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Kongresszentrum Aguilas, Spanien: Beim fugenlos verputzten VHF-System StoVentec R können auch Radien umgesetzt werden.

Schutzschirm fürs Haus

20.02.2017

Vorgehängte hinterlüftete Fassadensysteme bestechen durch ihre Wärmedämmleistung, ihren Schallschutz und ihre gestalterische Vielfalt.

StoVentec Glass ermöglicht opake fugenbetonte Glasfassaden auch bei großen Baukörpern wie dem Verwaltungsgebäude MP09 im österreichischen Graz.
Plus-Energiehaus, Berlin StoVentec Glass und StoVentec ARTline Invisible verknüpfen nicht-funktionale und photovoltaisch aktive Glaspaneele zu einer homogenen Hülle.

Vorgehängte hinterlüftete Fassaden bilden zusammen mit der dahinter liegenden Außenwand einen zweischaligen Wandaufbau, der Wetterschale und tragende Wand konstruktiv trennt. Der systembestimmende Hinterlüftungsspalt führt Feuchte aus der Wandkonstruktion ab und verbessert den Wärme- und Schallschutz.

Wesentliche Bestandteile eines solchen Systems sind die möglichst wärmebrückenarme Unterkonstruktion, die Wärmedämmung und die Bekleidung, für deren Gestaltung heute eine große Auswahl unterschiedlicher Materialien zur Verfügung steht. Die in unterschiedlichen Formaten ausführbaren Platten können sowohl fugenbetont als auch fugenlos angeordnet werden. Für die fugenbetonte Ausführung sprechen die Revisionierbarkeit einzelner Paneele ebenso wie der hohe Vorfertigungsgrad, der für schnelle, saisonunabhängige Baustellenabläufe bei geringem Platzbedarf sorgt. Der Montageaufwand ist ebenso auf ein Minimum reduziert wie Lärm- und Staubemissionen. Ausladungen der Unterkonstruktion bis 600 Millimetern können auch größere Unebenheiten ausgleichen und sind heutzutage Standard, aber auch größere Abstände bis zu 1.400 Millimetern wurden schon gemeistert.

Variantenreich und ausführungssicher

Die drei Bestandteile eines durch die Din 18516 geregelten VHF-Aufbaus sollten stets aus einer Hersteller-Hand stammen, da dann gesichert ist, dass die einzelnen Systembestandteile aufeinander abgestimmt sind. Kommt es dennoch zu Rückfragen, wird nur ein Ansprechpartner benötigt. StoVentec-Systeme gibt es als fugenbetonte Paneel-Fassaden und als fugenlose Trägerplattenfassaden. Sie eignen sich sowohl für die energetisch optimierte Fassadengestaltung bei Neubauten wie auch bei der Sanierung. Kern der Bekleidung bei den meisten StoVentec-Systemen ist eine Putzträgerplatte aus Blähglasgranulat, die beidseitig mit hochzugfestem Glasfasergewebe ausgestattet ist. Dieser Verbund erzeugt eine statische Lastabtragungscharakteristik, die mit der von Stahlbeton vergleichbar ist. Dennoch ist das Eigengewicht der zwölf Millimeter dünnen Platte mit sechs Kilogramm/Quadratmeter sehr gering. Die Bekleidung erfolgt werkseitig mit Glasplatten oder Photovoltaik-Paneelen oder auf der Baustelle mit Putz, Natursteinfliesen, Klinker, Keramik, Glas oder Glasmosaik. Fällt die Entscheidung für eine verputzte Oberfläche, lassen sich vielfältige Strukturen und Farbtöne umsetzen, wobei keine Begrenzung des Hellbezugswertes zu beachten ist, also auch sehr dunkle Farbtöne in Frage kommen.

Thermische Effizienz

Ganz gleich, welche Oberfläche zum Einsatz kommt, die technische Qualität eines Systems beginnt mit der Unterkonstruktion. Wandhalter aus Edelstahl sind bei VHF-Konstruktionen mit herkömmlichen Produkten aus Aluminium deutlich überlegen, da sie die Wärme zehn- bis dreizehnmal schlechter leiten. Wärmebrücken werden so erheblich verringert. Vor allem bei Passiv- oder Null-Energie-Häusern muss der Einfluss von Wärmebrücken auf ein Minimum reduziert werden, damit die hochgedämmte Konstruktion ihre Energieeffizienz-Ziele erreicht und die Wohnbehaglichkeit den Komfort anderer Haustypen deutlich übersteigt. Das deutsche Passivhaus Institut Dr. Feist ist sehr anspruchsvoll bei der Auswahl der empfohlenen Bauelemente. Die Darmstädter Bauphysiker haben einer Variante der StoVentec-Unterkonstruktionen mit Edelstahlwandhaltern bescheinigt, für einen „wärmebrückenfreien Anschluss“ zu sorgen.

Brand- und Schallschutz

Als Dämmmaterial dient nicht brennbare Stein- oder Glaswolle, deren Lage durch Dübel mechanisch gesichert wird. Beim Brandschutz werden grundsätzlich nicht brennbare und schwerentflammbare VHF-Systeme unterschieden. In beiden Fällen schreibt der Gesetzgeber jedoch vor, dass ein Brandüberschlag durch den Hinterlüftungsspalt vermieden werden muss. Es werden darum üblicherweise in jedem zweiten Geschoss Brandsperren eingebaut.

VHF können zudem die Luftschalldämmung von Massivwänden um mehr als zehn Dezibel verbessern – das entspricht einer Halbierung der empfundenen Lautstärke.

Kontrast durch Kombination

Sogenannte Kombinationsfassaden verknüpfen Fassadenkonstruktionen, innerhalb derer ein Systemwechsel stattfindet. Also nicht nur ein oberflächlicher Materialwechsel in der Deckschicht, sondern auch ein Wechsel in der Konstruktion, beispielsweise indem eine vorgehängte hinterlüftete Fassade an ein Wärmedämm-Verbundsystem angrenzt. Der Grund für einen solchen Wechsel liegt bei einigen Altbauten in den unterschiedlichen Qualitäten des Untergrunds, meistens jedoch geht es bei Neubauten und Sanierungen um eine bestimmte Gestaltungsabsicht. So kann eine VHF mit Glas- oder Natursteinpaneelen repräsentative Bereiche oder bauliche Gliederungsachsen von neutralen Putzflächen abgrenzen. Quartier-Charakteristika können auch bei engen Kostenrahmen zitiert werden und bestimmte Funktionalitäten lassen sich in bewährte andere Fassadenkonstruktionen einbinden. Kombinationsfassaden ermöglichen so auch den Einsatz edler Oberflächenmaterialien im Rahmen eines kostenangepassten Bauens.

Autor/in:
Redaktion Color
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