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Die neu eröffnete Talstation im kleinen Bergdorf Seis am Schlern integriert sich trotz ihrer eindrucksvollen Größe mit einer Aluminiumfassade perfekt in die schroffen Bergmassive und die alpine Landschaft rund um die Seiser Alm.

Architektonischer Höhenflug

01.06.2017

In 15 Minuten bringt die Umlaufbahn Seiser Alm täglich rund 11.000 Wintersport- und Sommergäste in die lichten Höhen einer der schönsten Berglandschaften Europas. Die neu eröffnete Talstation im kleinen Bergdorf Seis am Schlern integriert sich trotz ihrer eindrucksvollen Größe mit einer Aluminiumfassade perfekt in die schroffen Bergmassive und die alpine Landschaft.

Die Fassadengestaltung verleiht dem Gebäudekomplex einen unverwechselbaren Charakter. Die unregelmäßige Kantung sorgt für ein lebendiges Lichtspiel auf der Fassade, je nach Sonnenstand zeigen die Paneele eine andere Optik.

Seis am Schlern ist seinem Charakter als ursprüngliches Bergdorf treu geblieben und setzt trotzdem moderne architektonische Akzente. Der Ort ist Zentrum und beliebter Ausgangspunkt für Erkundungstouren auf Europas größte Hochalm mit einer Fläche von 56 Quadratkilometern. Drehscheibe für die Sommer- und Wintergäste ist die Umlaufbahn Seiser Alm, die im Zuge eines Um- und Ausbaus eine neue und spektakuläre Architektur erhalten hat. Und die passt trotz ihrer beeindruckenden Größe dennoch harmonisch in die alpine Landschaft.

Mit drei Geschoßebenen auf einer Gesamtfläche von 3455 Quadratmetern ist die Talstation Zentrum der touristischen Infrastruktur der Seiser Alm. Denn die auf 1600 bis zu 2300 Höhenmetern liegende, größte Hochalm Europas ist ein ideales Ski- und Wandergebiet. Im Sommer erschließen gut ausgebaute Wanderwege die Almen und Gipfel, im Winter stehen den Skifahrern und Snowboardern 60 Kilometer Pisten sowie 23 Lifte und Bergbahnen zur Verfügung. Die Talstation hat damit komplexe Herausforderungen in Sachen Funktionalität zu erfüllen. Ein Restaurant, zwei Sportartikelgeschäfte, ein Skidepot, eine Ski-Servicestelle, ein Schnellimbiss-Lokal, ein Shop für regionale Produkte, zwei Verkaufsstellen der beiden Skischulen und die Verwal­tungsbüros der Umlaufbahn finden hinter der 2000 Quadratmeter umfassenden Aluminiumfassade des kompakten Komplexes, der sich optisch das Bergmassiv der Dolomiten zum Vorbild nimmt, Platz. 

Architektur mit Kanten und Ecken

Mit unterschiedlichen Neigungswinkeln der Prefa-Fassade, unregelmäßigen Kanten und kristallinen Oberflächen hat der junge Bozner Architekt Lukas ­Burgauner das touristische Herzstück für die Seiser Alm in die Landschaft rundum geschmiegt. „Die riesigen Aluminiumfassaden erscheinen je nach Licht immer spannend strukturiert, manchmal stark und stolz und manchmal fast unsichtbar“, sagt Burgauner, der selbst in den Bergen zu Hause ist, zu seinen Entwurf.

Nun präsentiert sich die Talstation der Bahn als auffällig unauffälliger Monolith, bekleidet mit braunen Prefa-Fassadenpaneelen „FX.12“. Die Gestaltung, in die auch die Untersicht einbezogen wurde, verleiht dem Gebäudekomplex einen unverwechselbaren Charakter. Die unregelmäßige Kantung von „FX.12“ sorgt für ein lebendiges Lichtspiel auf der Fassade, je nach Sonnenstand zeigen die Paneele eine andere Optik. Die Untersicht wurde in „Anthrazit P.10“ und der Eingangsbereich mit Prefa „Sidings“ ausgeführt. Auf der Fassade imitieren die umlaufenden, in ihrer Höhe variierenden transparenten Licht- und Glasbänder Quarz­einschlüsse bzw. kristalline Adern, wie sie im Gestein vorzufinden sind. Als „Bergmensch von klein auf“ ist Burgauner selbst ganz in der Nähe zu Hause, als geborener Kastelruther in der bizarren, einzigartigen Bergwelt der Dolomiten, die das Vorbild für die neue Fassade waren, tief verwurzelt und Architekt der Südtiroler Moderne.

Nichts Neues, aber alles größer 

Die Vorgaben des Bauherren – der Umlaufbahn Seis - Seiser Alm AG – waren gar nicht so einfach: Nichts Neues, aber alles größer. Die Herausforderung war vor allem, Service- und Stationsgebäude aus einem Guss zu entwickeln. Funktionalität, Mobilität und barrierefreie Zugänge waren das Ziel des Umbaus. Und natürlich das harmonische Einpassen in das Ortsbild und das alpine Landschaftumfeld. „Das 90 Meter lange und 25 Meter breite Massiv der Talstation sollte aber keine viereckige Gebäude-Schachtel werden, sondern ein repräsentatives Bauwerk, das sich der Landschaft anpasst und das schon früher erbaute Parkhaus harmonisch in den Komplex integriert“, so Burgauner.

Das Untergeschoß ist durch die Hanglage zum größten Teil unterirdisch angelegt. In Richtung Westen ragt das Gebäude mit der in der Fassade integrierten Panoramaterrasse acht Meter über den straßenseitigen Hang. „Für die Umsetzung hatten wir wegen des weiterlaufenden Betriebs nur wenig Zeit. Die Bauabschnitte mussten gut geplant und effizient realisiert werden können.“ 

Ein dunkelbrauner Monolith

Direkt vor dem Gebäude ragt beeindruckend die Santnerspitze des Schlernmassives aus der Landschaft und die schroffen Kanten, und Farbspiele der angrenzenden Felsen finden sich in der Architektur der Talstation wieder. Die Farbwahl der 2000 Quadratmeter umfassenden Aluminiumfassade wurde bewusst vom landschaftlichen Kontext abgeleitet. Mit Materialien, die diese Formensprache unterstreichen, ist Burgauner ein unverwechselbares Erscheinungsbild nach außen gelungen.

Technisch spitze

Verarbeitet wurden die Paneele vom lokalen Unternehmen Kometal, das bereits beste Erfahrung mit Prefa-Produkten hat. „Die vielfältigen Produkteigen­schaften des Dach- und Fassadenpaneels FX.12, seine Längs- und Querkantung und seine heterogene Oberfläche ermöglichen ein besonderes Oberflächendesign, das sich perfekt in die zerklüftete Berglandschaft einfügt. Bei der Produktion wird dafür gesorgt, dass jedes Stück eine einzigartige Prägung erhält. Das Kantmuster wiederholt sich nicht und ist auch bei großen Flächen stets unregelmäßig. Technisch ist FX.12 sowieso spitze. Die Paneele werden durch Kanten zusätzlich versteift, was größere Widerstandskraft bei gleichbleibender Materialstärke zulässt.“

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