Direkt zum Inhalt

Recycling von Styropor startet 2018

20.11.2017

Das Fraunhofer IVV hat mit dem CreaSolv-Verfahren die Grundlage für ein effizientes Recycling von Alt-Styropor geschaffen. 2018 startet die Errichtung einer Demonstrationsanlage zur industriellen Nutzung.

Die Entwicklung eines nachhaltigen Recyclings von Alt-Styropor mit HBCD einschließlich der Rückgewinnung von Brom ist abgeschlossen und wird nun in den Niederlanden von der „Pilot-Phase“ in die industrielle Nutzung übergeführt. „Mit dem CreaSolv-Verfahren ist ein großer Durchbruch für die gesamte Branche gelungen. Kein anderer Dämmstoff verfügt aktuell – neben dem mechanischen Recycling, der thermischen Verwertung und nunmehr auch der selektiven Extraktion – über so viele Verwertungs-/Recycling-Möglichkeiten wie Styropor. Die Demonstrationsanlage wird ab Mitte 2018 ein echtes Recycling im Sinne von Cradle-to-Cradle ermöglichen. Styropor ist damit sowohl aus ökonomischer, wie ökologischer Sicht die beste Dämmstoff-Lösung“, so Clemens Demacsek, Geschäftsführer der GPH Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum.

Zukunftstechnologie

Das vom Fraunhofer IVV entwickelte CreaSolv-Verfahren erlaubt die Wiederaufbereitung von Styropor, das aus Bauschutt von alten Gebäuden stammt. In einem ersten Schritt werden die Schaumstoffabfälle mit Lösemittel versetzt und aufgelöst. Dann folgt die Reinigung: Mineralische Verunreinigungen wie Reste von Putz oder Klebespachtel werden durch Filterung entfernt. Im nächsten Schritt wird das Polymer aus der Lösung entnommen, getrocknet und für neue Produkte eingesetzt. Bei der Lösemittel-Rückgewinnung wird das HBCD durch Destillation abgetrennt und mittels Hochtemperaturverbrennung zerstört. Im letzten Schritt wird das wertvolle Element Brom vollständig wiedergewonnen. Damit ist die Grundlage für das Recycling von Polystyrolschaum innerhalb eines geschlossenen Stoffkreislaufs geschaffen.

Österreich beteiligt sich

Der Bau einer Demonstrationsanlage in Terneuzen in den Niederlanden basiert auf einer Initiative der Styropor-Industrie (Rohstoff-, Flammschutzmittel- und Dämmstoffhersteller) sowie der Wiederverwerter, die zu diesem Zweck die non-profit-Stiftung „PolyStyreneLoop“ gegründet haben. Aus Österreich haben sich bis dato die GPH, Austrotherm, Bachl, Hirsch, Sunpor und die Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme an der Initiative beteiligt. Die Baueinreichung der Demonstrationsanlage läuft, bereits im Jänner 2018 soll der Spatenstich der rund sechs Millionen Euro teuren Anlage erfolgen. Ab Mitte 2018 soll die Produktion starten. In weiterer Folge ist geplant, Recycling-Anlagen mit dem CreaSolv-Verfahren in ganz Europa zu errichten.

Autor/in:
Redaktion Color
Werbung

Weiterführende Themen

Der Denkmalschutz forderte den Erhalt der Fassade des Fachwerkhauses in Gärtringen. Deshalb kam zur energetischen Sanierung nur eine Innendämmung infrage.
Baustoffe
19.02.2018

StoTherm In Comfort sorgt für prima Klima in Senioren-Wohngemeinschaft in Gärtingen.

Systemaufbau WDV-System PUR Smart und PUR Qju.
Baustoffe
27.04.2017

Mit zwei neuen PUR-Dämmplatten erweitert Brillux die Wärmedämm-Verbundsysteme PUR Smart und PUR Qju durch einen Hochleistungsdämmstoff mit erhöhter Wärmeleitfähigkeit.

Die Baumit open air KlimaschutzFassade, der atmungsaktive Vollwärmeschutz von Baumit, dämmt zu 99 Prozent mit Luft.
Baustoffe
20.04.2017

Die Baumit open air KlimaschutzFassade dämmt zu 99 Prozent mit Luft.

Aktuelles
12.07.2012

In Innsbruck ist Hersteller Brillux seit Juli mit einer eigenen Niederlassung vertreten. Zusammen mit Salzburg und Traun b. Linz gibt es somit drei Brillux-Standorte in Österreich, die alle ein ...

Schwerpunkt
13.09.2011

Dauerstreitthema Wärmedämmverbundsysteme. Zur Frage wer was zu welchen Konditionen darf, sind sich Maler und Baumeister noch uneins. Auf die Situation eingestellt haben sich die Hersteller. color ...

Werbung