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Zahlungsmoral im Aufwärtstrend

24.08.2017

Die KSV1870-Trendstudie belegt: Mit der Wirtschaft und der Zahlungsmoral geht es aufwärts.

Dieser Optimismus ist laut Studie allgemein und quer durch alle Unternehmensgrößen spürbar. Ganz besonders scheinen Unternehmen mit Mitarbeitern von 301 bis 500 Mitarbeitern von dem Positivtrend zu profitieren: 67 Prozent von ihnen berichten von steigender Umsatzentwicklung.

Bei jeder Unternehmensgröße steigt mit dem Umsatz auch die Zufriedenheit. KSV1870 Vorstand Ricardo-José Vybiral: „Es zeigt sich, dass auch 79 Prozent der Großunternehmen ihre Geschäftslage als gut oder sogar sehr gut einstufen. Besonders erfreulich an diesem Ergebnis ist für ein klassisches KMU-Land wie Österreich, dass der Mittelstand den Aufschwung bestätigt. Dieser Umstand trägt zu einem großen Teil zum positiven Klima bei.“

Die allgemeine Zahlungsmoral steigt: 65 Prozent der Umfrageteilnehmer stellen eine unverändert gute Disziplin im Zahlungsverhalten ihrer Firmenkunden fest. 14 Prozent sprechen von einer Verbesserung. Besonders die Gemeinden untermauern ihren Status als Musterschüler einmal mehr, indem sie ihre Verbindlichkeiten in manchen Bundesländern bis zu sieben Tage schneller als im Jahr davor bezahlen.

Gründe für Zahlungsverzug

Signifikante Änderungen zeigt die aktuelle Studie bei der Einschätzung der Gründe für den Zahlungsverzug von Kunden. Nur mehr ein knappes Drittel tippt darauf, dass Rechnungen vorsätzlich nicht bezahlt werden. Ein Liquiditätsengpass wird in diesem Jahr von 48 Prozent der Befragten, und damit viel seltener als im Vorjahr vermutet. Allerdings zeigt sich in diesem Zusammenhang, dass Größe offensichtlich Macht verleiht: 39 Prozent der Gläubiger stellen fest, dass ihre großen Kunden tendenziell länger für die Bezahlung brauchen als ihre kleinen. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer stellt der Verwaltung ihrer Schuldner kein gutes Zeugnis aus: Fünf Prozent mehr als 2016 vermuten Ineffizienz als Grund für verzögertes Zahlen.

Walter Koch, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH, weiß, dass dieser Verdacht nicht unbegründet ist: „Verzögerungen durch veraltete Administration schaden nicht nur den Gläubigern, die dadurch länger auf ihr Geld warten müssen. Verspätete Zahlungen haben auch negative Auswirkungen auf das eigene Rating. Schon aus diesem Grund sollte man die internen Wege überprüfen und optimieren. Wir sehen in der Praxis, dass durch straffes Debitorenmanagement signifikante Quick Wins zu erzielen sind.“

Mahnspesen und Verzugszinsen in Mode

Immer mehr Gläubiger scheinen Zahlungsverzögerungen nicht mehr als Kavaliersdelikt zu betrachten, das zeigt ein weiterer Aspekt der Umfrageergebnisse. Obwohl immer noch ein Drittel der Befragten mit seinen Kunden weder Mahnspesen noch Verzugszinsen vereinbart hat, dürfte es in diesem Bereich ein Umdenken geben: 44 Prozent geben an, diese nun in ihre Geschäftsbedingungen aufgenommen zu haben.

„Die österreichische Zahlungsmoral ist vorbildlich, als Resümee der Umfrage kann man sagen, dass aktuell 78 Prozent der Firmenkunden ihre Verbindlichkeiten innerhalb des vereinbarten Zahlungsziels begleichen. Diese Fairness im Umgang untereinander ist ein fixer Bestandteil funktionierender Geschäftsbeziehungen und eine Grundbedingung für den deutlich zu ortenden Aufschwung der Wirtschaft“, fasst Vybiral zusammen.

Zahlungsdauer nach Kunden 2017 in Tagen
  Länder Gemeinden Firmenkunden Privatkunden
Wien 37 (-2) 35 (-3) 30 (0) 18 (+18)
Niederösterreich 37 (-2) 32 (-3) 29 (-1) 17 (0)
Oberösterreich 36 (-6) 28 (-7) 30 (+1) 19 (+2)
Kärnten 40 (+1) 28 (-6) 29 (-1) 17 (0)
Burgenland 35 (-4) 28 (-3) 31 (-2) 16 (-1)
Tirol 37 (+2) 28 (-3) 31 (+1) 19 (0)
Salzburg 31 (-6) 24 (-7) 29 (-1) 19 (+1)
Steiermark 32 (-3) 28 (-3) 29 (0) 16 (-1)
Vorarlberg 31 (-1) 27 (-1) 31 (+3) 19 (+3)

Quelle: KSV1870, Veränderung zum Vorjahr in Klammer

Autor/in:
Redaktion Color
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