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Frisch, fröhlich, Farbe!

14.12.2010

Der Winter steht vor der Tür, aber alle denken an den Frühlingsputz. Die Textilbranche rüstet sich für die kommende Saison. Eine Vorschau auf die kommende Saison 2011 zeigt die Trends bei Wohntextilien und Tapeten.

Die Wirtschaftkrise ist vorbei, die Konjunktur zieht an. Das versuchen uns zumindest die Prognosen weiszumachen. Aber ganz egal, ob Realität oder doch nur Placebo: Den Menschen tut es gut, wieder positive Meldungen zu hören, und sie denken wieder an – Tapetenwechsel. Auch in der Textil- und Tapetenbranche ist man optimistisch, wenngleich auch vorsichtig. Wichtig ist, wo man sich positioniert, wenn man den frischen Aufwind der Konjunktur nutzen und Kunden für sich gewinnen will.

Doch wohin geht nun der Trend eigentlich? Für das kommende Jahr 2011 lässt sich das schon deutlich erkennen. „Der Trend geht zu mehr Bewusstsein“, sagt Eliane Ernst, Product Manager bei Création Baumann. „Man konsumiert bewusster, wählt genauer aus. Der Konsument interessiert sich für Qualität, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit. Er möchte wissen, wo, wie und von wem Produkte hergestellt werden, die er kauft.“ Die dänische Textildesignerin Fanny Aronsen setzt auch auf mehr Qualitätsbewusstsein der Konsumenten: „Ich hoffe, dass die Menschen begriffen haben, dass es wichtig ist, auf bessere Qualität in allen Lebensbereichen zu achten, bei der Nahrung wie auch beim Wohnen. Für unser Zuhause kaufen wir dann lieber weniger Dinge, die dafür auf eine verantwortungsvolle Weise produziert und aus wertvollen Materialien gemacht sind. Wir sind sicherlich auch aufmerksamer gegenüber unserem eigenen Geschmack und wagen es, unsere ganz persönlichen Entscheidungen zu treffen, was im Endeffekt unser Heim wesentlich individueller macht.“

Es wird bunt
Frisches Flair bringen natürlich in erster Linie die Farben in die Räume. Orlando Roque von Rasch Tapetenfabrik hat zu diesem Thema gleich die ganze Palette parat: „Es wird weiterhin helle Farbtöne geben, viel Ecru, Offwhite, Beige, Greige, Hellbrauntöne und Taupe. Ebenso stark etablieren sich Beerentöne, Violett und Flieder, langsam aber auch wieder die Blautöne, vor allem mit Petrol-Richtung, die lange ganz verschwunden waren. Die De­signs in halbtransparenter Umsetzung dominieren, verstärkt kommen auch Gold-, Silber- und Bronzeeffekte sowie Ausbrenner und Jacquards wieder zum Einsatz. Weiterhin wird es viele Streifen und florale Muster geben, parallel dazu geht die Ornamentik zurück und weicht dezenten Motiven und auch zugunsten von Strukturmustern und Faux-Unis.“ Auch Mauve, Pflaume, Kürbis und Weiß mit Akzenten wären gefragt, meint der Experte. Ein wenig zurückhaltender zeichnet sich das Farb­register bei Création Baumann ab. „2011 dominieren vor allem Naturtöne in Weiß, Beige, Braun und Warm-Grau. Dazu kommen Farbakzente: Grün in allen Nuancen, Rostrottöne und Ziegelrot, Gelb von Knallgelb bis Honig und Ocker“, gewährt Eliane Ernst einen ersten Einblick. Fanny Aronsen lässt für ihre neuen Kollektionen gleich drei Richtungen anklingen: „Es werden mehrere Richtungen sein: eine in natürlichen Farbtönen wie warme Kameltönung, warmes Grau und sanftes Schneeweiß. Eine andere mit Pastelltönen wie helles, gräuliches Pink, helles Nougat, helles Eisblau und Pistaziengrün. Diese werden sehr oft mit intensiven Farben als Akzent kombiniert. Die dritte wird in Richtung Petrol, Fenchel, Aubergine, China Red und dunkles Violett gehen.“

Auf Tuchfühlung
Was die Haptik angeht, darf man sich auch schon freuen. „Ich würde es begrüßen, mehr taktile Textilien zu sehen, bei denen verschiedene Techniken angewendet werden, etwa strukturierte Bänder bei gewobenen, gestrickten und gestickten Erzeugnissen. Ich hoffe auch, dass bedruckte Textilien wieder stärker in den Interieurbereich zurückkehren“, sagt Fanny Aronsen. Orlando Roque sieht klar eine Zukunft für Effektgewebe in Mischqualitäten, eine Zunahme der Baumwollanteile und eine Tendenz zu natürlicher Optik und Haptik. Bei Création Baumann setzt man auf edle Naturmaterialien wie Leinen, Wolle, Seide und Baumwolle sowie hochwertige, schlichte Stoffe. Mehrheitlich kommen auch hier Unis mit Strukturen oder mit ganz dezenten Musterungen zum Zug. Aber auch funktionale Stoffe in flammhemmenden Fasern mit guten Pflege­eigenschaften, die eine natürliche Optik besitzen, werden die Kollektion bereichern.

Mode? Jein!
„Für den Interiorbereich ist die Mode nur eine Inspirationsquelle von vielen. Einflüsse aus Architektur und Kunst spielen beispielsweise eine wichtigere Rolle“, ist Eliane Ernst überzeugt. Orlando Roque erkennt die Affinität zur Mode nur im Ansatz: „Aber eher im Farbbereich und weniger in den Mustern oder Qualitäten, wobei der Einfluss stärker wird. Waren es beispielsweise vor zehn Jahren noch etwa zwei Jahre, ehe Farbtrends aus der Mode im Heimtex-Bereich ankamen, so ist dieser Zeitraum auf ein halbes bis ein Jahr zusammengeschrumpft.“ Die Designerin Fanny Aronsen sieht hingegen eine starke Wirkung, die von der Mode ausgeht. „Aber ich denke, dass der Einfluss in beide Richtungen geht. Die Mode-Welt ist gleichermaßen stark beeinflusst von Architektur und Interiordesign.“ Somit wären die beiden also quitt.

Autor/in:
Redaktion Color
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