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Ernst Gruber, Obmann-Stv. d. österr. Lackindustrie; Hubert Culik, Obmann der österr. Lackindustrie; Albert Keiler, Obmann-Stv. d. österr. Lackindustrie; Klaus Schaubmayr, GF der Berufsgruppe Lackindustrie

Schwierige Zeiten

26.06.2018

Die Lackindustrie blickt zwar auf ein gutes Jahr 2017 zurück, doch die Herausforderungen werden nicht weniger.

Die Unternehmen der österreichischen Lack- und Anstrichmittelindustrie blicken auf ein halbwegs zufriedenstellendes Jahr 2017 zurück. Mit einer Gesamtproduktion von 170.000 Tonnen und einem Produktionswert von 445 Millionen Euro konnte eine Steigerung von zirka 2,5 Prozent erzielt werden. Hubert Culik, Obmann der Lackindustrie: „Die Lackindustrie konnte sich trotz schwierigem Umfeld 2017 gut behaupten. Auch für 2018 erwarten wir uns ein gutes Jahr, da der Markt für Industrielacke und Bautenfarben von den regen Investitionen dank Niedrigzinsniveau profitiert.“

Mangelnde Rohstoffverfügbarkeit

Rohstoffseitig ist die Branche nach wie vor schwer gefordert. Seit dem vergangenen Jahr ist man mit Preisanstiegen und Verknappungen bei selektiven Schlüsselrohstoffen konfrontiert, die durch einige Force Majeure-Meldungen namhafter Rohstoffhersteller sowie durch Schließungen von Werken in China bedingt sind. Die Preissteigerung für das Pigment Titandioxid belief sich zuletzt auf über 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Titandioxid ist wegen seiner großen Deckkraft bei der Herstellung von Farben unverzichtbar“, erklärt Culik. „Auf eine Entspannung der Lage wartet die Lackindustrie nach wie vor.“ Auch Monomere wie etwa Methylmethacrylat oder spezielle Kunstharze sind von den Verknappungen betroffen.

Zudem fordert die Branche eine ganzheitliche Betrachtung bei der Chemikaliengesetzgebung der EU. „Oftmals unterliegen Verbote und Beschränkungsmaßnahmen keinerlei fundierten wissenschaftlichen Grundlagen“, so Culik. „Die Hersteller von Lacken, Farben und Beschichtungen können aber auf diese Rohstoffe nicht verzichten und Alternativen stehen meist nicht zur Verfügung.“ So gefährden etwa Beschränkungen im Biozid-Bereich die Haltbarkeit gerade von umweltfreundlichen, wasserbasierten Farben und Lacken, da diese Produkte ohne Konservierungsstoffe nur noch in Kühlung gelagert werden könnten. „Eine objektive Risikoabschätzung und eine ganzheitliche Betrachtung ist gerade in der Chemikaliengesetzgebung unabdingbar, da uns andernfalls Rohstoffe abhandenkommen, auf die wir nicht verzichten können.“

Autor/in:
Redaktion Color
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