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Intakte Zahlungsmoral

06.09.2016

Besonders Gemeinden zahlen deutlich schneller als in den Vorjahren.

Die KSV1870 Trendstudie zum Zahlungsverhalten zeigt, dass die Zahlungsmoral in Österreich intakt ist: 82 Prozent der österreichischen Gemeinden begleichen ihre Rechnungen ebenso pünktlich wie 80 Prozent der Bundesbehörden und 79 Prozent der Länder. Damit liegt die öffentliche Hand sogar schon vor den Unternehmen, von denen 76 Prozent innerhalb des vereinbarten Zahlungsziels überweisen. Österreichs Firmen zahlen im Durchschnitt spätestens nach 29 Tagen ihre Verbindlichkeiten.

Bei den Zahlungsfristen zeigt sich, dass der öffentlichen Hand mehr Spielraum gelassen wird: Sie hat im Schnitt 32 Tage Zeit, während man von Unternehmen die Begleichung in 24 Tagen erwartet. Dieser kleinere Spielraum verzerrt natürlich das Bild etwas, jedoch streut Johannes Nejedlik, Vorstand der KSV1870 Holding AG, der öffentlichen Hand Rosen: „Ein Zahlungsverzug ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verlust für die Gläubiger, und der kann drastische Folgen haben. Das Bundesvergabegesetz mit seinen 30 Tagen Zahlungsfrist dürfte bei den öffentlichen Institutionen das Bewusstsein dafür geschärft haben, dass Dienstleister und Zulieferer ihrerseits ihre Mitarbeiter und Verbindlichkeiten bezahlen müssen.“

Auch die befragten Unternehmen gaben an, dass sie mit dem Zahlungsverhalten ihrer Firmenkunden zufrieden seien, Zwölf Prozent sprechen sogar von einer Verbesserung. Bei den Privatkunden ist man diese Disziplin schon beinahe gewöhnt: Bei 72 Prozent ist die Zahlungsmoral gut, bei neun Prozent hat sich diese sogar noch einmal verbessert.

Schnelles Mahnen wirkt

Doch was tun Gläubiger, um die Zahlungsmoral ihrer Schuldner anzukurbeln? Auch wenn diese in weiten Teilen gut ist, geben nur 18 Prozent der Befragten an, niemals Maßnahmen zur Forderungseinbringung ergreifen zu müssen. Die restlichen 82 Prozent setzen meist zuerst auf eigene Versuche, wie schriftliche, telefonische, sogar persönliche Mahnung. Das tun sie auch sehr schnell, in 31 Prozent aller Fälle bereits innerhalb von sieben bis zehn Tagen nach Fälligkeit. Johannes Eibl, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH: „Die Chancen auf Bezahlung sinken mit jedem Tag nach Fälligkeit rapide. Daher raten wir keinesfalls dazu, abzuwarten. Nur schnelle und effiziente Betreibungsschritte führen zum Ziel“. Doch leider helfen auch diese nicht immer: Schließlich müssen 28 Prozent, also mehr als ein Viertel aller offenen, fälligen Rechnungen, extern zur Betreibung gegeben werden.

Die dabei eingeforderten Verzugszinsen sind gesetzlich geregelt und auch Mahnkosten werden gesetzlich als Schadenersatz gewertet. Trotzdem geben sich 64 Prozent der Unternehmen bei Privat- und Firmenkunden letztlich mit der Bezahlung der Kapitalforderung zufrieden, bei öffentlichen Institutionen sind es sogar 72 Proeznt, die auf die ihnen zustehenden Zinsen und Spesen verzichten.

Der durchschnittliche Forderungsverlust betrug laut Umfrage zwei Prozent des Umsatzes. Um diesen Verlust auszugleichen, stellen 50 Prozent der Unternehmen einzelne Kunden auf sichere Zahlungsarten, wie Vorauskassa oder Nachnahme, um. 54 Prozent der Befragten versuchen, Forderungsverluste bereits im Vorfeld zu limitieren, indem sie gezielt Liefersperren setzen, 27 Prozent tauschen sich untereinander aus, indem sie Erfahrungen weitergeben, 15 Prozent schließen Kreditversicherungen ab.

Zufriedenheit stimmt optimistisch

Waren es im Vorjahr noch weniger als 50 Prozent, die ihre momentane Geschäftslage positiv einschätzten, so sind es diesmal bereits 53 Prozent. Die befragten Unternehmen blicken auch optimistisch auf die kommenden Monate: 41 Prozent erwarten eine gute Geschäftsentwicklung, acht Prozent sogar eine sehr gute. Und auch das Zahlungsverhalten der eigenen Kunden wird von 55 Prozent entsprechend positiv erwartet, fast vier Prozent prognostizieren sogar weitere Verbesserungen.

Autor/in:
Redaktion Color
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