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Zukunftsweisendes Leitprojekt

17.09.2010

Die „Neue Chemie“ der Technischen Universität Graz bietet den Lehrenden und Studierenden aufgrund der zeitgemäßen Ausstattung nun ganz neue Möglichkeiten innerhalb eines modernen Universitätsbetriebes.

Die Bundesimmobiliengesellschaft hat nach den Plänen von Zinterl Architekten ZT GmbH das bisher größte Bauprojekt in der 200-jährigen Geschichte der TU Graz realisiert. Im März 2008 begannen die Bauarbeiten, die im Juni 2010 abgeschlossen werden konnten. Ausgeführt wurde das Projekt vom Bauunternehmen Steiner Bau. „Kein Neubau hat bisher so umfassende bauliche Maßnahmen und Übersiedelungen bestehender Institute mit sich gebracht“, weiß Harald Kainz, Vizerektor der TU Graz.

An der Adresse Stremayrgasse 9 werden künftig die Institute für Anorganische Chemie, Physikalische und Theoretische Chemie, Chemische Technologie von Materialien, Organische Chemie sowie Analytische Chemie und Lebensmittelchemie beheimatet sein. „Das Gebäude ist für die Entwicklung der Chemie besonders wichtig und schafft viele neue Möglichkeiten“, ist Kainz überzeugt. Die Nettoerrichtungskosten des Großprojektes (inklusive Einrichtung) beliefen sich auf rund 50 Millionen Euro.


Umfassende Maßnahmen

Um Platz für das Großbauprojekt zu schaffen, gingen umfassende bauliche und logistische Maßnahmen voraus. Der Abbruch des Bestandes kam auf 8.800 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche inklusive Kellergeschoß, 23.000 Kubikmeter Aushub wurde verarbeitet. Das neue Gebäude entspricht nun den Anforderungen an einen modernen Universitätsbetrieb und eröffnet den Studierenden und Lehrenden neue Möglichkeiten für Lehre und Forschung. „Eine ausgezeichnete Infrastruktur ist die Basis für ebenso ausgezeichnete Leistungen. Wir freuen uns daher, dass mit dem Neubau beste Voraussetzungen für die universitäre Lehre und Forschung geschaffen werden“, ist Hans Sünkel, Rektor der TU Graz überzeugt.

Das gesamte Areal erstreckt sich auf einer Nettrogrundrissfläche von rund 16.850 Quadratmetern. Insgesamt stehen ca. 8.000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung, die rund 600 Studierenden und Wissenschaftern Platz bieten. Zusätzlich erstrecken sich auf dem Gelände 2.600 Quadratmeter Hörsaalzentrum, Studierendenlabors und Kommunikationsbereiche. „Das perfekte Zusammenspiel zwischen architektonischer Qualität, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit ist deklariertes Ziel der BIG bei jedem Bauvorhaben. In der Neuen Chemie der TU Graz werden in naher Zukunft viele Menschen arbeiten, lehren, lernen und forschen. Unsere Aufgabe ist es, die optimalen Rahmenbedingungen für deren Erfolg sicherzustellen“, erläutert Christoph Stadlhuber, Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft.


Durchdachtes Konzept

Wie Christoph Stadlhuber betont, ist nicht nur die Zweckmäßigkeit des Gebäudes von zentraler Bedeutung. Die Kombination vieler Aspekte macht das Projekt erst zum Erfolg. So wurde etwa auch auf den architektonischen Anspruch Wert gelegt. Dem Gebäude ist ein attraktiver Vorplatz vorgelagert, der nicht nur auf das Gebäude Einfluss hat, sondern den gesamten Bezirk bzw. den Bezirksteil prägt. Die Planer verfolgten vor allem zwei Ziele: Die bestehende U-Form der „neuen Technik“ sollte räumlich geschlossen werden und in weiterer Folge mitteils neuer Durchgänge eine städtebauliche Öffnung geschaffen werden. So werden auch die öffentlichen Verkehrs- und Freiflächen rund um die Universität neu gestaltet und verkehrsberuhigt.

Ein zweigeschoßiges, öffentliches Foyer bildet den Eingangsbereich der Neuen Chemie. Durch ein verbindendes Element gelangt man vom Foyer zum zentralen großen Hörsaal, der Platz für 170 Personen bietet. Dem angeschlossen gelangt man in den neu gestalteten Innenhof der Neuen Technik. Die Studierendenlabors wurden im Erdgeschoß und im ersten Obergeschoß platziert. Darüber liegen die Forschungslabors und Messräume der jeweiligen Institute. Auf unterschiedlichen Ebenen sind den Labors die dazugehörigen Büros angeschlossen. Im Innenhof erstreckt sich eine Dachterrasse, die als Sonnen- und Aufenthaltsdeck genutzt werden kann.


Kunst am Bau

Bei der Neuen Chemie in Graz geht es allerdings nicht nur um die trockene Theorie und die Zweckmäßigkeit der naturwissenschaftlichen Arbeit und Forschung. Auch ein künstlerischer Beitrag mit der inhaltlichen Verknüpfung zur Chemie wurde hergestellt: Mit der „Molekularorgel“ des Künstlers Constantin Luser präsentiert sich ein Kunstwerk aus 35 ineinander verschlungenen Blasinstrumente, das sich dem Themenkreis Chemie nähert. Die großformatige, interaktive Skulptur befindet sich auf dem Dach des Pavillons im Innenhof der TU Graz. Das dreidimensionale Gebilde setzt sich aus 14 Trompeten, 14 Posaunen und sieben Tuben zusammen.


Fassade als Kunstobjekt

Doch nicht nur die Molekularorgel, sondern das gesamte Gebäude präsentiert sich als kreatives Kunstwerk. Die Fassade der Neuen Chemie ist ebenfalls Teil eines Kunstprojektes. Sie wurde von Robert Schaberl in enger Zusammenarbeit mit dem Architekten Thomas Zinterl mit speziellen Farbpigmenten versehen, die – durch die extrem hohe Lichtleitfähigkeit der Farbpigmente – eine irisierende Farbverschiebung erzeugen. So erscheint das gesamte Objekt je nach Perspektive in anderen Farben und symbolisiert ein riesiges Molekül.

Die Bundesimmobiliengesellschaft verfolgt mit diesen Projekten das Ziel, Kunst und Architektur auf hohem Niveau zu vereinen. Zwei bis vier BIG-Art-Projekte werden pro Jahr realisiert. Zum Wettbewerb werden jeweils vier bis zehn Künstler eingeladen, ihre Ideen zu präsentieren. In Zusammenarbeit zwischen der BIG, den Nutzern des Gebäudes und dem jeweiligen Projektarchitekten werden schließlich jene Projekte ausgewählt, die realisiert werden.


Feierliche Eröffnung im Oktober

Die Eröffnung des neuen Gebäudes findet am 7. Oktober statt. Zu diesem Anlass wird auch ein Konzert des „Molekular­orchesters“ der Kunstuniversität Graz und der BlaeserVielharmonie der TU Graz stattfinden. Mit einer Komposition von Peter Jakober wird die Molekularorgel im Rahmen des Steirischen Herbst in Kooperation mit dem ORF Musikprotokoll das Kunstwerk eröffnet und eingeweiht.

Diana Danbauer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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