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Walter Ruck und Isabella Jaburek-Nourry

Erleichterung für EPU

20.08.2018

Die Wirtschaftskammer Wien präsentiert ein neues Modell zur antragslosen Einkommenssteuererklärung.

„Als Wirtschaftskammer Wien stoßen wir immer vor allen anderen die richtigen Themen und innovativen Maßnahmen für erfolgreiches Wirtschaften an. Viele unserer Ideen wurden von der Politik bereits aufgegriffen und umgesetzt. Heute präsentieren wir die nächste Initiative, die das Unternehmerland attraktiver machen wird: die unbürokratische antragslose Einkommensteuer für Ein-Personen-Unternehmen. Unser Modell bedeutet eine win-win-Situation für Unternehmer, Standort und Finanzbehörde“, sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.

Das Modell der WK Wien

Seit dem Steuerreformgesetz 2015/2016 gibt es die antragslose Arbeitnehmerveranlagung für unselbständig Beschäftigte. Das Finanzamt führt seither eine automatische Arbeitnehmerveranlagung durch, wenn:

  • keine Arbeitnehmerveranlagung durch den Steuerpflichtigen bis Mitte des Folgejahres eingereicht wird
  • mit einer Steuergutschrift zu rechnen ist
  • anzunehmen ist, dass keine Werbungskosten oder Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Geht es nach dem Modell der WK Wien soll eine antragslose Veranlagung in ähnlicher Form auf EPU bis zu einem Jahresumsatz von 30.000 Euro ausgeweitet werden. Die Unternehmer müssen beim Finanzamt nur noch ihren Jahresumsatz melden, der Einkommenssteuerbescheid wird dann automatisch vom Finanzamt erstellt. Aufwändige Buchführung und komplizierte, bürokratische durch verschiedene Formulare gestützte Steuererklärungen entfallen. Die Einkommenssteuerbescheide werden mittels drei Pauschalierungsgruppen (Dienstleistungen, produzierendes Gewerbe, Handel) seitens der Finanz ermittelt. „Insgesamt wären 200.000 Gewerbetreibende von der Erleichterung betroffen, 40.000 davon alleine in Wien. Selbstverständlich profitiert auch die Finanzverwaltung durch den Wegfall von über 200.000 eingereichten Veranlagungen“, erklärt Ruck.

Volkswirtschaftliche Effekte

Neben den direkten Auswirkungen auf EPU und Finanzbehörde, wird sich das Modell auch positiv auf die Wirtschaftsleistung auswirken. Experten rechnen, dass 100.000 Unternehmer österreichweit rund 100 Millionen Euro durch den Entfall von Steuerberatungskosten einsparen. Fließt dieser Betrag in den Konsum, dann entstehen eine Wertschöpfung von 140 Millionen Euro und 1.800 neue Jobs, wovon auf Wien 28 Millionen Euro und 360 Arbeitsplätze entfallen. Viele Unternehmer werden aber auch ins Unternehmen investieren oder Rücklagen bilden. Das steigert die Wettbewerbsfähigkeit und Lebensdauer von Kleinunternehmen. Das sieht auch die selbständige Farb- und Stilberaterin und selbst Kleinunternehmerin Isabella Jaburek-Nourry so: „Mein Unternehmen ‚Look at you‘ ist noch jung und klein. Der bürokratische Aufwand ist aber genauso groß wie bei einem Betrieb, der seit Jahrzehnten auf dem Markt ist. Jede Zeit- und Kostenersparnis ist daher eine willkommene Entlastung. Als Kleinunternehmerin habe ich ohnehin schon viel zu tun. Da ist es gut, wenn auch einmal etwas einfacher wird.“

Die Broschüre „antragslose Einkommensteuererklärung“ steht unter https://news.wko.at/news/wien/Est-Veranlagung.html zum Download.

Autor/in:
Redaktion Color
Original erschienen am 20.08.2018: Color.
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