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 © Marketagent.com, Social Friday/Aleksandra Kostadinovska © Marketagent.com, Social Friday/Aleksandra Kostadinovska © Marketagent.com, Social Friday/Aleksandra Kostadinovska © Marketagent.com, Social Friday/Aleksandra Kostadinovska

Endlich Freitag

09.04.2019

Das Konzept des „Social Friday“ wurde vom schweizerisch-mazedonischen Unternehmer Fikret Zendeli ins Leben gerufen. Mit seiner Initiative hat er es sich zum Ziel gesetzt, unproduktive Büro-Freitagnachmittage in soziales Engagement zu verwandeln.

Es ist hinlänglich bekannt, dass die Produktivität in vielen Betrieben spätestens Freitagmittag drastisch sinkt. Belegt wird das nun auch durch die Studie von Marketagent.com, die zehn Länder in Sachen Produktivität untersucht hat. Egal ob Österreich, Frankreich, Schweden oder die USA, die Ergebnisse sind sich sehr ähnlich: Freitage zählen in allen befragten Ländern zu den am wenigsten produktiven Tagen. In Österreich gibt sogar knapp die Hälfte aller Arbeitnehmer zu, mit den Gedanken gegen Ende der Arbeitswoche nicht mehr ganz bei der Sache zu sein. Insbesondere nach 14.00 Uhr geht es mit dem Arbeitseifer steil bergab und mündet nicht selten darin, sich sinnlosen Tätigkeiten zu widmen, die dem Unternehmenserfolg nur wenig dienlich sind. Dass man diese wirtschaftlich unproduktive Zeit auch sinnstiftend nutzen kann, hat sich Fikret ­Zendeli, Inhaber des Dienstleistungsunternehmens Breon in Skopje überlegt und die Social Friday-Bewegung gegründet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, unproduktive Büro-Freitagnachmittage in soziales Engagement zu verwandeln. So nutzen er und sein Team einen Freitagnachmittag pro Quartal, um gesellschaftlich relevante Initiativen zu unterstützen: Kochen in einer Armenspeisung, Reinigen des Skopjer Stadtparkes oder ein Zoobesuch mit Bewohnern eines Behindertenheimes standen bisher ebenso auf der Liste der Social Fridays wie das Malen und Basteln mit Kindern eines SOS-Kinderdorfes. Dafür werden Mitarbeiter in dieser Zeit freigestellt.

Nachmachen erwünscht

Fikret Zendelis Ziel ist es, dass die unproduktivste Periode der Woche zu einer Zeit der Begegnung und der Horizont­erweiterung wird – und zu einer Zeit, in der die Aufmerksamkeit Bedürftigen zukommt. Die Idee dahinter erklärt Zendeli so: „Ich möchte damit einen Begegnungsanlass schaffen, wo sich Wirtschaft und Gesellschaft treffen, um soziale Organisationen direkt vor Ort zu unterstützen.“ Der Vorteil seines Konzeptes liegt unter anderem darin, dass Unternehmen mit einem solchen Engagement aktiv das Bewusstsein für das soziale Umfeld stärken können, statt nur am Ende des Jahres anonym Geld zu spenden. „Darüber hinaus stärkt das Engage­ment den Teamspirit und fördert etwas, das den Bessergestellten manchmal verloren geht: Demut“, so der Initiator. Zwei Aspekte sind dabei entscheidend für den Erfolg des Social Fridays: Freiwilligkeit und Regelmäßigkeit. „Die Mitarbeiter dürfen selber entscheiden, ob sie sich der Social Friday-Aktivität anschließen. Es ist ein Angebot des Unternehmens, aber keine Verpflichtung. Es gibt bei uns nicht einmal einen Reminder“, so Zendeli. Und auch die regelmäßige Abhaltung, wie etwa ein Freitag im Quartal, ist für den Unternehmer ein zentrales Element. „Es geht eben nicht darum, Geld zu spenden oder eine einmalige Aktion zu veranstalten, sondern nachhaltig, langfristig und engagiert soziale Verantwortung zu übernehmen.“

Zudem hofft er, mit der Aktion weltweit Nachahmer für seine Idee zu finden, die das Konzept des Social Friday ebenso in ihr Unternehmen integrieren. In Österreich hat sich Marketagent.com für die Idee interessiert, begeistert und im Februar den ersten Social Friday des Landes abgehalten. „Wir freuen uns, die Social Friday-Bewegung als erstes Unternehmen nach Österreich zu holen. Im Rahmen der Initiative machen wir einen Freitagnachmittag im Quartal gemeinschaftlich blau, um der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Das stärkt nicht nur das Teamgefüge, sondern stiftet wirklich Sinn“, so Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com. „Im ersten Durchgang haben wir Schlafsäcke und Thermomatten an obdachlose Menschen in Wien gespendet. Wir freuen uns, dass wir mit Shades Tours dabei einen kompetenten Partner an unserer Seite haben“, so Schwabl.

Autor/in:
Diana Danbauer
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