Direkt zum Inhalt
Wertvolles Tageslicht ist in Schulen und Büros notwendig.

Zu wenig Tageslicht in Büros und Schulen

31.08.2017

Natürliches Tageslicht beeinflusst unseren Biorhythmus und nimmt damit wesentlichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und Gesundheit unseres Körpers.

Den wertvollen Beitrag von Tageslicht in Schulen belegt seit heuer auch eine kontrollierte klinische Studie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg, welche die Wirkung von tageslichtlenkenden Raffstoren auf Schülerinnen und Schüler untersucht hat. Das Ergebnis der Studie: weniger Tagesschläfrigkeit, schnelleres Arbeitstempo durch bessere Konzentrationsfähigkeit sowie eine deutliche Verbesserung der positiven Stressverarbeitung. Johann Gerstmann, Sprecher des Bundesverbandes Sonnenschutztechnik: „Diese Studie zeigt ganz deutlich, wie wichtig es ist, die positiven Effekte von Tageslicht bereits bei der Planung von Schulen und Büroräumen – insbesondere der Beschattung – hinkünftig stärker zu beachten.“

Kunstlicht ist nicht die Lösung

Während das natürliche Tageslicht den gesamten Frequenzbereich des visuellen Spektrums abdeckt, enthält Kunstlicht nur wenige Frequenzanteile. Die photobiologisch wirksamen Frequenzanteile sind daher im Vergleich mit natürlichem Tageslicht immer nur gering und können auch kontraproduktiv sein. Gerstmann: „Das große Problem starrer Beschattungslösungen wie Überdachungen, Auskragungen und Vorbauten ist, dass man lediglich die hochstehende Sonne an nach Süden ausgerichteten Fenstern damit ausblenden kann – was hierzulande jedoch nur an rund 400 Stunden in den Sommermonaten notwendig ist. Im Gegenzug entstehen je nach Auskragungstiefe jedoch Tageslichteinbußen von 20 bis 50 Prozent an allen knapp 5.000 Hellstunden des Jahres. Die Folge ist, dass in unnötig vielen Stunden der Schul- und Bürozeiten der Einsatz von statischem Kunstlicht, das in der Regel keine vitalisierende Wirkung hat, notwendig wird.“

Mit der richtigen Tageslichtstrategie kann der Einsatz von Kunstlicht während der Schulstunden auf ein Minimum reduziert werden, und sogar in der lichtarmen Jahreszeit lässt sich das Tageslicht für ein paar Stunden für die Raumbelichtung nutzen. Gerstmann rät vor einem unüberlegten Einsatz von Sonnenschutzgläsern und Folien ab: „Während herkömmliche Verschattungen bei Bedarf die Lichteintrittsfläche reduzieren und somit das einfallende Licht auf ein vom Nutzer gewünschtes Maß dimmen, erreichen Sonnenschutzgläser und Folien ihre Wirkung durch eine gezielte Manipulation des solaren Spektrums sowie durch eine permanente Reduktion der Lichtmenge. Leider fehlt in der Planung immer noch der ganzheitliche Blick. Sonnenschutz darf nicht zu Lasten von Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit gehen.“ Ein wenig durchdachtes Sonnenschutzkonzept kann zwar den Wärmeeintrag reduzieren, dies aber zu höherem Stromverbrauch für die Beleuchtung führen und auch das Problem der Blendung bei tiefstehender Sonne oder hellen Nachbargebäuden nicht lösen. „Ein optimaler Sonnenschutz muss daher so dynamisch sein wie das Wetter und zugleich multifunktional, damit natürliches Licht und solare Wärme bestmöglich und bedarfsgerecht genutzt werden können“, so Gerstmann.

Dank dynamischer Sonnenschutzsysteme haben Bewohner und Nutzer die Lichtverhältnisse in den Räumen selbst in der Hand. Für den optimalen Licht- und Wärmeeintrag sorgen automatisierte Raffstore, Screens und Fenstermarkisen. Sie werden zunehmend ein Teil der Haustechnik wie auch die Heizung, die Beleuchtung oder die Komfortlüftung.

Autor/in:
Redaktion Color
Werbung
Werbung