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Langjähriger Tiefststand

22.01.2016

Der deutsche Markt für WDVS setzt seine Talfahrt 2015 fort. Die Herstellererlöse sinken voraussichtlich um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aktuelle Daten im Branchenradar „Wärmedämm-Verbundsysteme in Deutschland 2015“ zeigen.

Im dritten Jahr in Folge ist am deutschen WDVS-Markt keine Erholung in Sicht. Wenngleich der Neubau in Deutschland weiterhin brummt, sinken die Herstellererlöse – bei nahezu unveränderten Preisen – im laufenden Jahr um voraussichtlich minus 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 935 Millionen Euro. Verantwortlich für die schwache Performance ist ein erneutes Absacken des Sanierungsmarktes. Zwar verlangsamt sich die Schrumpfung im Vergleich zu 2014, liegt aber mit minus 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr noch immer auf einem besorgniserregenden Niveau.

Marktmacht sichert stabile Preise

Angesichts der dramatischen Rückgänge der Erlöse scheint es auf den ersten Blick überraschend, dass die Hersteller in der Lage sind, die Durchschnittspreise mit minus 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert zu halten. Verantwortlich für die stabile Preislage ist die enorme Marktmacht der großen vier Anbieter am deutschen WDVS-Markt. Gemeinsam kommen sie auf einen Marktanteil von über 75 Prozent und konnten auch im laufenden Jahr Marktanteile gewinnen. Ob die Marktkonzentration dauerhaft dazu führen wird, dass selbst bei sinkender Nachfrage die Preise stabil bleiben können, ist aber mehr als fraglich.

Dämmmaßnahmen unter Beschuss

Eine nicht unwesentliche Ursache für die sinkende Nachfrage nach Fassadendämmung findet sich in dem zunehmend kontroversiell geführten Diskurs über den ökologischen und ökonomischen Nutzen einer Gebäudeisolierung sowie dem Verhalten von Styropor im Falle eines Gebäudebrands. So sehr sich die Hersteller von WDVS in Deutschland auch bemühen, ihre Argumente für die Gebäudedämmung in der Öffentlichkeit zu platzieren: Die Verunsicherung der Kunden bleibt. Darüber hinaus sind auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland in Form des Energieausweises hinderlich für ein steigendes Engagement für Dämmmaßnahmen. Anders als in anderen europäischen Ländern zielt in Deutschland der Energieausweis überdurchschnittlich stark auf den Wärmeträger für Heizungen ab und weniger auf den U-Wert des Gebäudes. Da die Neuinstallation eines Heizkessels deutlich günstiger ist als eine Fassadendämmung, führt die aktuelle Gesetzeslage unweigerlich dazu, dass weniger Dämmmaßnahmen getätigt werden als früher.

Umsatz in Millionen Euro 2012 2013 2014 2015e
Wärmedämm-Verbundsysteme 1.044,8 1.007,8 970,7 935,1

Quelle: Branchenradar Wärmedämm-Verbundsysteme in Deutschland 2015
 

Autor/in:
Redaktion Color
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