werden die Heizgeräte meist von gutinformierten Kunden gemietet oder gekauft, die keinen großen Beratungsbedarf haben. „Die Kunden kennen unser Angebot aus dem Internet und wählen meistens schon dort das Gerät entsprechend ihrem Bedarf aus.“ Bei größeren Anlagen werden von HKL aber auch Heizlastberechnungen durchgeführt, damit die Geräte optimal auf den Bedarf abgestimmt sind. Während HKL seine Wärmespender zur Miete und zum Kauf anbietet, setzt Cramo, einer der größten Bauequipment-Vermieter in Europa, ausschließlich auf Miete. Das Unternehmen führt im Mietprogramm Geräte mit 20, 50, 70, 110 oder 150 Kilowatt Heizleistung, erzählt Österreich-Geschäftsführer Christian Heigl: „Damit können wir effektive und ökonomische Lösungen bieten.“ Als wichtigstes Gerät nennt er den ölbetriebenen vollautomatischen Warmlufterzeuger mit Wärmetauscher Wilms BV 385 mit 110 kW Heizleistung: „Hier haben wir sehr gute Erfahrungen mit dem sparsamen und störungsarmen Betrieb auf großen Baustellen, wo mehrere Geräte parallel laufen“, erläutert Heigl. Ein Vorteil einer Kombination sei auch, erzählt er weiter, dass selbst bei Ausfall oder Wartung eines Geräts ein uneingeschränkter Betrieb weiterhin gewährleistet ist.

Hochflexible Branche

Er rechne nicht mit einem „Winterreifen-Verhalten“ bei der Bestellung der Baustellenheizung: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Kunden im Bereich der Heizungen vorausplanen, weil im Innenausbau immer mehr Wert auf Qualität gelegt wird und die Temperierung eine wichtige Rolle bei der richtigen Verarbeitung moderner Baumaterialien spielt.“ Einem eventuellem Ansturm sieht er ebenfalls gelassen entgegen: „Grundsätzlich können wir auf Kundenanfragen sehr flexibel reagieren. Cramo Österreich hält eine Vielzahl an Heizgeräten vor. Durch die internationale Vernetzung der Cramo-Gruppe ist es uns auch möglich, auf erhöhten Bedarf zeitnah zu reagieren.“

Die von den Vermietern angebotenen Lösungen sind luftgeführte Heizungen. Sie erwärmen Luft direkt im Rohbau, meist aber außerhalb, und blasen sie dann über Schläuche in die zu beheizenden Räume. Ein Vorteil dieser Lösung: Die Beheizung einer Baustelle ist relativ schnell aufgestellt. Nicht ganz so schnell, aber meist weit schneller, als man glauben würde, braucht es für die Montage wasserbasierter Heizungen, die mehrere darauf spezialisierte Unternehmen anbieten. Sie arbeiten im Prinzip wie die klassische Zentralheizung. Heizkessel, entweder mobil auf Rädern oder im Container, erwärmen Wasser, das über ein oder zwei Zoll starke Leitungen zu Lufterhitzern im Rohbau geleitet wird. Diese – vereinfacht könnte man sie als Radiator mit Ventilator bezeichnen – geben die Wärme an den zu beheizenden Bereich ab, das kühle Wasser fließt wieder zurück zum Heizkessel.

Im Gegensatz zur luftbasierten Heizung, die kalte Außenluft erwärmt und in den Rohbau bläst, wird bei diesem System die Luft im Raum aufgeheizt. Der Vorteil: Mit steigenden Raumtemperaturen sinkt der Heizenergiebedarf. Und das gewaltig: „Wir können bei diesem System im Vergleich zu luftbasierten Heizungen Energieeinsparungen von 50 bis 60 Prozent erzielen“, behauptet Georg Patay, seit Anfang des vorigen Monats Geschäftsführer von Hotmobil. Außerdem lässt sich die Wärmeabgabe über die Lufterhitzer sehr präzis regeln: „Wir sind in der Lage, beispielsweise in einem Bereich sieben Grad, in einem anderen 14 Grad zu halten.“ Gegenüber Heizkanonen, die vor Ort die Luft aufheizen, böte die Warmwassertechnik den Vorteil, dass keinerlei bedenklichen Abgase entstehen, meint Patay weiter. Seine Bilanz: „Die Montagekosten sind bei der Warmwasserheizung höher, aber in Summe rechnet sich diese Lösung in den meisten Fällen aufgrund der niedrigeren Energiekosten.“ Die warmwasserbasierten Heizgeräte gibt es für Öl, Gas, Strom und Pellets. „Welcher Energieträger gewählt wird, hängt von der bauseitigen Infrastruktur ab“, berichtet Patay. Bei Öl und Pellets spielen etwa Zufahrts- und Lagermöglichkeiten eine Rolle. Verschiedene Lösungen bieten sich auch bei den Heizgeräten selbst. Hotmobil hat – nomen est omen – neben Heizgeräten im Container auch mobile Lösungen auf Rädern im Programm. Einige Ausführungen dieser Hotmobile können an den Kleintransporter oder den Kombi angehängt werden. „Wochenend- und Nachtfahrverbote fallen damit weg, wir können die Kunden rund um die Uhr bedienen“, erläutert Patay.

Hotmobil ist, wie Patay betont, ein rein österreichisches Familienunternehmen, das bereits 2002 von Johann Linsberger gemeinsam mit seiner Frau und zwei Partnern gegründet wurde. Die Geräte werden vermietet und verkauft. Ein direkter Wettbewerber im Bereich der wassergeführten Heizanlagen ist seit Anfang dieses Monats mit einer Tochterfirma am österreichischen Markt: Mobiheat. Markus Kroißl und Clemens Planitzer, zwei erfahrene Mitarbeiter aus dem Bereich der mobilen Energieversorgung, leiten das Unternehmen. Mobiheat mit Hauptsitz im bayerischen Friedberg fertigt, vertreibt und vermietet seit 2004 sofort anschlussfertige mobile Heizzentralen im Heizmobil oder Heizcontainer.

Rund um die Uhr serviciert

Clemens Planitzer betont ebenfalls den Vorteil wasserbasierter Systeme: „Der Aufwand ist bei der Montage höher, aber im Betrieb wird sehr, sehr viel Energie eingespart.“ Wie Patay streicht auch Planitzer die Bedeutung einer guten Beratung bei diesem Heizsystem hervor: „Bei großen Baustellen machen wir vorab eine Besichtigung, um eine maßgeschneiderte Lösung liefern zu können.“ Auf Wunsch wird ein All-inclusive-Paket geboten, das von der Fernüberwachung der Heizanlage bis zur Organisation des Nachtankens erreicht. Damit bei heiklen Aufgaben ein zuverlässiger Betrieb gewährleistet ist, sendet das Heizgerät auf Wunsch im Falle einer Störung an eine vorher festgelegte Telefonnummer eine SMS. „Der Kunde kann dann die Anlage vor Ort überprüfen und eine Störung meist selbst korrigieren“, erläutert Planitzer. Geht das nicht, steht eine 24/7-Service-Hotline zur Verfügung. „Wir melden uns rund um die Uhr am Telefon, meistens können wir mit telefonischer Unterstützung die Heizung wieder zum Laufen bringen. Falls das nicht geht, fahren wir hin“, erzählt Planitzer. Damit es auch an extrem kalten Tagen auf der Baustelle warm ist.

Autor/in:
Wolfgang Pozsogar
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