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Fairness am Arbeitsplatz

20.11.2014
GBH

In einer hochkarätigen Podiumsdiskussion im Rahmen des 19. Gewerkschaftstages der Gewerkschaft Bau-Holz diskutierten Vertreter aus Gewerkschaft, Wirtschaft, Finanzpolizei und EU über die Voraussetzungen für faire Arbeitsplätze in Österreich und Europa. Einig war man sich in der Forderung nach Änderungen in der Gewerbeordnung und im Kampf für faire Vergaben.

Probleme gibt es vor allem, weil „jeder Dahergelaufene mit einem Stanleymesser in der Tasche eine Gewerbeberechtigung bekommt“, wie GBH-Bundesvorsitzender Josef Muchitsch es auf den Punkt brachte. Franz Kurz von der Finanzpolizei betonte große Probleme mit betrügerischen Neugründungen von Firmen: „Es gibt Neugründungen, bei denen 2.000 bis 3.000 Leute angemeldet werden auf einen Briefkasten. Da sollte man ansetzen! Die Sozialversicherungen sind gefordert, Angaben auf Seriosität zu überprüfen.“ Es müsse möglich sein, so Muchitsch, dass die Finanzpolizei bei Vergehen direkt vor Ort exekutieren und eine Baustelle auch sperren dürfe.

Einig war man sich auch in der Bedeutung fairer Auftragsvergaben. Die Bundesspartenobfrau von Handwerk und Gewerbe Renate Scheichelbauer-Schuster berichtete aus der Praxis: „Man hat den Eindruck, dass für die Auftraggeber nur der Preis zählt. Man vergisst Qualität, Gewährleistung, regionale Wertschöpfung.“

Das Bestbieterprinzip müsse so rasch als möglich umgesetzt werden. Manche Probleme können nur auf EU-Ebene gelöst werden. Oliver Röpke, Leiter des ÖGB-Europabüros, rief zum Kampf gegen Ich-AG auf und wies darauf hin, dass rund 30.000 Lobbyisten multinationaler Konzerne und Banken nur eine Handvoll Menschen gegenüberstehen, die auf EU-Ebene den Arbeitnehmern eine Stimme geben: „Wir brauchen ein soziales Europa, nicht ein Europa der Konzerne!“

Die im Parlament beschlossenen Änderungen im Lohn- und Sozialdumpingbekämpfungsgesetz wurden von allen PodiumsteilnehmerInnen begrüßt. Muchitsch: „Hier ist Sozialminister Rudolf Hundstorfer ein wichtiger weiterer Schritt zur Bekämpfung von Lohn- und Sozialdumping in Österreich gelungen.“

Autor/in:
Redaktion Color
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