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„Nachfrage nach Lacken und Farben nimmt zu“

30.03.2020

Peter Jansen, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens, Hersteller von Lacken, Lasuren und Lösungen für Spezialanwendungen, ließ color auf Anfrage ein ausführliches Statement zum Thema Corona-Krise zukommen, welches wir hier gerne veröffentlichen. Was andere Unternehmen dazu sagen, finden Sie in der demnächst erscheinenden color-Ausgabe 2/2020.

Peter Jansen, Geschäftsführer P.A. Jansen

Selbstverständlich haben die Akteure in der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie längst alle nötigen Maßnahmen ergriffen, um eine Verbreitung des Corona-Virus zu unterbinden. Besuche von Lieferanten und Kunden werden auf ein Minimum reduziert. Mitarbeiter halten den gebotenen Abstand, arbeiten im Homeoffice, halten sich an die Hygienemaßnahmen und tun, was möglich und sinnvoll ist.

Die Notwendigkeit zur Vernunft ergibt sich vor allem aus dem Risiko, dass bei einer Infektion der ganze Betrieb unter Quarantäne gestellt werden könnte. Die wirtschaftlichen Folgen eines solchen Szenarios wären existenzgefährdend. Allerdings gibt es auch bei noch so verantwortlichem Handeln keine Garantie, dass der Virus den betrieb verschont.

Der Lackverband unterstützt die Mitgliedsunternehmen seit über drei Jahren bei der Einrichtung eines erfolgreichen Krisenmanagements. Diejenigen, die eines der Seminare besucht und das Handbuch umgesetzt haben, verfügen heute über einen Krisenstab und ein verlässliches Grundschema zur Bewältigung der Krise.

Die Nachfrage nach Lacken und Farben für Heimwerker und Profi hat in Zeiten von Versammlungsverboten sogar eher zugenommen. Damit bestätigt sich auch eine Studie, die der VdL vor zwei Jahren in Auftrag gegeben hat. Dort wurde festgestellt, dass Arbeitslosigkeit den Verbrauch von Anstrichmitteln eher fördert, weil Zeit zum Renovieren bleibt. Darüber hinaus gibt es auch in unserer Branche Hamsterkäufe. Sonderkonditionen mancher Hersteller heizen die Nachfrage zusätzlich an.

Es bedarf keiner hellseherischen Fähigkeiten, um ein Ende solcher Phänomene vorherzusagen. Vielen Privatpersonen, dem Hotel- und Gaststättengewerbe sowie den übrigen Auftraggebern wird finanziell die Luft ausgehen, sollten die Einnahmen ausbleiben. Es wird dann jeder nur noch das absolut Notwendige tun, und dazu gehören keine Schönheitsreparaturen. „Nach der Welle kommt die Delle“ –  darauf müssen wir uns einstellen.

Jetzt kommt es darauf an, die finanziellen Belastungen zu reduzieren. Kurzarbeit wird dabei helfen. Die Bundesregierung hat teure Programme zur Unterstützung der Wirtschaft auf den Weg gebracht. Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir relativ spät – wenn überhaupt – von den Programmen profitieren. Das Wichtigste ist, nach der Krise so schnell wie möglich ein Gleichgewicht in der Wirtschaft herzustellen. Dabei müssen insbesondere die Kleinunternehmer und der Facheinzelhandel geschützt werden.

Peter Jansen

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