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Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler hat sich für den Dämmstoff Hanf für die Fassade des Amtshauses stark gemacht.

Hanf dämmt im Nationalpark Hohe Tauern

28.04.2015

Die Gemeinde Virgen hat ihr Amtshaus mit Hanf gedämmt.

Dem Amtshaus der Osttiroler Gemeinde Virgen wurde mit Hanf-Platten von Capatect gedämmt.

Das ökologische Dämm-System vom WDVS-Spezialisten Capatect aus Perg sorgt dafür, dass rund die Hälfte der Gebäude-Energie eingespart werden kann. „Als e5-Gemeinde, die sich für Klimaschutz und Nachhaltigkeit stark macht, fiel uns die Entscheidung für den Dämmstoff Hanf sehr leicht“, sagt Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler auf die Frage nach den Motiven. „Wir wollten ein Material, das nicht ölhaltig ist, nachwächst und aus Österreich stammt.“ Das Rohmaterial kommt von Bauern aus dem Wein- und Waldviertel. In Haugsdorf werden die Hanffasern zu Dämmplatten aufbereitet. Hanf zählt zu den ältesten Nutz-Pflanzen der Menschheit und bietet viele Vorteile gegenüber anderen Dämmstoffen. „Die Hanffasern jucken nicht, riechen nicht, ziehen kein Ungeziefer an, kühlen im Sommer, und wärmen im Winter“, erklärt Engelbert Wiedmann von der Firma Synthesa. Industriehanf ist zudem eine gute Anbaualternative für Bauern in relativ strukturschwachen Gebieten.

Wohlfühlklima inklusive

Vergangenen Sommer hat die umweltbewusste Nationalparkgemeinde damit begonnen, die Hülle des Amtshauses zu sanieren und mit einer Dämmung aus Hanf zu versehen. Auf die 550 Quadratmeter Fassade des Gemeindegebäudes wurden 16 Zentimeter dicke Hanfplatten montiert. Der Energieverbrauch des mit Biomasse-Nahwärme beheizten Gebäudes, dessen Natursteinmauerwerk seit dem Jahre 1746 besteht, soll von vormals 65.000 auf 30.000 Kilowattstunden schrumpfen. „Nach dem ersten Winter im neu gedämmten Amtshaus kann ich nur sagen: wir fühlen uns pudelwohl“, beschreibt Bürgermeister Ruggenthaler das erlangte Wohlfühlklima im Gebäude.

Virgen hat gemeinsam mit diesem Schritt 85 Prozent aller möglichen Klima-Energiemaßnahmen umgesetzt und liegt im Ranking der e5-Gemeinden österreichweit an dritter Stelle und europaweit an sechster Stelle. Dafür überreichte Umweltminister Andrä Rupprechter dem Bürgermeister eine klimaaktiv-Auszeichnung. Das „Sonnige Plätzchen“, so die deutsche Bezeichnung des slawischen Wortes Virgen, ist damit Vorbild in Österreich und Europa.

Autor/in:
Redaktion Color
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