Direkt zum Inhalt

Zertifizierung am Bau – Qualitätssicherung:

02.03.2004

Zertifizierung am Bau garantiert nicht nur dem Kunden eine friktionsfreie und hochqualitative Abwicklung des Baus. Auch für die Ausführenden erweist sie sich als Wettbewerbsvorteil.

1995 wurde die „Zertifizierung Bau“ als erste österreichische Qualitätssicherungsstelle, die auf die Baubranche spezialisiert ist, gegründet. Die Initiative entstand aus dem Bedürfnis, über einen kompetenten Ansprechpartner in puncto Qualitätssicherheit für die planende und ausführende Baubranche zu verfügen. Seit 1997 ist die Zertifizierung Bau durch das Wirtschaftsministerium als neutrale und unabhängige Zertifizierungsstelle akkreditiert. Ein Lenkungsgremium, in der Funktion wie ein Aufsichtsrat, wacht über deren Unabhängigkeit – denn nur so kann Qualität am Bau tatsächlich gesichert werden. Dieses Gremium vertritt die Interessen aller der am Bau vertretenen Beteiligten.
Rudolf Pichler, Geschäftsführer der Zertifizierung Bau, sieht sich als Dienstleister für Bauunternehmen, Planer und Auftraggeber der Baubranche: „Unsere Palette reicht von Qualitätsmanagementsystemen nach ISO 9001 bis zu Sicherheitsmanagementsystemen nach SCC und auch Schulungen und Zertifizierung von Führungskräften. Die Überprüfungen erfolgen durch hochqualifizierte Bauprofis.“ Durchgeführt werden aber auch Unternehmensanalysen und Bewertungen wie z. B. Benchmarking-Projekte.
Im Hochbau nützen viele Bauunternehmen Gebäudezertifizierungen. Diese Form der Qualitätssicherung ist auch für den privaten Hausbauer interessant. Zertifizierung Bau hat bereits einige Fixkunden – die jedes von ihnen errichtete Haus durchchecken lassen. Dazu zählen unter anderem Baumit-Haus, Massivwerthaus Wienerberger oder Portenschlager Haus. „Diese Unternehmen bieten dem potentiellen Hausbesitzer z. B. eine unabhängige Hauszertifizierung durch uns in ihren Paketen bereits mit an – dieser freiwillige Schritt zur Bekennung zu Qualität bedeutet für diese Unternehmen einen klaren Kompetenzvorsprung“, so Pichler.
Aber auch der umgekehrte Weg wird in den vergangenen Jahren häufig gewählt – der Bauherr wendet sich an den Baumeister mit dem Auftrag, eine Zertifizierung seiner Arbeit – des errichteten Hauses – vornehmen zu lassen. Die Vorteile für den Kunden erklärt Pichler: „Als Bauherr vereinbare ich mit meinem Baumeister einen Bauwerkvertrag – ob nun mein Haus tatsächlich nach diesen Vorgaben entsteht, beantwortet die von uns durchgeführte Zertifizierung. Wir kontrollieren, ob tatsächlich nach allen Regeln der Technik und auch sorgfältig gearbeitet wurde.“ Eine Gebäudezertifizierung für ein Einfamilienhaus kostet zwischen 1000 und 1600 Euro. Eine Summe die sich langfristig rechnet – bedenkt man die Fehlerkosten, die Baumängel verursachen können.
Neben Bauausführenden wenden sich auch Planende an die Zertifizierung Bau wie z. B. Österreichs größtes Architektur- und Ingenieurbüro ATP Achammer, Tritthart und Partner.
Christoph M. Achammer, Vorstand ATP, lässt sein Unternehmen bereits der Mitte der 90er Jahre nach ISO 9001 zertifizieren: „Wir unterwerfen uns damit einem qualitativ einheitlichen Standard, was sich in der Qualitätssicherung unserer Planungsabläufe über alle Standorte hinweg sowie in unseren Bauten extrem positiv bemerkbar gemacht hat. Wir sehen in der Zertifizierung ein wirkungsvolles Instrument, unternehmensweit die Prozessqualität zu verbessern.“

Spielregeln finden
Gebäudezertifizierungen für den großvolumigen Wohnbau führt die Zertifizierung Bau in Kooperation mit der „Arge TQ (Total Quality)“ durch. Hier wird nicht nur nach technischen Kriterien geprüft – sondern eben sehr Benutzer-orientiert begutachtet. Die Kosten für eine Überprüfung in dieser Form liegen bei rund 0,3 Prozent der Gesamterrichtungskosten.
Ein anderer Tätigkeitsbereich der Zertifizierung Bau ist Qualitätsmanagement. Hier geht es vor allem um ISO-9001-Zertifizierungen, die große wie kleine Bauunternehmen für ihre Wettbewerbsfähigkeit benötigen. „Der große Nutzen der ISO- Zertifizierungen liegt neben den positiven Marketingmöglichkeiten jedoch darin, innerbetriebliche Abläufe effizienter gestalten zu können, Verantwortungen innerhalb der Unternehmen zu definieren – eben ein ständig lernendes Unternehmen zu schaffen“, so Pichler. Architekt Dieter Hayde zählt zu den „Dauerkunden“ von Zertifizierung Bau. Er lässt sein Büro seit Jahren durch Zertifizierung Bau überprüfen. Für Hayde ein klarer Wettbewerbsvorteil: „Einerseits gegenüber Auftraggebern ist es für uns wichtig, zertifiziert zu sein. Aber auch intern, betreffend Büroorganisation, oder auch bei Abläufen mit Behörden während einer Projektabwicklung hat die Zertifizierung große Effizienz in unser Büro gebracht. Und nicht zuletzt weiß aufgrund des jährlichen Audits jeder Mitarbeiter genau, welche Leistungen zu erbringen sind.“ Zertifizierungen von Sicherheitsmanagementsystemen werden laut Pichler in den vergangenen Jahren immer stärker von Unternehmen wie z. B. aus der Papierindustrie gefordert.
Ein wesentlicher und immer stärker wachsender Leistungsbereich der Zertifizierung Bau ist der Qualitäts- und Innovationsservice für den gesamten Bereich der Bauausführung. „Dabei definiert das Unternehmen gemeinsam mit uns firmeninterne Spielregeln, diese werden von uns extern regelmäßig überprüft. Das Leistungsspektrum reicht hier vom Umgang mit Plänen auf der Baustelle bis zu Baustellensauberkeit, dem Auftritt des Unternehmens nach außen bezogen auf das aktuelle Projekt und natürlich einer Reihe von technischen Kriterien und Ausführungsstandards. Eines ist jedoch wichtig: wir ersetzen nicht die örtliche Bauaufsicht“, erklärt Pichler.
Das Unternehmen muss selbst entscheiden, wie oft der Service stattfinden soll. Die Abrechnung erfolgt per Manntage. Pichler: „Ein Fehler, der häufig passiert, ist, dass nicht gerechnet wird, welche Kosten Fehler verursachen. Wenn ich z. B. mit Hilfe unseres Services 15.000 Euro Fehlerkosten einsparen kann, sind 4000 Euro Honorar im Jahr für den Qualitäts- und Innovationsservice gerechtfertigt.“ Viele Kunden wollen nur ein bestimmtes Geschäftsfeld überprüfen lassen, und dabei entscheidet wiederum der Auftraggeber, wie intensiv die Qualitätssicherung betrieben werden soll.
Die Zertifizierung Bau arbeitet mit allen Beteiligten des Bauwesens zusammen – auch Architekten und Ingenieure stehen hinter der Zertifizierungsidee. Hans Staudinger, Mitglied des Lenkungsgremiums der Zertifizierung Bau und Direktor der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, Niederösterreich und Burgenland, zeigt sich von dem gemeinsamen Bekenntnis zur Qualitätssicherung überzeugt: „Ich finde die Zertifizierung Bau ein wichtiges Unternehmen, weil dadurch eine Qualitätsfokussierung im gesamten Bauprozess stattfindet. Das ist der geeignete Weg, Qualität am Bau strukturell und langfristig zu sichern.“

Die häufigsten Fehler am Bau – die durch Zertifizierung
vermieden werden können
Zwischen vier und 18 Prozent betragen die Fehlerkosten bei einem Bau. Die häufigsten Fehler entstehen durch
• fehlende Kenntnis,
• mangelnde Sorgfalt,
• ungenügende Arbeitsvorbereitung,
• unklare Angaben,
• ineffiziente Schnittstellen zwischen Bauleitung, Planung und Bauhof.

Die Vorteile der „Zertifizierung Bau“ auf einen Blick
• unabhängige, objektive Überprüfung,
• Branchenkompetenz – Sicherheit durch Zertifizierung,
• Erfahrung durch Praxis,
• Lösungen, die einfach, hochwirksam und umsetzbar sind,
• unternehmerisches Denken und Vermeiden von komplizierten Lösungen,
• ständiges Hinterfragen, ob neue Entwicklungen und Vorschriften für die Bauwirtschaft einen nachhaltigen Nutzen bringen,
• die Mitarbeit der Zertifizierung Bau in nationalen und internationalen Gremien gewährleistet den Kunden aktuellste Informationen über Trends und Entwicklungen.
Tipp: Ein Beratungsgespräch bei der Zertifizierung Bau ist aufgrund der Förderung der Bundesinnung Bau kostenlos. Informationen unter www.zertbau.at

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Aktuelles
11.02.2020

Wie positioniert man sich erfolgreich am österreichischen Wohnbaumarkt? Die Teilnehmer des ersten Wohnbau-Kongresses erhielten Ende Jänner zahlreiche Anregungen. 

Klemens Haselsteiner, Strabag-Digitalvorstand, und Andrew Anagnost, CEO von Autodesk, wollen die jahrelange Zusammenarbeit der Unternehmen noch weiter vertiefen.
Aktuelles
11.02.2020

Das Software-Unternehmen Autodesk und die Strabag haben mit einer Absichtserklärung bekräftigt, künftig noch enger bei der Digitalisierung des Bauwesens zusammenzuarbeiten. 

Lukas Sattlegger steigt beim Bauträger Glorit in die Geschäftsführung auf.
Aktuelles
10.02.2020

In seiner neuen Führungsposition wird sich Lukas Sattlegger künftig vor allem auf den weiteren Ausbau des Unternehmenserfolges konzentrieren.

Insgesamt 180 Wohnungen entstehen derzeit mit dem Wohnprojekt „Sonnengarten Limberg“ im Südwesten von Zell am See.
Aktuelles
10.02.2020

Das Bau und Immobilienunternehmen Hillebrand zeigt in Zell am See mit dem „Sonnengarten Limberg“ wie modernes und gleichzeitig nachhaltiges Wohnen heute aussehen kann.

Recht
05.02.2020

Für Ausschreibungen gelten aufgrund der aktuellen EU-Bestimmungen ab 1. 1. 2020 geänderte Schwellenwerte für jene Grenze, ab der eine Ausschreibung EU-weit bekanntgemacht werden muss.

Werbung