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Wohnhausanlage eco.living - Vielfältige Ansätze für behagliches Wohnen

11.10.2006

Für eine optimale Energiebilanz im Wohnbau müssen die energetische Funktionalität der Gebäudehülle und die Effizienz der haustechnischen Infrastruktur – sprich Heizung sowie Be- und Entlüftung – exakt aufeinander abgestimmt werden. Die soeben fertig gestellte Wohnhausanlage „eco.living“ an der Esslinger Hauptstraße im 22. Wiener Gemeindebezirk kommt im Rahmen der Programmlinie „Haus der Zukunft“ als Demonstrationsprojekt zum Einsatz.

Für die vier nahezu identischen und je zehn Wohneinheiten fassenden Baukörper wurden vier unterschiedliche passivhaustaugliche Haustechnikkonzepte realisiert. Für die Bauausführung zeichnet die Leyrer + Graf BaugesmbH verantwortlich. In drei Wohnungen je Baukörper werden die verschiedenen Haustechniksysteme in den kommenden Jahren messtechnisch untersucht und bewertet. Parallel dazu soll eine regelmäßige Befragung der Bewohner Aufschluss über den langfristigen Nutzungskomfort geben.
„Durch die optimale Vergleichbarkeit erhalten die Ergebnisse der Untersuchungen eine besondere Aussagekraft für zukünftige Bauvorhaben“, erläutert Architekt Werner Hackermüller die Vorteile dieses Demonstrationsprojekts.

Kubische Bauform mehrfach variiert
Die von Werner Hackmüller im Auftrag des gemeinnützigen Bauträgers Familienhilfe geplante Wohnhausanlage gliedert sich in fünf Baukörper und umfasst insgesamt 56 Wohneinheiten. Die viergeschoßigen Wohnhäuser sind über eine 46 Stellplätze fassende Tiefgarage miteinander verbunden. Die Baukörper sind entsprechend den konstruktiven Vorgaben der Passivhausbauweise durch eine kubische Formgebung bestimmt. Die beiden obersten Geschoßebenen springen von den Sockelgeschoßen zurück und durchbrechen die monolithische Formgebung der Baukörper. Dadurch konnte Platz für großzügige Terrassenflächen im dritten und vierten Obergeschoß geschaffen werden. Entlang der Ostseite der Bebauung sind stockwerkübergreifende Gebäudevorsprünge großvolumig ausgestellt. Daran schließen witterungsgeschütze Loggien an. Die gestalterische Unterscheidung der nahezu identischen Baukörper erfolgt durch eingefärbte Sockelgeschoße. Ein begrüntes und weit auskragendes Flachdach bildet den Baukörperabschluss.

Durch das gekonnte Zusammenspiel von abwechslungsreichen Bauwerksformen und buntgefärbter Fassadenflächen wird der Wohnhausanlage ein unverwechselbares Erscheinungsbild verliehen. Zusätzlich wird durch die Farbgebung die gestaffelte Anordnung der Baukörper entlang des langgestrecken Grundstücks betont. Die Erschließung der Wohnhausanlage erfolgt über ein Torhaus, in dem ein Fahrradabstellraum sowie ein Hobbyraum untergebracht sind. Die interne Erschließung der einzelnen Wohnhäuser erfolgt über mittig situierte Stiegenhäuser, die außerhalb der Passivhaushülle angeordnet sind. Das in Stahlbetonbauweise errichtet Kellergeschoß ist von den Obergeschoßen ebenfalls thermisch komplett vollständig entkoppelt. Die Tragkonstruktion der Obergeschoße ist in Holzleicht-Fertigteilbauweise ausgeführt. „Diese Mischkonstruktion aus Massiv- und Holzbauweise stellte hohe Anforderungen an die kraftschlüssige Verbindung und Ausgestaltung der Anschlussfugen“ erläutert Erich Rohrmüller von der mit der Bauausführung beauftragten Graf Holztechnik. Die Wand- und Deckenelemente wurden im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle montiert. Durch den hohen Vorfertigungsgrad konnte die Bauzeit deutlich reduziert werden. „Je Wohnhaus benötigten wir für die Fertigstellung des Holzbaus lediglich zehn Tage“, so Rohrmüller.

Die hochgedämmte Gebäudehülle zeichnet sich entsprechend der Passivhausbeweise durch dauerhaft luft- und winddichte sowie wärmebrückenfreie Eigenschaften aus. Die Außenwände sind mit einer Bauteildicke von 40 Zentimeter ausgeführt. Die eingebauten Holz-Alufenster sind mit einer zusätzlichen Dämmschicht versehen und erzielen einen U-Wert von unter 0,8 Watt pro Quadratmeter.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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