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Ernst Gruber, Hubert Culik, Albert Keiler und Klaus Schaubmayr.

Lackindustrie leidet

04.07.2017

Mangelnde Rohstoffverfügbarkeit und verschärfte Chemikaliengesetzgebung setzen die Lackindustrie unter Druck.

Österreichische Lack- und Anstrichmittelunternehmen blicken auf ein passables Jahr 2016 zurück. Mit einem Produktionswert von 434 Millionen Euro konnte eine Steigerung von zirka 3,1 Prozent erzielt werden. Trotz dieses guten Ergebnisses erwartet sich Hubert Culik, Obmann der österreichischen Lackindustrie, in diesem Jahr ein besseres Ergebnis.

Im Außenhandel allerdings sieht es ganz anders aus. Obwohl es im Export in Polen und den Niederlanden Zuwachs gibt, musste man in der Tschechischen Republik 16 Prozent einbüßen. Auch die Exporte nach Russland erholten sich nur minimal.

Rohstoffproblematik nimmt zu

Die größten Probleme machen aber derzeit die Rohstoffe. Bei einem der Schlüsselrohstoffe Titandioxid kam es zu einem Preisanstieg von rund 30 Prozent. Mittlerweile sind auch Lösemittel/Bindemittel und Pigmente nicht vor der Teuerung geschützt. Da sich dieser Kostenanstieg drastisch auf die Produktionskosten auswirkt und keine deutliche Besserung in Sicht ist, wird auch der Kunde demnächst die Auswirkungen spüren, ist sich der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs sicher.

Gesetzgebung erhöht Druck

Auch die Chemikaliengesetzgebung übt einen enormen Druck auf die Unternehmen aus. Die neuen Vorschriften Reach und CLP schlagen zunehmend schärfere Einstufungen vor, bis hin zu Verbots- und Beschränkungsmaßnahmen. Wird Titandioxid als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft, könnten Konsumenten durch die verpflichtende Kennzeichnung irritiert werden. „Wir sind der Meinung, dass die Versuchsreihe, auf der die Einstufung als ‚möglicherweise krebserregend‘ nicht professionell und zeitgemäß ist und somit eine derartige Deklarierung nicht wissenschaftlich fundiert ist“, betont Klaus Schaubmayr vom FCIÖ.

Die von der EU angestrebten Beschränkungen im Biozid-Bereich erschweren die Haltbarkeit bei umweltfreundlichen, wasserbasierten Farben und Lacken, da diese Produkte ohne Konservierungsstoffe nur noch in Kühlung gelagert werden könnten. „Das würde so weit gehen, dass Holzlacke beispielsweise im Do-it-yourself-Bereich nicht mehr erhältlich sind und jeder Häuslbauer einen Maler beschäftigen muss, wenn er einen Holzschutz auftragen will“, erklärt Albert Keiler von Adler. Weiters fordert man einen risikobasierten Ansatz bei Verboten und Beschränkungen zu wählen. Auch durch eine Übergangsfrist wünscht man sich mehr Zeit, um auf Änderungen reagieren und Rohstoffe ersetzen zu können.

Autor/in:
Redaktion Color
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