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Zusammenarbeit fördern

03.12.2010

Auch heuer vergab die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie die Concrete Student Trophy an herausragende Projekte von Studierenden aus den Bereichen Bauingenieurwesen und Architektur.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit steht bei der fünften Concrete Student Trophy im Vordergrund. Die Auszeichnung erhalten Studierende der Architektur und des Bauingenieurwesens für herausragende Projekte und Seminararbeiten, die interdisziplinär entwickelt werden. In den Entwürfen muss Beton bei Gestaltung und Konstruktion eine wesentliche Rolle spielen. Die Aufgabenstellung forderte einen Vorentwurf einer multifunktionalen, begehbaren, temporären Betonstruktur mit begehbarer Aussichtsplattform am Campus der Technischen Universität Graz. Anlässlich des 200-jährigen Bestehens wurde unter Berücksichtigung der Örtlichkeit, der urbanen Entwicklung, der Ausbreitung der Infrastruktur und der Raumentwicklung ein innovatives Projekt gesucht. Insgesamt wurden 14 Projekte zur diesjährigen Concrete Student Trophy eingereicht. Sechs der eingereichten Arbeiten wurden mit insgesamt 13.000 Euro ausgezeichnet.

Theorie und Praxis vereint
Die hochkarätige Jury setzte sich unter dem Vorsitz von Ulrike Tischler, TU Graz, Institut für Gebäudelehre, aus Christoph Achammer, TU Wien, Institut für interdisziplinäres Bauprozessmanagement, Felix Friembichler, VÖZ, Wilhelm Andreas Reismann, iC consulenten ZT GesmbH, Präsident des Verbandes der Ziviltechniker- und Ingenieurbetriebe, Andreas Tummer, TU Graz, Institut für Tragwerksentwurf, Hubert Wetschnig, Porr Projekt und Hochbau AG, und Bernd Wolschner, SW Umwelttechnik Stoiser & Wolschner AG, Präsident des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke zusammen.

Ausgelobt wurde der Wettbewerb durch ein Konsortium, bestehend aus der Alpine Bau GmbH, der Porr GesmbH und der Strabag AG, der Stadt Wien, MA 29 – Brückenbau und Grundbau, dem Verband der Ziviltechniker- und Ingenieurbetriebe, dem Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke, dem Güteverband Transportbeton und der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie. Damit wird auch deutlich, dass mit der Concrete Student Trophy nicht nur die Interdisziplinarität unter den Studierenden forciert wird, sondern auch die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen Wissenschaft und Forschung einerseits und der wirtschaftlichen Praxis andererseits. „Die Bauwirtschaft ist engagiert, konstruktive Arbeitsgemeinschaften zu fördern. Der Grundstein dafür wird bereits in der Ausbildung gelegt. Die Concrete Student Trophy ist eine Plattform, bei der sich Studierende der Fächer Architektur und Bauingenieurwesen austauschen und ganz gezielt zusammenarbeiten. Der Wettbewerb ist schließlich nicht nur eine Auszeichnung der Leistung, sondern auch ein Instrument, Auszubildende verstärkt miteinander zu vernetzen und mit dem Umgang mit Beton und seinen Qualitäten vertraut zu machen“, betont Frank Huber von der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie bei der feierlichen Preisverleihung.

Ausgezeichnete Projekte
Das Gewinnerprojekt stammt von dem Team Esat Sehi, Damjan Grankov und Darko Tasevski von der TU Wien und nennt sich „Freefolding Upwards“. Zwei einander zugewandte Betonwände, die jeweils aus vier Dreiecksscheiben bestehen, werden miteinander konstruktiv verkoppelt. Daraus ergibt sich eine räumliche Struktur, die aus zwei sich gegenüberliegenden freien Sichtbereichen und gegeneinander verkippten Dreiecksflächen besteht. Dort befinden sich multifunktional bespielbare Sitzplattformen. Über Treppen sowohl an der Innen- als auch an der Außenseite ergibt sich eine differenzierte Begehbarkeit der Aussichtsplattform. Eine besonders hohe Herausforderung stellt das Fügen von Fertigteilen dar. Um diese Aufgabe zu meistern, hat das Projektteam durch den Einsatz von Verbundbauweise und Einbauteilen gut durchdachte Vorschläge zur Fügetechnologie vorgelegt. Ein weiterer Grund für die Entscheidung der Jury war der logische Zusammenhang zwischen dem Bauwerk und der Verwendung von Beton.

Der zweite Preis ging an das Projektteam Gernot Parmann, Peter Kaufmann und Helmut Schober von der TU Graz für ihr Projekt „Neun Grad“. Für ihr Konzept zweier unabhängiger Wegführungen zur Aussichtsplattform erhielten die Zweitplatzierten insgesamt 3.000 Euro Preisgeld. Eine Begründung für die Platzierung der Juroren war unter anderem der Vorschlag, für die Konstruktion mit nur einem Typ eines Fertigteilelements auszukommen. Die Idee zeichnet sich dadurch aus, dass hier der Zugang zur Verwendung von Beton als vorfabriziertes und demontierbares Element demonstriert und nachvollziehbar wird. Auch die Vorschläge im Sinne einer potenziellen Nachnutzung für die Einzelelemente wurden ideenreich und vielfältig vorgestellt und überzeugten die Jury.

Zusätzlich wurden heuer noch weitere vier Anerkennungspreise vergeben. Zu diesem Zweck wurde das Preisgeld um 1.000 Euro auf insgesamt 13.000 Euro aufgestockt. Die Anerkennungspreise gingen an das Projekt „Erlebnis/Weg“ von Sarah Cmoli, Barbara Gross und David Steinbacher, für die „Dreiecksbeziehung“ von Katharina Dielacher, Angelika Hesse und Peter Brugger, das Projekt „Periskop“ vom Team Caroline Biribauer, Katharina Balak und Fabian Peint­ner. Einen weiteren Anerkennungspreis erhielt das Team Brion Basha, Marvi Basha und Alexander Gruber für ihr Projekt „Climbing Wisdom“.

Hohes Niveau
Wie sich bereits in den letzten Jahren zeigte, sind die eingereichten Projekte von hohem Niveau gekennzeichnet. „Die Kreativität und Innovationskraft der Projekte sind immer wieder erstaunlich. Selbst wenn nicht jedes Projekt davon umsetzbar ist, so zeigt es uns, welches ungeheure Potenzial in den Studenten steckt“, betont Felix Friembichler, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie. Ein Kriterium zur Beurteilung war, dass die Projekte möglichst sofort umgesetzt werden können. Das ist für die Studierenden eine besondere Herausforderung, da sie mit einer praktisch realen Bauaufgabe konfrontiert werden. „Und genau darin liegt der Ansporn des Wettbewerbs. Man kann nie früh genug damit anfangen, sich mit den realen technischen und architektonischen Möglichkeiten auseinanderzusetzen“, so Felix Friembichler. „Ziel ist es, die Vorteile interdisziplinärer Arbeit für die Praxis zu erkennen“, so Friembichler weiter.

Von der bisherigen Erfolgsgeschichte und auch dem zukünftigen Weg der Concrete Student Trophy sind die Verantwortlichen jedenfalls überzeugt. So wurde etwa das Siegerprojekt aus dem Jahr 2007, die Gestaltung eines Vorprojekts einer Brücke für Rad- und Fußgänger über den Wienfluss, realisiert und heuer im Oktober feierlich eröffnet.

Diana Danbauer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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