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Zu wenige Lehrlinge

30.08.2019

Es gibt aktuell zu wenige Lehrlinge, was laut VÖB Konjunkturbarometer unterschiedliche Gründe hat.

„Generell sind wir mit der Entwicklung der Branche zufrieden“, fasst Franz Josef Eder, Präsident des Verbands Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB), die Ergebnisse des aktuellen Konjunkturbarometers zusammen. Grundsätzlich blickt die Bau-Branche optimistisch in die Zukunft.

Anlass zur Sorge gibt hingegen die Personalentwicklung, speziell im Bereich der Lehrlingsausbildung. Zwar stehen derzeit über 100 Lehrlinge in ganz Österreich bei den Betrieben der Branche in der Ausbildung, gleichzeitig sind aber auch Lehrstellen vakant.

Gründe die die Mitgliedsunternehmen des VÖB hinter der Lehrlingsflaute vermuten:

Eder: „Die Antworten reichen von Eintönigkeit im Industriebetrieb über zu geringe Aufstiegschancen und hoher Lärmbelastung bis hin zu gesellschaftlichen Gründen.“ Letztere umfassen etwa den gesellschaftlichen Rang von Arbeitern versus Angestellten sowie den Umstand, dass eine höhere schulische Ausbildung in der Gesellschaft mehr zählt als Handwerk. Gleichzeitig zeigt sich die Branche aber auch durchaus selbstkritisch: „Unsere Arbeitsplätze sind attraktiv und werden laufend an aktuelle Entwicklungen angepasst. Das muss auch über Marketing der Öffentlichkeit bzw. potenziellen Mitarbeitern bekannt gemacht werden“, laut VÖB Konjunkturbarometer.

Für den VÖB Präsidenten kommt noch ein weiterer Grund hinzu, der einen Ansturm auf freie Lehrstellen zum Betonfertigungstechniker verhindert: „Die Artikel 15a-Vereinbarung zwischen den Bundesländern blockiert jegliche Flexibilität in der Zuteilung der Lehrlinge zu Berufsschulen. Anstatt die Berufsschule zu besuchen, die für sie am besten erreichbar ist, werden Lehrlinge durch die Schulbürokratie immer wieder dazu gezwungen, quer durch Österreich zu reisen.“ Das Ergebnis: Lehrlinge wählen andere Berufe, für die sie die Berufsschule entweder am Heimatort oder zumindest in zumutbarer Entfernung zum Wohnort besuchen können. „Der Standort einer Berufsschule kann ausschlaggebend dafür sein, ob ein junger Mensch eine Lehre in der Baubranche beginnt oder nicht“, so Eder.

Autor/in:
Redaktion Color
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