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„Zurzeit läuft es gut“

04.09.2017

Auftrags- und Preislage, Facharbeitersituation und Digitalisierung der Branche: Wir haben Rainer Pawlick, Landesinnungsmeister Bau in Wien, gefragt, wie das Jahr 2017 aus seiner Sicht läuft.

„Zurzeit läuft es gut“, sagt Rainer Pawlick.

Wie läuft das Jahr bisher für Ihre Mitglieder? Ist ein Aufschwung zu spüren?
Wie man anhand der Konjunkturdaten und der permanent sinkenden Arbeitslosenzahlen erkennen kann, läuft es zurzeit recht gut für die Bauwirtschaft in Wien. Dieser Aufschwung wird hoffentlich noch eine Weile anhalten.

Unternehmen melden volle Auftragsbücher, aber stimmen auch die Preise? 
Die Auftragslage ist zwar gut – die Preise lassen aber größtenteils nur eine geringe Rentabilität zu. Dies macht sich auch bei Investitionen bemerkbar. Eine Erholung der Preise ist im Moment nicht merklich.

Welche Themen sind aktuell die wichtigsten in Ihrem Bundesland? 
Ich sehe noch immer den harten Preiskampf und die Billigangebote durch ausländische Firmen als größte Herausforderung. Ein einheitliches europäisches Lohn- und Sozialabgabenniveau würde für alle eine gerechte Basis bringen.

Facharbeitermangel als Dauerbrenner – stimmen die Lehrlingszahlen in Ihrem Bundesland?
Nein – leider sind die Zahlen in der Lehrlingsausbildung nicht berauschend. Mit Imagewerbung, Förderungen der Betriebe, Beratung, Coaching und dem neuen Lehrberuf Bautechniker versuchen wir entgegenzuwirken.

Die Digitalisierung schreitet voran, wie weit sind Ihre KMU? 
Auch KMU können sich diesem Trend nicht entziehen. In dem einen oder anderen ist noch Aufholbedarf vonnöten.

Welche Hoffnungen beziehungsweise Befürchtungen haben Sie aufgrund der anstehenden Nationalratswahl?
Meine Hoffnungen wären Entlastungen und Entbürokratisierungen, eine Änderung der Entsenderichtlinie auf EU-Ebene und Arbeitszeitflexibilisierungen. Ich befürchte weitere Einschnitte sowie einen suboptimalen Umgang mit Steuermitteln.

Ab 2018 können die Länder die Höhe des Wohnbauförderungsbeitrags bestimmen – eine richtige Entscheidung oder der Anfang eines noch erbitterteren Preiskampfes? 
Wichtig ist in dem Zusammenhang eine Zweckbindung der Wohnbauförderungsmittel. Was eingenommen wird, soll zweckgebunden für den Bau neuer Wohnungen verwendet werden. Ob sich die Preisspirale weiter nach unten dreht, wird die Zukunft zeigen.

Autor/in:
Christoph Hauzenberger
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