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In anderen Dimensionen

16.10.2014

Die zwei Brettschichtholzkuppeln, die das Unternehmen Rubner Holzbau derzeit für die Kohlelager des Kraftwerks „Federico II“ des größten italienischen Stromversorgers Enel in Brindisi, Italien, errichtet, sind europaweit in ihren Dimensionen einzigartig. Die erste Kuppel wurde Mitte September fertiggestellt. 

Eine Herausforderung für das Südtiroler Unternehmen der Rubner-Gruppe war die Größe der in präziser Maßarbeit zu errichtenden Kuppeln und die zeitlich und logistisch anspruchsvolle Montageleistung – für beide Tragwerke werden immerhin knapp 3.100 Kubikmeter Brettschichtholz sowie 44.000 Quadratmeter Brettsperrholz und 384 Tonnen Stahl verbaut. Dabei zeichnet Rubner nicht nur für die statische Tragwerksplanung, die Herstellung, die Transportlogistik und die Montage unter Einhaltung sämtlicher aktuell geltender Normen und Bestimmungen verantwortlich. Das Komplettpaket umfasst auch die Planung der gesamten Eindeckung, der Fluchttreppen und Fluchtstege, des natürlichen Belüftungssystems und der elektrischen Anlage.

Erste Kuppel fertiggestellt

Neun Monate nach Erhalten des Auftrags im Dezember vergangenen Jahres hat Rubner Holzbau nun die erste der beiden Kuppeln fertiggestellt. Diese dienen – im Rahmen eines Plans zur Milderung der Umwelteinflüsse und Verbesserung der Anlageneffizienz bei Enel – zur Überdachung der Kohlelager des Kraftwerks. Die Ausführung auf höchstem Niveau ist sowohl der außerordentlichen Flexibilität des Rohstoffs Holz zu verdanken als auch der großen Erfahrung des Südtiroler Unternehmens mit Großprojekten in Holzbauweise. 

Zweite Kuppel in Bau

Auch die zweite Kuppel befindet sich bereits in Bau mit 143 Metern Durchmesser und einer Höhe von 46 Metern bzw. 49 Meter am höchsten Punkt. Was sie am meisten vom Bau der ersten Kuppel unterscheidet, ist die Koordination mit den anderen Unternehmen, die auf der Baustelle tätig sind, sowie eine weitere Optimierung der Ausführungszeiten: Der von Rubner Holzbau derzeit festgelegte Zeitplan sieht vor, dass der zweite Kuppelbau schon bis Mitte Dezember abgeschlossen und übergeben werden kann. 

Präzises Teamwork

Dank einer sorgfältigen Zeit- und Projektplanung, der Optimierung der Produktionsabläufe und der präzisen Abwicklung aller Montagephasen, die von erfahrenen Ingenieuren koordiniert wurden, konnte die komplette Realisierung des Gewerks bis ins kleinste Detail vorherbestimmt werden. Dadurch ließen sich Verzögerungen während der Arbeit auf ein Minimum reduzieren. Dies veranschaulicht einer der beteiligten Monteure: „Um Balken in über 50 Meter Höhe sicher zu handhaben“, so Montagevorarbeiter Ulrich Ladstätter „oder einen Stahlrahmen passgenau einzufügen, ist höchste Präzision und vor allem perfekte Teamarbeit notwendig. Da muss sich jeder auf jeden verlassen können, alle Handgriffe müssen routiniert, aber eben auch absolut kontrolliert erfolgen. Detaillierte Maßarbeit verlangte beispielsweise der Einbau der letzten fünf Balken am Giebel der Kuppel. Das ist ein sensibler Vorgang, denn selbst bei einer geringsten Ungenauigkeit würde sich die Kuppel nicht hundertprozentig schließen lassen. Aus diesem Grund mussten vor der Montage nochmals vor Ort alle Maße geprüft werden – sie erwiesen sich als auf den Millimeter genau, und wir konnten diesen wichtigen Arbeitsschritt ohne Probleme rasch abschließen. Dass es gelungen ist, ein so ehrgeiziges Ziel zu erreichen, ist vor allem auch der Fachkompetenz der Techniker von Rubner Holzbau im Werk Brixen zu verdanken.“

Nachhaltigkeit großgeschrieben

Brettschichtholz ist eines der innovativsten Materialien für die Realisierung von großen Bauprojekten. Seine Eigenschaften und die enorme Flexibilität der fortschrittlichen Technologien, die in dieser Branche zur Anwendung kommen und auch die Verwirklichung gewagt erscheinender architektonischer Ideen gestatten, überzeugten die Entscheider bei Enel – insbesondere auch in Hinblick auf die pünktliche Fertigstellung des Projekts. 
Die nachhaltige Verwendung von Holz fügt sich zudem ideal in die Intention von Enel, den Standort zu einem Musterprojekt der zeitgemäßen Stromerzeugung zu machen: „Wir bemühen uns ständig darum, dass sich unser Enel-Kraftwerk ‚Federico II‘ in Brindisi auf internationaler Ebene als Best Practice erweist, und der Bau überdachter Kohlelager geht genau in diese Richtung“, sagt Produktionsleiter Francesco Bertoli. „In den letzten Jahren haben wir in dem Kraftwerk beachtliche Investitionen getätigt, um es zu einem Zentrum technologischen Fortschritts zu machen und auch – dank der spürbaren Verminderung der Umweltbelastung – zur Entwicklung des Gebiets beizutragen. Wir sind stolz darauf, in unserem Kraftwerk Techniker und Wissenschaftler von internationalem Ruf zu Gast zu haben: Sie kommen aus aller Welt nach Brindisi, um sich mit den modernsten Technologien vertraut zu machen, die auf dem Gebiet der nachhaltigen Energieproduktion aus Kohle zur Verfügung stehen.“

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