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Zaghafte Erholung in Sicht

04.02.2011

Die aktuellen Wirtschaftsdaten der KMU Forschung zeigen bei Gewerbe und Handwerk insgesamt eine leichte Erholungstendenz. Die gilt aber zurzeit noch nicht für den Bau und baunahe Gewerke.

Es ist gegenwärtig etwas „zach“, bringen es Helmut Heindl, Geschäftsführer der WKO-Sparte Gewerbe und Handwerk, und Walter Bornett, Direktor der KMU Forschung Austria, anlässlich der Präsentation der aktuellen Wirtschaftsdaten auf den Punkt. „Die Betriebe sind nicht ausgelastet. Ich rechne für das Gesamtjahr mit einem leichten Umsatzplus bei anhaltender schwacher Ertragslage“, prognostiziert Bornett für das Jahr 2011.

Hauptsächlich betroffen ist das Bau- und Baunebengewerbe, dessen anhaltende Problematik sich im vierten Quartal 2010 mit vier Prozent weniger Aufträgen zeigt. Bornett: „Es ist alles andere als eine Erholung eingetreten. Ich vermute, das ist auf die ausgelaufenen Konjunkturpakete zurückzuführen, bei denen keine Fortsetzung stattgefunden hat. Und die privaten Auftraggeber sind noch in keiner positiven Stimmung.“ Trotzdem – es gehe insgesamt, wenn auch zaghaft, aufwärts. Die Betriebe sind mehrheitlich zufrieden.

Für Heindl zeigt sich nun auch, dass die „letzte Maßnahme von Betrieben, die Freisetzung von Mitarbeitern“, großteils nicht stattgefunden hat: „Das kann jetzt Stärke bedeuten. Und Betriebe, die ausgebildet haben, sind sicherlich im Vorteil. Denn es ist schwierig, am Markt gut ausgebildete Mitarbeiter zu bekommen.“ Auch die Öffnung des heimischen Arbeitsmarkts für östliche EU-Mitgliedsstaaten im Mai werde daran wenig ändern. Der Fachkräftemangel werde, so Heindl, anhalten.

Betriebe nicht ausgelastet
Insgesamt ist der durchschnittliche Auftragsbestand bei den investitionsgüternahen Branchen im Vergleich zum 4. Quartal des Vorjahres um 0,9 Prozent gesunken. 44 Prozent der Betriebe könnten sofort Aufträge ausführen, 47 Prozent in drei Monaten, tatsächlich voll ausgelastet sind damit also nur neun Prozent. Der Anteil der öffentlichen Aufträge am Gesamtauftragsbestand beträgt im Schnitt 14,4 Prozent, immerhin um 0,3 Prozentpunkte höher als im vierten Quartal 2009. Und auch damit ist ein schwaches Wachstum begründet: 18 Prozent der Betriebe verzeichneten Umsatzsteigerungen, bei der großen Mehrheit zeigte sich jedoch keine Veränderung. Die Erwartungen für das erste Quartal 2011 tendieren nach oben. 21 Prozent der Betriebe rechnen mit steigenden Auftragseingängen und Umsätzen, 64 Prozent sichten keine Änderungen.

Baugewerbe im Detail
Die Meinung speziell am Bau ist da weniger optimistisch: Bei der Beurteilung der Geschäftslage im vierten Quartal ergibt sich ein Saldo von minus acht Prozent gegenüber 2009. Obwohl der Auftragsbestand beim Baugewerbe um 3,3 Prozent – mit +3,4 Prozent bei privaten Auftraggebern und +2,9 Prozent bei öffentlichen –zulegte. Der Anteil der öffentlichen Aufträge betrug 18,9 Prozent. Beim Bauhilfsgewerbe bleibt der Auftragsbestand stabil bei –0,1 Prozent (privat: –0,8 Prozent, öffentlich: 2,6 Prozent) mit einem Anteil von 21,8 Prozent an öffentlichen Aufträgen.

Im Gegensatz zur Sparte insgesamt ist am Bau kein Optimismus zu spüren: 28 Prozent rechnen mit einem Umsatzrückgang, 57 Prozent der Unternehmen sichten keine Veränderung. Zusammen ergibt das eine pessimistischere Erwartung als im Vorjahr um neun Prozent. Diese Tendenz macht auch beim Personalstand nicht halt: 21 Prozent planen, die Mitarbeiterzahl zu verringern, nur neun Prozent denken an eine Aufstockung.

(Redaktion: Helmut Melzer)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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