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Nicole Hausner

Mrs. Hausner bloggt

22.02.2016

Nicole Hausner, Familienmitglied und Mitarbeiterin des Malerbetriebs Hausner & Hausner GmbH aus Wien, ist die erste und einzige Bloggerin der Branche. Im Interview verrät sie, was das soll.

Andreas und Gerhard Hausner
Mrs. Hausners Büro am Mexikoplatz in Wien.

Seit einem Jahr poliert Nicole Hausner das Image der Maler auf ihre Art auf: Mit Mrs. Hausner hat sie einen Blog gegründet, der zeigt, dass das Handwerk alles andere als verstaubt ist. Auch auf Facebook ist die kreative Marketing-Verantwortliche des Familienbetriebes erfolgreich – über 1000 User verfolgen die Seite und damit das Geschehen des Unternehmens.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Malerei-Blog zu starten?

Mein Mann hat jahrelang geraunzt, dass das Maler-Handwerk und die gesamte Branche völlig unterschätzt werden. Für ihn und meinen Schwager – beide führen den Familienbetrieb immerhin in dritter Generation – ist das völlig unverständlich. ‚Wir agieren wie Kosmetiker, sind zugleich Image-Verbesserer und erhalten die Wertbeständigkeit – Fensteranstriche, denkmalgeschützte Fassaden und vieles mehr, wie kann das sein?‘, hörte ich ihn oft sagen. Als Marketing-Verantwortliche habe ich einen Weg gesucht, die Bandbreite an Leistungen unseres Unternehmens noch bekannter zu machen. In meinem Blog möchte ich gerne das angeschlagene Image aufbessern und zugleich aufzeigen, dass Maler nicht nur die Wände streichen. Es sind so viele Bereiche, die wir abdecken, welche die wenigsten vermuten. Beginnend mit Alternativen zu Fliesen, natürlichen und zugleich modernen Böden bis hin zu Imitationen, die allen Stilwünschen entsprechen und für jeden möglich geworden sind.
Der Blog „Mrs. Hausner“ feiert Ende Februar seinen ersten Geburtstag. Ich denke, ich habe eine noch nicht da gewesene Nische gefunden. Ziehe ich nun nach einem Jahr Resümee, freut es mich, dass mir Fachleute dazu gratulieren. Da ich selbst nicht vom Fach bin, macht mich das stolz. Es ist mir wichtig, meine Beiträge so zu gestalten, dass sie jeder versteht. Ohne einen Duden für ‚Fachchinesisch‘ benützen zu müssen und schon gar nicht trocken und langweilig. Denn das ist es nämlich wirklich nicht!

Für wie wichtig halten Sie soziale/digitale Medien für den Handwerksbetrieb?

Das digitale Netzwerk halte ich für enorm wichtig, wenn nicht unumgänglich, ganz gleich für welche Branche. Wurde früher das Hauptaugenmerk eines Betriebes auf Visitenkarten gelegt, ist es heute die Website. Jeder ist online, jeder hat einen Internetzugang und jeder googelt. Durch das World Wide Web hat Anonymität eine völlig andere Bedeutung bekommen. Man informiert sich, bevor man eine Firma beauftragt, schließlich möchte man wissen, mit wem man es zu tun hat. Das Image eines Betriebes beginnt also, meiner Meinung nach, mit dem Webauftritt. Finde ich die Website sympathisch und ansprechend, steht der Erstkontaktaufnahme nichts mehr im Weg.
Entscheidet man sich für den Weg des Online-Marketings, reicht es aber nicht nur mal eben eine eigene Webadresse zu haben. Es sollte einem bewusst sein, wie zeitintensiv und wieviel Arbeit das ist. Aktualität, Informationen und schöne Fotos, die Interesse erwecken und neue Kunden ansprechen sollen, schüttelt man nicht eben mal aus dem Smart-Phone. Auch Kreativität braucht seine Zeit und skizziert sich nicht von selbst in seinem Ideen-Buch.
Eine gute Website muss natürlich beworben werden, um gesehen zu werden. Hierfür gibt es alle möglichen Kanäle wie Facebook, Twitter, Instagram und Co. Wir haben uns bewusst für Facebook entschieden, da es unserer Meinung nach in Österreich am verbreitetsten ist. Zumal bietet es die meisten Tools, um gezielt Werbung zu schalten. Jeden neuen Blog Post bewerbe ich auf Facebook und auch auf Instagram.

Sie haben über 1.000 Likes auf Facebook, welche Tipps würden Sie zu einer erfolgreichen Facebook-Seite geben?

Es ist die Regelmäßigkeit, auf die sich die Leser verlassen können, ganz gleich ob man 200 oder zwei Mal monatlich postet, Hauptsache konstant.
Eine schnelle Reaktionszeit, das bedeutet auf Kommentare schnell zu reagieren, ist ebenfalls ausschlaggebend und vermittelt dem Leser das Gefühl, greifbar zu sein. Schöne, professionelle Fotos machen neugierig und Lust auf „mehr“. Sie sollten den Kunden inspirieren, ihn auf neue Ideen bringen und eine Botschaft senden.
Hinter jedem Posting steckt nicht nur viel Arbeit und Zeit, sondern auch gutes Timing, schließlich möchte man ja, dass der Post möglichst viele erreicht. Um die ‚Hauptverkehrszeit‘ der Follower gut einschätzen zu können, braucht es eine gewisse Vorlaufzeit, dies kann man nicht im Vorfeld planen.

Ihr Unternehmen ist ein Familienbetrieb. Wie ist es, so eng mit der Familie zusammenzu­arbeiten?

Unser Betrieb umfasst über 30 Facharbeiter, die Führung des Unternehmens sowie das gesamte Backoffice befinden sich ausschließlich in Familienhand. Marketing sowie Farb- und Innenraumgestaltung zählen zu meinem Aufgabenbereich. Es gehört eine große Portion Disziplin dazu, um in einem Familienbetrieb zu arbeiten, schließlich lebt man mit seinen ‚Kollegen‘ auch nach Büroschluss zusammen. Klare Linien zwischen Arbeit und privat sind meiner Meinung nach enorm wichtig, auch wenn das nicht immer leicht ist. Arbeiten mit der Familie bedeutet aber auch, keine Intrigen, keine Bösartigkeiten und hundertprozentiges Vertrauen. Ich denke, man muss einfach eine Balance finden.

Welche Pläne haben Ihre Kinder? Soll der Familienbetrieb weitergeführt werden?

Unser fast fünfjähriger Sohn möchte im Moment Eishockey- oder Rockstar werden, unsere achtjährige Tochter träumt von einer Karriere beim Kiddy Contest. Ich glaube, sie sind noch zu klein, um sich darüber Gedanken zu machen. Unser Unternehmen befindet sich in dritter Generation, da gibt es viel weiterzugeben. Know-how, Tradition und die Besonderheit, heutzutage ein Familienunternehmen zu sein. Natürlich haben wir die Hoffnung, dass eines unserer vielen Kinder dies übernehmen wird.
 

Autor/in:
Diana Danbauer
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