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Alpiner Grenzgänger

09.04.2019

Ein Wochenenddomizil der besonderen Art: Der futuristischen Hülle steht ein gestalterisch wie handwerklich höchst aufwendiger Innenausbau gegenüber, der dem Projekt bei der letzten Saint-Gobain Trockenbautrophy den Publikumspreis bescherte.

Unweit der Bezirkshauptstadt Bludenz in Vorarlberg liegt die kleine Gemeinde Brand im Brandnertal auf knapp über 1.000 Metern Seehöhe. Mit eigenem Golfplatz und einem kleinen Schigebiet ist der Tourismus mit rund 200.000 Nächtigungen pro Jahr der wichtigste Wirtschaftszweig in der Region. Zu den knapp 700 Einwohnern und rund 2.000 Gästebetten zählt der Ort auch rund 300 Zweitwohnsitze.

Waldrandlage

Abseits des Gemeindegebiets in ruhiger Waldrandlage liegt das Haus CaVera, das von seinen Eigentümern als Wochenenddomizil aufwendig ausgestaltet wurde. Der historische Altbestand erhielt einen leichten Aufbau in Holz-Massivbauweise, der als eigenständige Wohneinheit gestaltet wurde. Baulich und statisch war die Aufstockung sehr aufwendig. Denn die schmale Zufahrt sowie die Hanglage des Grundstückes stellten für die ausführenden Bauunternehmen eine besondere Erschwernis dar. Darüber hinaus wurde der gesamte Aufbau statisch so berechnet, dass das darunterliegende Haus in Nachhinein abgetragen werden kann, wenn sich die Wohnbedürfnisse der Benutzer mittelfristig ändern sollten bzw. in einer zweiten Bauphase auch das Bestandsgebäude erneuert werden sollte.

Der zweigeschoßige Aufbau wurde mit vorgefertigten Brettsperrholzelementen errichtet und erhielt über die außenliegende Abdichtung eine futuristische Fassade mit kreuz und quer angeordneten Balkenelementen in unterschiedlichen Fabnuancen. Vor dem schwarzen Hintergrund der Abdichtung entsteht damit eine räumliche Tiefenwirkung, die laut Architektenentwurf das umliegende Bergpanorama mit seinen beschneiten Gipfeln, tiefgrünen Baumbeständen und dunklen Felsen aufgreift.

Aufwendiger Trockenbau

Für die Architektur ebenso wie für die gesamte Innenraumgestaltung zeichnet das Vorarlberger Architekturbüro Schallert Wüst Architekten verantwortlich. Das Planungsteam entwarf nach den Vorgaben des Bauherren ein Wochenendhaus der besonderen Art: Fernab des Alltags, verspielt und spannend, mit einem außergewöhnlichen Interieur samt unzähliger, individueller Gestaltungslösungen, die bis ins letzte Detail geplant wurden. Für die bauliche Umsetzung auf allerhöchstem handwerklichem Niveau sorgte das Montageteam der Preite Verputz und Trockenbau GmbH aus Bürs. Für die Realisierung der Architekturplanung musste das Team von Preite die gesamte Bandbreite an Stuck- und Trockenbau-Know-how aufbieten, zumal für den gesamten Innenausbau auch nur eine Bauzeit von lediglich fünf Monaten anberaumt war. In der ersten Ausbauphase wurde der gesamte Massivholzbau mit Vorsatzschalen brandschutztechnisch bekleidet. Dabei wurden in Summe über 650 Quadratmeter Wand- und Deckenfläche mit Gipsplatten versehen.

Detailverliebt

Nicht nur die Anforderungen an den Brandschutz wurden mithilfe des Trockenbaus gelöst. Wesentlich aufwendiger gestaltete sich noch die Umsetzung der zahlreichen, vom Architekten entwickelten und baulich höchst anspruchsvollen Detaillösungen, die allesamt in Stuck- und Trockenbauweise umgesetzt wurden. Wie zum Beispiel das Oberlicht über dem zentralen Flur im Neubau. Auf der Basis einer Ellipse holt der konisch nach oben zulaufende Zylinder über die Raummitte natürliches Tageslicht in den ansonsten dunklen Innenraum. Darunter erzeugen frei stehende aus GKB gebogene und mit Filz überzogene Wandscheiben eine zentrale Garderobe. Um diese Mitte mussten auch die Raumtrennwände zum anschließenden Sanitärbereich sowie zu den Schlafräumen konzentrisch gebogen werden, um einen harmonischen Gesamteindruck zu erzielen.

Ein weiteres, handwerklich höchst anspruchsvolles Detail stellt die Beleuchtung im Wohnraum dar. Aus der Vorsatzschale der Wände heraus wurden Rigiflex Lichtvouten gebogen, hinter denen sich die indirekte Beleuchtung verbirgt. Der Übergang zur geraden Trockenbauwand wurde händisch mit Stuckgips gezogen. Darüber erhielt die Decke einen zusätzlichen Rahmen aus Stuckstäben.

Schwarzes Entree

Aber schon beim Betreten des Hauses bekommt der Besucher einen ersten Eindruck von der außergewöhnlichen Gestaltung. Die besondere Atmosphäre, die hier mit dem Einsatz von Trockenbau und Stuck erreicht wurde, zieht sich durch den gesamten Aufbau. Der Eingangsbereich wie auch das gesamte Stiegenhaus wurden mit Gipsplatten bekleidet und in der höchsten Oberflächenqualität gespachtelt. Denn im Unterschied zu einer konventionellen matt-weißen Oberfläche wurden hier alle Wände sowie die Decke mit tiefschwarzer Latexfarbe gemalt. Jede noch so kleine Unebenheit in der Oberfläche wird damit im Streiflicht der Beleuchtung als deutliche Kante erkennbar.

Autor/in:
Tom Cervinka
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