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Deutscher WDVS-Markt weiter auf Talfahrt

16.12.2014

Der deutsche Markt für WDVS schrumpft auch im Jahr 2014 voraussichtlich um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Herstellererlöse verpassen die Marke von einer Milliarde Euro klar, berichtet der aktuelle Branchenradar „Wärmedämm-Verbundsysteme in Deutschland 2014“ von Kreutzer Fischer & Partner. Obgleich der Wohnungsneubau brummt, sinken die Herstellererlöse – bei nahezu konstantem Durchschnittspreis – auch im laufenden Jahr um voraussichtlich 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 965 Millionen Euro. Damit rutscht der Markt erstmals seit vielen Jahren wieder unter die Marke von einer Milliarde Euro.

Verantwortlich für die anhaltend schwache Performance ist ein neuerliches Absacken des Sanierungsmarktes. Bereits im Jahr 2013 gab es bei Fassadendämmungen für den Gebäudebestand einen Umsatzrückgang von minus 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im laufenden Jahr beschleunigt die Talfahrt auf nahezu zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gäbe es nicht ein robustes Wachstum aus dem Wohnungsneubau, wäre die Lage noch dramatischer.

Energieausweis drosselt Engagement für Dämmmaßnahmen

Eine nicht unwesentliche Ursache für die sinkende Nachfrage nach Fassadendämmungen findet sich in den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Anders als in anderen europäischen Ländern, zielt in Deutschland der Energieausweis überdurchschnittlich stark auf den Wärmeträger für die Heizung ab und weniger auf den U-Wert eines Gebäudes. Und da die Neuinstallation eines Heizkessels deutlich günstiger ist, als eine Fassadendämmung, führt das Gesetz unweigerlich dazu, dass weniger Dämmmaßnahmen getätigt werden als früher. Ob damit der Umwelt ein Dienst erwiesen wird, ist umstritten. Hinzu kommt ein zunehmend kontroversiell geführter Diskurs über den bauphysikalischen Nutzen einer Gebäudeisolierung an und für sich bzw. über die Umweltverträglichkeit von Styropor und dessen Verhalten im Falle eines Gebäudebrands. Folglich sind auch WDVS mit organischen Dämmstoffen die einzige Produktgruppe, die im laufenden Jahr Umsatz gewinnt. Mineralwolle und Schaumstoffe verlieren prozentuell nahezu gleich viel.

Knapp die Hälfte des WDVS-Marktes liegt in Süddeutschland

Möglicherweise liegt die Schwäche des deutschen WDVS-Marktes aber auch in der – im Vergleich mit den südlichen Nachbarländern – geringen Marktpenetration. Denn mit aktuell rund 37 Millionen Quadratmetern ist der deutsche WDVS-Markt beispielsweise nicht einmal vier Mal so groß wie der österreichische Markt. Der Grund hierfür liegt aber weniger an einer geringeren bundesdeutschen „Dämm-Mentalität“, als vielmehr an der anderen Bauweise. In Österreich dominiert die Putzfassade, in Deutschland wird auch viel mit Klinker oder Kalksandstein gebaut, vor allem im Norden. Hinsichtlich der Baukultur ist nur der Süden Deutschlands mit Österreich vergleichbar. Insofern wundert es auch nicht, dass alleine Bayern und Baden-Württemberg einen Marktanteil von 47 Prozent am bundesdeutschen WDVS-Markt halten.

Sto verteidigt Marktführerschaft

Mit den Herausforderungen des Marktes kommen die Anbieter unterschiedlich gut zurecht. Nichtsdestotrotz bleibt Sto Marktführer, dahinter folgen DAW, Brillux und Saint-Gobain Weber. Der Marktanteil der Top Vier liegt bei 76 Prozent.

 

Autor/in:
Redaktion Color
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