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 © Screenshot von Hannes Herbsthofers Youtube-VideoNorbert Paul Ulbing © Screenshot von Hannes Herbsthofers Youtube-Video © Screenshot von Hannes Herbsthofers Youtube-VideoAlain Kutten © Screenshot von Hannes Herbsthofers Youtube-VideoAlois Feuchter © Screenshot von Hannes Herbsthofers Youtube-Video

Hannes Herbsthofer brachte seine „atmenden Wände“ nach Graz

26.02.2020

Malermeister Hannes Herbsthofer präsentierte kürzlich in der WKO in Graz gemeinsam mit Unternehmensberater Norbert Paul Ulbing sein klimaneutrales Firmenkonzept. Rund 50 Berufskollegen waren gekommen, darunter auch der Luxemburger Alain Kutten, der sich in seiner Region als „Gestaltungshandwerker“ einen Namen gemacht hat.

„Schauen wir einmal, wo bei dir die Rohdiamanten versteckt sind“, warf Norbert Paul Ulbing bei den anwesenden Malermeistern in den Raum. Der Unternehmensberater trat beim Maler- und Stuckateur-Symposium in Graz als Positionierungsexperte auf, der im Falle einer Konsultierung ein gemeinsames Konzept mit den Unternehmern erarbeitet. „Nicht zu breit aufgestellt sein", laute dabei eine der Devisen, denn: „So ist man vergleichbar mit anderen". Das Ziel müsse aber sein, einzigartig hervorzustechen. „Positioniere dich, gib deinen Dienstleistungen und Produkten einen Namen, arbeite dich in die Köpfe der Kunden“, appellierte Ulbing. Positionierung sei gerade aufgrund des Überflusses an Information wichtig, dem die Menschen ständig ausgesetzt seien. „Gerade deshalb musst du dich vereinfachen“, so Ulbings Devise. Und: „Den Kunden interessiert in Wahrheit nur eines: ein emotionaler Nutzen".

Sich positionieren: Sieben Worte auf einen Streich

Eine Positionierung zu finden, sei, kurz ausgedrückt, ein „Statement in maximal sieben Worten“. „Im Falle von Hannes Herbsthofer sind wir auf ‚Wir lassen Ihre Wände wieder atmen‘ gekommen“, erläuterte Ulbing und verwies auf die Tischlerbranche: „Die Tischler haben mittlerweile ein anderes Image aufgebaut mit dem Slogan ‚Ihr Tischler macht’s persönlich‘. Ganz klar wäre hier auch die Innung gefragt, einen entsprechenden Beitrag zu leisten“, führte Ulbing aus.

Einer, der die Wände wieder atmen ließ

Seine „Handwerkskunst erfolgreich transportiert“, wie Ulbing es ausdrückte, hat Hannes Herbsthofer. Der Malermeister aus Kaindorf begann als erster in Europa seinen Betrieb klimaneutral zu führen. „2006", so erzählte Herbsthofer den anwesenden Berufskollegen, war bei mir das Jahr der Entscheidung. Wir haben 2005 noch immer dieselben Malerarbeiten gemacht wie 1983. Da dachte ich mir, das kann es ja nicht sein“. Herbsthofer traf daraufhin teils radikale Entscheidungen. Neben der Umgestaltung seines Logos von rosa auf grün hörte er auch auf, im weiten Umkreis Aufträge anzunehmen. „Wir sind nicht mehr über den Wechsel gefahren und haben uns außerdem nur mehr auf Privatkunden spezialisiert.“ Der Unternehmer nahm zudem beim Projekt „Footprint Austria“ teil. Sukzessive arbeitete er nur mehr mit ökologischen Produkten, hinzu kam der Slogan „Wir lassen Ihre Wände wieder atmen“. „Auf einmal haben uns die Kunden in unserem Bereich wieder wahrgenommen“, erzählt er. Die Positionierung beziehungsweise Spezialisierung zahlte sich aus: Seit 2013 hat Herbsthofer seinen Deckungsbeitrag verdoppelt. Für Berufskollegen besteht auch die Möglichkeit, Markenpartner zu werden. „Mein Ziel sind 40 Markenpartner in Österreich, insgesamt 200 Markenpartner im deutschsprachigen Raum“, erläuterte Herbsthofer.

Der Gestaltungshandwerker aus Luxemburg

Einer davon, der luxemburgische Unternehmer Alain Kutten, war ebenfalls zum Symposium nach Graz gekommen. Er positioniert sich als „Gestaltungshandwerker“. Bereits drei bis vier Wochen nach der Umstellung bemerkte er, dass die Auftragsbücher bereits voller waren. „Die Bezeichnung Gestaltunghandwerker kommt beim Kunden besser rüber“, beschrieb er.

Der Spezialist für historische Maltechnik

Malermeister Alois Feuchter hat sich mit seinem Betrieb auf historische Maltechnik spezialisiert. Sein Betrieb „Feuchter Farbtechnik“ ist seit vielen Jahren in der Baudenkmalpflege tief verwurzelt. Feuchter berichtete von einem Projekt im Stift Admont. Ein dreiviertel Jahr lang waren abwechselnd drei bis vier Mitarbeiter anwesend, um die Renovierungsarbeiten durchzuführen.

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