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Wohn(t)räume ohne Risiko finanzieren

30.03.2005

Bausparen liegt im Trend. Die heimischen Bausparkassen erbrachten 2004 eine Finanzierungsleistung von 2,404 Millionen Euro, was einem Plus von 21,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Wüstenrot konnte im Jahr 2004 den privaten Wohnbau und die Bauwirtschaft mit einer Finanzierungsleistung von rund 440 Millionen Euro kräftig ankurbeln. Die Auszahlungen aus sämtlichen Darlehensverträgen überstiegen damit das Ergebnis des Jahres 2003 um etwa 90 Millionen Euro.
2005 will die seit 80 Jahren bestehende Bausparkasse Wüstenrot die Finanzierungsleistung auf 560 Millionen Euro nochmals anheben. Bauspardarlehen unterliegen einer strengen Zweckbindung und dürfen nur zur Schaffung von neuem beziehungsweise zur Erhaltung, Renovierung von bestehendem Wohnraum verwendet werden. Mit einem Bauspardarlehen kann man z. B. einen Baugrund, eine Eigentumswohnung, ein (Fertig-/Reihen-) Haus kaufen, ein Haus bauen; Türen, Fenster, Böden oder die Heizanlage renovieren; Umbau- und Ausbaumaßnahmen wie zum Beispiel auch behindertengerechte Umbauten bestreiten.

Hat Bausparen an Attraktivität zugenommen oder
abgenommen? Welchen Trend beobachten Sie?
Riess-Passer: Bausparen ist seit vielen Jahrzehnten die beliebteste Sparform der Österreicher und die attraktivste, weil sicherste Finanzierungsform, wenn es um die Schaffung der eigenen vier Wände geht. Daran wird sich auch nichts ändern! Knapp zwei Drittel aller Österreicher sind Bausparer! 5.210.296 Konten verwalteten die heimischen Bausparkassen per 31.Dezember 2004 – und es werden täglich mehr.

Service ist nicht nur das Stichwort für Wüstenrot, sondern ebenso für die ausführende Bauwirtschaft – diese müssen einen guten Service den Bauherren bieten können. Dazu gehört auch in Finanzierungsfragen beratend tätig sein zu können. Welche Hilfestellung gibt es seitens Ihrer Bausparkasse für Baumeister und Bauunternehmen, damit diese gut vorbereitet sind?
Riess-Passer: Wir arbeiten seit Jahrzehnten eng mit der Bauwirtschaft, mit Verbänden und Interessengemeinschaften zusammen. Mit gemeinnützigen, gewerblichen, kommunalen und privaten Wohnbauträgern konnten z. B. bislang ca. 30.000 Liegenschaften, also Wohnraum für rund 75.000 Österreicher, geschaffen werden. Das ansehnliche Finanzierungsvolumen: mehr als 600 Millionen Euro.

Wie lauten die häufigsten Fragen von Bauherren rund ums Thema Hausbau und Finanzierung?
Riess-Passer: Wir gehen auf jeden Kunden individuell ein und erarbeiten mit ihm ein ganz persönliches Angebot. Unsere bestens ausgebildeten Mitarbeiter nehmen jede Frage ernst und überzeugen durch Top-Angebote und Handschlagqualität. Wir sind unseren zufriedenen Kunden ein starker, verlässlicher Partner, wenn es darum geht, Wohnträume zu erfüllen.
Welchen Eigenmittelanteil empfehlen Sie Bauherren beim Bau eines Einfamilienhauses?
Riess-Passer: Das ist ein wichtiger Punkt – wir empfehlen auf alle Fälle einen Eigenmittelanteil von 30 Prozent.

Ihre Meinung zu Fremdwährungskrediten – wie lautet Ihr Rat, wenn ein Kunde danach fragt?
Riess-Passer: Mit einem augenblicklich niedrig verzinsten und damit scheinbar „günstigen“ Franken-Kredit (von den noch risikoreicheren Yen-Krediten ist ohnehin keine Rede mehr) kann sich niemand den Traum von den eigenen vier Wänden wirklich sicher verwirklichen! Nur mit einem Bauspardarlehen, nur mit der einzigartigen „Hochzins-Absicherung“, nie mehr als sechs Prozent Zinsen im Jahr zu zahlen, hat man die nötige Planungssicherheit für viele Jahre.

Wie stark ist das Interesse und die konkrete Nachfrage nach Fremdwährungskrediten?
Riess-Passer: Mit einem Wachstum von 12,4 Prozent waren Privatkredite 2004 maßgeblich am gesamten Kreditwachstum von 5,1 Prozent beteiligt; das ist die höchste Wachstumsrate seit 2000. Wohnbaukredite machten einen erheblichen Anteil aus. Fremdwährungskredite wurden in Österreich über dem EU-Durchschnitt nachgefragt. Fremdwährungskredite sind riskant. Eine Reihe von Risken kann einen momentanen Zinsvorteil nicht nur zunichte machen, sondern darüber hinaus zu beträchtlichen Verlusten im Vergleich zu einem Euro-Kredit – und erst recht im Vergleich zu einem Bauspardarlehen – führen. Ich will hier nur das Wechselkurs-, das Zinsänderungs- und das Tilgungsträgerrisiko ansprechen. Fremdwährungskredite sind nicht nur spekulative Kreditvarianten, sie sind auch mit vergleichsweise hohen Spesen (Kreditvertragsgebühr, Krediteinräumungsgebühr etc.) verbunden und es entstehen zusätzliche Kosten, wie Konvertierungskosten, doppelte Kontoführungsgebühren, Devisenkommission etc.

Beobachten Sie hier, das Interesse betreffend, ein West-Ost-Gefälle?
Riess-Passer: Es zeigt sich weiterhin ein starkes Ost-West-Gefälle. So ist der Anteil am Fremdwährungs-Gesamtkreditvolumen in Vorarlberg mit 44 Prozent am höchsten, in Tirol beträgt er 35 Prozent. In Kärnten, der Steiermark und in Niederösterreich liegt der Anteil zwischen 21 Prozent und 23 Prozent, am geringsten ist er in Oberösterreich mit 13 Prozent.

Noch eine Frage zum Zinssatz: wie viel Prozent zurzeit – im Vergleich mit anderen Finanzierungsvarianten?
Riess-Passer: Für alle, die sich besonders schnell den Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen wollen, hat Wüstenrot das so genannte „Zwischendarlehen“ geschaffen. Für alle neu zu bewilligenden Darlehen beträgt der Zwischendarlehens-Zinssatz für Stammkunden nur 1,9 Prozent (zzgl. 0,25 Prozent Kapitalbeschaffungskosten pro Quartal). Dieser Zinssatz ist für 1,5 Jahre fix. In den Folgejahren bewegt sich der Darlehenszinssatz zwischen 2,9 Prozent und maximal sechs Prozent p.a. Maximal sechs Prozent, diese „Hochzins-Absicherung“, gibt es bei keiner anderen Finanzierungsvariante. Das gibt Planungssicherheit für viele Jahre.

Können Sie beobachten, dass das Thema Sanierung in Österreich stärker geworden ist, die Finanzierungsleistung für Sanierungsvorhaben gestiegen ist?
Riess-Passer: Fakt ist, dass immer mehr ältere Menschen in immer mehr Single-Haushalten leben werden. Dieser Trend hat nichts mit zunehmender Individualisierung zu tun, sondern in erster Linie mit der demografischen Entwicklung. Barrierefreies, altersgerechtes Wohnen und das große Thema „Renovieren, Sanieren, Umbauen“ wird also die Herausforderung der kommenden Jahrzehnte. Aber auch unsere „Generation der Erben“ braucht heute schon günstige Finanzierungsangebote zur Renovierung von Wohnbestand.

Gibt Wüstenrot Baumeistern wie auch Bauherren einen Überblick über Förderungsmöglichkeiten?
Riess-Passer: Selbstverständlich, mit Mitteln aus der Wohnbauförderung kann die „Belastung“ ja deutlich verringert werden. Ebenso durch steuerliche „Abschreibmöglichkeiten“ im Bereich der Sonderausgaben.

Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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