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FMI/Richard Tanzer © FMI/Richard Tanzer, Thinkstock © FMI/Richard Tanzer, Thinkstock

Neuer Schlüssel für den Abfall

29.11.2018

Die Fachvereinigung Mineralwolleindustrie weist aktuell auf eine fehlende Vorgabe für eine praktisch umsetzbare und fachgerechte Entsorgung von Mineralwolle hin und fordert eine eigene Abfallschlüsselnummer.

Bei einem Fachpressegespräch der Fachvereinigung Mineralwolleindustrie (FMI) wiesen Udo Klamminger; FMI-Vorstandsvorsitzender, Roland Pomberger, Universitätsprofessor und Leiter des Lehrstuhls für Abfallverwertungstechnik an der Montanuniversität Leoben und David Suchanek, Rechtsanwalt bei Niederhuber & Partner Rechtsanwälte GmbH auf künftige Probleme bei der Entsorgung von Mineralwolle-Abfällen hin. Da in den kommenden Monaten eine Novelle des Abfallverzeichnisses von Seiten des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus geplant ist, will die FMI die Gelegenheit nutzen, Klarheit zu schaffen. „Mineralwolle-Abfälle können aufgrund der derzeitigen Reglung praktisch nicht fachgerecht entsorgt werden. Wir brauchen eine ganzheitliche Lösung um mögliche Folgeprobleme bereits im Vorfeld auszuräumen“, so Udo Klamminger, Geschäftsführer von Knauf Insulation GmbH. Zudem würden für die Entsorgung von Mineralwolle deutlich höhere Kosten anfallen, die beim bis zu 14fachen des früheren Preises lägen.

Forderung

Die Fachvereinigung stellt eine klare Forderung an die Politik: Alte Mineralwolle-Abfälle sollen künftig eine eigene Abfallschlüsselnummer bekommen. Derzeit müssen diese auf die gleiche Art entsorgt werden, wie asbesthaltige Abfälle. „Künstliche Mineralfasern sind kein Asbest, sondern chemisch, physikalisch und mineralogisch etwas völlig anderes. Daher wäre auch eine einfache Spezifizierung zu wenig. [Anm. der Red.: Bei der aktuellen Novellierung ist nur die Änderung der Spezifizierung vorgesehen.] Wir brauchen eine eigene Schlüsselnummer“, so Roland Pomberger, der das Gutachten zu Fragen der Charakterisierung, Einstufung und Abgrenzung von Mineralwolle-Abfällen erstellt hat und das Vorhaben der FMI unterstützt.

Mineralwolle stellt erwiesenermaßen kein Gesundheitsrisiko dar. Im Jahr 2001 kam die Internationale Agentur für Krebsforschung  zu dem Schluss, dass eine Klassifizierung als kanzerogen für Mineralwolle nicht gerechtfertigt sei. Die Qualitätsmineralwolle, die von den FMI-Mitgliedsunternehmen vertrieben wird ist darüber hinaus mit dem EUCEB- oder RAL Gütezeichen gekennzeichnet und somit zusätzlich als gesundheitlich unbedenklich bestätigt.

Mitglieder der Fachvereinigung Mineralwolleindustrie (FMI)

Knauf Insulation GmbH

Rockwool Handelsgesellschaft m.b.H.

Saint-Gobain Isover Austria GmbH

Ursa Dämmsysteme Austria GmbH

 

Autor/in:
Diana Danbauer
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